Frage von Nordlicht82, 162

Muss ein Rüde unbedingt kastriert werden?

Moin Community,

unser Jagthund ist 1 1/2 Jahre jung. Ständig werde ich darauf angesprochen, dass er UNBEDINGT kastriert werden muss. Hintergrund: Im Hundeauslauf versucht er, Rüden zu besteigen, wenn mehr als 2 Hunde gleichzeitig anwesend sind. Ein netter User hier hat mir schon gesagt, dass dieses Verhalten nichts mit sexueller Erregung, sondern als Reaktion auf Stress zu verstehen ist. Ich teile diese Meinung. Treffen wir auf andere Hundebesitzer, ist die erste Frage: "Ist der kastriert? Warum nicht?" Dann wird ständig gesagt: "Unkastrierte Rüden sind dominant und bissig!" Totaler Schwachsinn in meinen Augen, weil der Charakter und die Erziehung mehr wiegen als Hormone. "Ihr werdet schon sehen, was ihr davon habt, wenn ihr ihn nicht kastrieren lasst! Wartet mal ein paar Jahre ab, dann ist der Hund außer Kontrolle!" Das bekommen wir auch oft zu hören. Oder: "Meiner war bis zur Kastrierung außer Kontrolle!" Das eine Chance von 50:50 besteht, das eine Kastrierung in dem Fall was bringt, wollen viele nicht hören.

Frage: Warum MUSS ein Hund, der kerngesund ist, sich seinem Alter und Genen entsprechend verhält, mit dem jeden Tag trainiert wird, super sozialisiert ist und gut ausgelastet ist, kastriert werden? Ist es ein sich hartnäckig haltender Mythos? Wie seht ihr das? Was sind eure Erfahrungen?

Meiner Meinung nach sollte so ein Eingriff nur vorgenommen werden, wenn es medizinisch notwendig ist.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Einafets2808, Community-Experte für Hund, 73

Mit 1,5 Jahren ist dein Rüde nicht mal annähernd geistig ausgewachsen.

Ich würde an deiner Stelle Hundebegnungen nur mit souveränen Hunden zulassen. Wenn ihr mit eurem Training so weiter macht und du deinem Rüden die Sicherheit gibst die er brauch, und du führst ihn aus stressigen Situationen raus, das stärkt zu dem die Bindung. Weil dein Hund weiß, er kann sich auf dich verlassen.
Sicherlich kannst du nicht jede Stresssituation meiden, aber es deinem Hund zumindestens erleichtern.

Gerade, wenn es Rüpler auf deinen abgesehen haben. Reagieren die anderen Halter nicht, solltest du deinen Hund aus der Lage befreien.

Was man eben auch immer oft hört bei kastrierten Rüden, das Sie Inkontinent werden, auch oft gemobbt werden, berammelt werden. Auch bei zu früher Kastration bleiben Sie auf dem Junghund stand, weil sie ja nie die Möglichkeit hatten, erwachsen zu werden.

Für mich wären Gründe für eine Kastration, wenn mein Hund vor lauter Liebeskummer Futter verweigert, dadurch abnimmt oder eben Sachen wie Prostata Probleme.

Kommentar von Nordlicht82 ,

Tausend Dank :)

Kommentar von Einafets2808 ,

Sicherlich treffen wir auch mal eine gut riechende Hundedame. Dann wird etwas gejammert, aber kurze Zeit später ist das vergessen. Das ist ein geringes übel womit ich leben kann. Meine rüde ist voll in Takt und wird es auch bleiben.

Antwort
von Battlemay, 88

Hallihallo,

ich verstehe auch nicht, warum es regelrecht verlangt wird. Es gibt Hunde, die wirklich anstrengend und deutlich dominanter sind, wenn sie nicht kastriert sind, aber das ist von Hund zu Hund verschieden. Schließlich gibt es auch genug dominante oder leichter reizbare Hunde, die kastriert sind... Ich bin der Ansicht, dass man da nicht pauschalisieren sollte (wie bei so vielen Sachen... ) 

Wenn Du Deinen Hund nicht kastrieren lasse möchtest, dann musst Du das nicht tun und lass Dir das auch von keinem einreden, der nicht weiß, wie Dein Hund tickt... Eine Kastration kann den Hund auch extrem verändern, sowohl in die eine als auch in die andere Richtung. 

Mein Hund ist jetzt 8 Monate alt und ich möchte ihn irgendwann kastrieren lassen, da ich gern eine Hündin aus dem Tierschutz dazu holen möchte und nicht unbedingt scharf auf Welpen bin. 

Kommentar von Nordlicht82 ,

Danke :)

Antwort
von Inmetsu, 62

Warum lassen manche jedes Jahr unnötige Impfungen für ihren Hund machen, warum geben sie ihnen Essen vom Tisch was nichts in einem Hundemagen verloren hat, warum geben sie teueres Futter was in Wirklichkeit Getreidemüll ist, warum kastrieren sie einen vollkommen gesunden Hund? Weil sie es nicht besser wissen und denken, dass sie das richtige tun. Kastriere den Hund nicht! Die einzigen Haustiere wo eine Kastrierung notwendig ist sind Frettchen, Freigängerkatzen, Kaninchen und Meerschweinchen

Kommentar von Nordlicht82 ,

Dankeschön :)

Antwort
von Maliara, 54

Unser Rüde wurde erst chemisch kastriert, als dies wegen Prostatakrebs notwendig wurde. Er war super lieb und das gegenteil von dominant, eher einer, der sich wegduckt. Wir hatten nie auch nur das geringste Problem, weil er nicht kastriert war.

Kommentar von Nordlicht82 ,

Danke dir :)

Antwort
von WeiserMann, 47

Nein Musst du nicht. Viele denken ja dass ein ungehorsamer Hund nach der Kastration auf magische Weise ein toller Hund wird der perfekt aufs Wort hört..

Kurz und knapp: Nein es ist nicht nötig.

Kommentar von Nordlicht82 ,

Danke :)

Antwort
von Anaschia, 60

Unser Rüde ist 11 Jahre alt, und war schon als Welpe ziemlich frech und  selbstbewußt anderen Hunden gegenüber. So ist halt sein Wesen, und wir wären nie auf die Idee gekommen Ihn deswegen kastrieren zu lassen.

Mit einer guten Erziehung ist auch ein absolut selbstbewußter Hund wunderbar zu händeln.

Aber diese Sprüche kenne ich natürlich auch zur Genüge. Menschen die glauben das sie bei einem kastrierten Hund die Erziehung schleifen lassen können, sind schlichtweg dumm.

Gerade ein junger Hund braucht unbedingt seine Hormone, um sich körperlich und geistig gesund eintwickeln zu können.

Einzige Ausnahme sind bestimmte Krankheiten, oder wenn der Hund unter seinem Trieb sichtlich leidet.

Kommentar von Nordlicht82 ,

Vielen Dank :)

Antwort
von MiraAnui, 40

Nö muss er nicht, außer sein handel hat sexuelle Gründe. Z.B. Wochenlang nichts fressen wenn Weibchen läufig sind und sowas.

Mein rüde ist 4 bald 5 und intakt. Wir hatten ihm chemisch kastriert. Was an unserem Hauptproblem nichts geändert hat. 

Mir wurde schon oft geraten ihn kastrieren zulassen. Viele Hundepensionen, aber auch Hundeschule verlangen es.

Solang mein Rüde nicht übermäßig anfängt zu leiden wenn die Weiber läufig sind oder er andere gesundheitliche Probleme deswegen bekommt, bleiben seine  Kronjuwelen wo sie sind

Kommentar von Nordlicht82 ,

Ich danke dir :)

Antwort
von wotan0000, 73

Kastration ist KEINE Erziehungshilfe.

Jungkastrierte Hunde werden oft gemobbt.

Als mein Hund noch unkastriert war, fühlte er sich zu Kastraten sehr hingezogen. Die rochen interessanter als Hündinnen.

Meiner wurde mit 6 Jahren (also voll fertig) kastriert, da er bei läufigen Hündinnen im Umkreis das Fressen und Trinken eingestellt hat und sich verkroch.

Er wurde noch nie gemobbt, da er sein Rüdenverhalten durch seine Reife beibehalten hat.

Kommentar von Nordlicht82 ,

Danke sehr :)

Antwort
von Bitterkraut, 36

Nein, der muß nicht kastriert werden, der muß erzogen werden.

Kommentar von Nordlicht82 ,

Danke dir :)

Kommentar von Bitterkraut ,

Ein Junghund in dem Alter ist immer ein bischen unter Spannung, mitunter auch unter Hochspannung, da kommt es schnell zum Übersprung - oder zum Aufreiten ;).

Geh mit dem Hund vor der Hundewiese eine große Runde laufen, halbe Stunde, Stunde. Dann kommt der Hund da schon entspannter hin, er hat Zeitung gelesen, im günstigen Fall weiß er schon, wer alles auf der Wiese ist, bevor ihr da ankommt. Halte die Besuche auf der Wiese kurz. Wenn der Hund aufreitet, ruf ihn ab oder hol ihn. Der Hund soll lernen, sich auf dich zu konzentrieren und nicht nur auf andere Hunde. Das klappt schon noch. Und laß dir nix einreden von Kastration. Ich hab 2 Jagdhunde, beide sind unkastrierte Rüden.

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