Frage von Revolution87, 38

Muss ein Hausverkauf im Pflegefall über einen Makler laufen?

Meine Oma lebt seit einiger Zeit im Pflegeheim. Um die Kosten zu decken, müsste bald das Haus verkauft werden. Wir hatten Interesse bei meinem Onkel angemeldet, der den Schlüssel dazu hat. Er arbeitet im besagten Pflegeheim und verwaltet die Begebenheiten.

Nun ließ er über meine Mutter, seine Schwester, ausrichten, dass er das Haus über einen Makler verkaufen müsse. Das wäre seine Pflicht, da er das Sozialamt ja nicht "bescheissen" wollen würde. Er könne lediglich ein gutes Wort beim dann von ihm bestellten Makler einlegen.

Ich habe leider nichts in die Richtung gefunden wie der "normale" Ablauf ist, wenn ein Hausverkauf aus den besagten Gründen statt findet und ein Familienmitglied Interesse daran hat es zu kaufen.

Es ist ein älteres Haus und man müsste einiges investieren. Da würden noch zusätzliche Maklergebühren ganz schön abschrecken. Meine Oma würde sich freuen, wenn wir das Haus nehmen, damit es in der Familie bleibt, aber ich befürchte auf Grund des wechselnden Geisteszustands ist sie bereits nicht mehr geschäftsfähig etc.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von schelm1, 23

Einen falschen Verkaufswert schließt man duch ein Sachverständigengutachgen aus. Zur besseren Präsentation eines Veraufsangebotes ist ein vernünftiger Makler sinnvoll, der in aller Regel über bessere Möglichkeiten eines breiteren Angebotes zur Erreichung von mehr potentiellen Käufern verfügt.

Sollte der getaxte Wert unter einer Vielzahl vom Makler nachgewiesener potentielle Käufer nicht erzielbar sein, so können dessen Aktivitätenreporte z.b. eine Vormundschaftsgericht veranlassen, auch einem geringeren Wert die Zustimmung zum Verkauf zu erteilen.

Der hinweis des Onkels, beim "Makler" ein gutes Wort einzulegen, stimmt indessen besorgniserregend; hier sollte man sich eines neutralen Maklers bedienen, der keiner solchen Weisung folgt, sondern neutral agiert.! 

Antwort
von Pauly2016, 9

Meine Gedanken dazu:


Wenn ein Pflegefall eintritt, muss alles sehr oft sehr schnell gehen. Der Betroffene benötigt einen Platz in einer entsprechenden Einrichtung, und die Angehörigen stehen unter anderem vor der – wenig befriedigenden – Aufgabe, sich um die wirtschaftlichen und rechtlichen Angelegenheiten von Mutter, Vater oder einer anderen nahe stehenden Person zu kümmern. Dazu gehört in vielen Fällen auch der Umgang mit der eigenen Immobilie – was soll damit passieren?

Verbleibt es nicht in der Familie, wird es in aller Regel verkauft. Dafür bietet sich die Zusammenarbeit mit einem versierten Makler an. Er wird die Verkäufer von der Preisermittlung bis zum Notartermin begleiten und die Gespräche und
Verhandlungen führen – und der Familie, die durch den Pflegefall auch viele andere Sorgen, (lästige) Arbeit und auch Ärger abnehmen.

Der Makler kümmert sich um die Vermarktung auf den wichtigen Kanälen, er kennt womöglich bereits potenzielle Kaufinteressenten aus seinem Bestand, er vereinbart Termine und übernimmt die Besichtigungen. Und er sorgt dafür, dass es keinen Besuchs-Tourismus gibt. Denn die Praxis zeigt immer wieder, dass bei einer privaten Vermittlung Besichtigungen aus dem Ruder laufen können – auf
einmal stehen an einem Sonntagnachmittag 80 Personen vor der Tür und stapfen durchs Haus... Dies verhindert der Makler, er ist Partner und Vertrauter des Eigentümers beziehungsweise der Familie und steht ihr in schweren Zeiten zur Seite.

Dabei gilt natürlich: Eine professionelle Maklerleistung kostet Geld. Wenn ein Makler einen bestimmten Umfang an Tätigkeiten erbringt und für die Vermarktung in Organisation und Logistik investiert, ist es klar, dass das nicht ohne Gegenleistung geht. Will ein Makler dafür kein Honorar des Verkäufers, sollte dieser misstrauisch werden. Dabei kann die Honorargestaltung durchaus flexibel gestaltet werden, aber
eines ist klar: Das Maklerhonorar sparen zu wollen, kann teuer werden – gerade in einer schwierigen, stressigen Situation. Falls Du in NRW Hilfe benötigst: www.pauly-immobilien.de

Antwort
von WosIsLos, 15

Ein Gutachten über den Marktwert sollte reichen.

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