Frage von Lilian060186, 70

Muss ein Händler sein Angebot aufrechterhalten nach Verlassen des Geschäfts?

Ein Händler gewährt mir einen Sonderrabatt, ich sage zu verlasse das Geschäft, um mir Geld von meiner Mutter zu holen. Danach will der Händler mir den Sonderrabatt nicht mehr geben. Darf er das so einfach?

Antwort
von wfwbinder, 41

Kommt drauf an, wie ihr verblieben seid.

1. "Ich kann Ihnen das Teil für 200,- geben, wenn Sie sich jetzt entscheiden." "Ja mache ich. Ich hole nur kurz die 200,-, die ich gerade nicht dabei habe." Das ist ein Kaufvertrag.

2. "Ich kann Ihnen das Teil für 200,- geben, wenn Sie sich jetzt entscheiden." "Ich werde mal sehen, ob ich die 200,- zusammen bekomme. Dann komme ich wieder." Das ist kein Kaufvertrag.

Kommentar von Interesierter ,

Sehr schön erklärt!

Wobei die Frage zu stellen wäre, ob der Fragesteller minderjährig ist und sowieso erst die Erlaubnis der Mutter bräuchte. Dann hätten wir keinen Kaufvertrag.

Kommentar von wfwbinder ,

Dann kann ich es über die Frage: "gilt das Angebot bis in 3 Stunden" klären.

Antwort
von Sahaki, 26

"Dürfen" schon, er hat es dir ja nicht schriftlich gegeben - ob ihn das  allerdings als Geschäftsmann gut da stehen lässt....

Kommentar von kevin1905 ,

Verträge bedürfen nicht der Schriftform, mit ganz wenigen Ausnahmen.

Ob hier bereits ein Vertrag vorlag, ist also nicht davon abhängig, sondern ob es eine übereinstimmende Willenserklärung gab und sich diese im Zweifel beweisen ließe.

Antwort
von RobertLiebling, 30

Hattest Du das Angebot vor Verlassen des Geschäfts bereits ausdrücklich angenommen? Du schreibst zwar "ich sage zu", aber fraglich bleibt, ob dies vom Verkäufer auch als verbindliche Annahme registriert wurde.

Ansonsten ist unter Anwesenden das Angebot nur so lange gültig, solange das Gespräch andauert (§ 147 BGB).


Antwort
von Repwf, 45

Nein, darf er nicht, da ihr einen mündlichen Vertrag hattet - aber die Frage ist wie du das nachweisen willst...

Kommentar von FGO65 ,

Er hat ein Angebot gemacht, keinen Vertrag geschlossen

Kommentar von Repwf ,

Er macht ein Angebot, Käufer stimmt zu -- für mich ein Vertrag 

Antwort
von oxidator85, 22

Nach den Schilderungen unter Anwesenden wir das Angebot sofort angenommen (was ausgelegt werden muss - hier Tendenz ja)

Kurzum: Die Vereinbarungen müssten konkret betrachtet werden. 

Es ist also, wenn das Angebot im Geschäft angenommen wurde auch bindend. Die Verfügungen bleiben davon unberührt - d.h. Geld darf geholt werden, sei es so vereinbart, sonst gilt idR sofortige Bezahlung im Geschäft. Bleibt aber vom Kaufvertrag unter den Bedingungen unberührt. 

Man könnte noch problematisieren, wenn er die "Bedingung" gesetzt hat "zur sofortigen Bezahlung" willige er ein etc. könnte es auch an einem Kaufvertrag fehlen. Aber aus dem Sachverhalt so nicht zu entnehmen.

Kommentar von Interesierter ,

Hmmm, wenn der Fragesteller erst heim zur Mutter gehen muss, stellt sich mir die Frage nach der Volljährigkeit des Fragestellers.

Voraussetzung für den Abschluss des Kaufvertrages wäre ja wohl die volle Geschäftsfähigkeit.

Kommentar von oxidator85 ,

Das ist natürlich noch die nächste Problematik - müsste dann natürlich betrachtet werden.

Im Fall könnte es dann auf die Vorteilhaftigkeit der Willenserklärung - s. Gestaltungsrecht - ankommen etc. (Minderjährigenrecht)

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