Frage von wickedsick05, 98

Muss die Strafe nicht auch angepasst werden?

In Deutschland steigt die Lebenserwartung stetig an. Die Rente soll daran angepasst werden und wird es auch. Müsste nicht eigentlich auch die Strafen an die Lebenserwartung angepasst werden?

Mit einer Lebenserwartung von 70 (1960) fallen Haftstrafen von z.b. 15 Jahren größer aus als wie bei 80 Jahren(2014)

Das Alter steigt das Rentenalter auch aber die Strafen nicht. Richtig oder falsch?

Antwort
von kevin1905, 61
falsch. weil...

Der Sinn von Strafe ist grundsätzlich immer die Rehabilitation soweit möglich.

Für Mord gibt es lebenslange Freiheitsstrafe, da ist die Demopgrahie-Dynamik automatisch inkludiert.

Von Mord mal abgsehen denke ich auch, dass der Sinn immer sein sollte falsches Verhalten zu korrigieren und Menschen in die Gesellschaft zu reintegrieren. Sie länger wegzusperren nur aufgrund höherer Demopgrahie wird dem Ziel nicht gerrecht.

Antwort
von atzef, 32
falsch. weil...

Zwischen der Lebenserwartung und der Strafzumessug besteht schlicht kein Zusammenhang. Andernfalls müsste man sich Gedanken machen, wie man die individuell unterschiedliche "Lebenserwartung" mit dem Strafmaß korrelieren wollte.

Da aber niemand über eine Zukuntsglaskugel verfügt, bleibt diese Überlegung Nonsens.

Kommentar von KowloonCN ,

So ganz von der Hand zu weisen ist diese Überlegung nicht und deine Schlussfolgerung greift viel zu kurz.

Individuell unterschiedliche Lebenserwartung kann man ähnlichen Steigerungsbeträgen keine Grundlage sein zur Diskriminierung beider Gruppen, sondern legt eine Anhebung des allgemeinen Strafrahmens realostischerweise nahe.

Mit der AFD würde auch die Judukative drastisch umgekrempelt werden.

Auch würde das Argument, Hartz4 ist deshalb so exorbitant hoch, weil bei einer Streichung die meisten Betroffenen kriminell würden, unter der AFD nicht mehr anführbar, denn man würde diejenigen, die dann Beschaffungstaten begehen, rigoros in Untersuchungshaft nehmen. Dafür würde man auch den Zellenteiler in Gefängnissen deutlich reduzieren, was zu einer Vermehrfachung der Belegungszahlen pro JVA führen wird.

Expertenantwort
von DerHans, Community-Experte für Rente, 28

Was soll die Lebenserwartung mit Haftstrafen zu tun haben?

Übrigens heißt "lebenslänglich" tatsächlich lebenslänglich.

Es darf lediglich frühestens nach 15 Jahren ein Antrag auf vorzeitiger Haftentlassung gestellt werden. 

Das heißt noch lange nicht, dass diesem auch stattgegeben werden muss.

Kommentar von KowloonCN ,

Deswegen liegt der Schnitt bei lebenslänglich ja auch bei 19,9 Jahren, was immer noch alles andere als lebenslänglich ist, wie du durch Weglassen von zahlen zu suggerieren versuchtest.

Antwort
von MAB82, 62
falsch. weil...

Weil Strafen theoretisch resozialiseren sollen und nicht einfach nur Lebenszeit in Freiheit verringern sollen.

Kommentar von KowloonCN ,

Auf den Opfern und deren Angehörigen rumtrampeln nenne ich das. Jeder anständige Bürger, der sich immer an die Regeln hält wird auf diese Weise in den Dreck gezogen.

Kommentar von MAB82 ,

Wo diese primtive Rachedenken hinführt sieht man ja gut an der ausgelebten Sharia. Die Einstellung "Auge um Auge" führt zu Blutsfeden und einem unendlichen Kreislauf der Gewalt. Dragonische Strafen haben noch nie Verbrecher abgeschreckt oder bereits Geschehenes wieder gut gemacht.

Kommentar von KowloonCN ,

Schon wieder missinterpretiert. Rachegedanken und die Wiederherstellung eines vernünftigen Opfer-Täter Gerechtigkeits- und Wertschätzungsverhältnisses sind zwei paar Stiefel.

Die wenigsten Hinterbliebenen fordern hier die von Ihnen suggerierte Quälstrafe oder Schlimmeres. Es gibt jedoch noch ein grau zwischen ihrem unterstellten schwarz und der momentanen Situation in weiß. Ein Zwischending eben, bei dem den Hinterbliebenen auf gut deutsch posthum nicht noch in die Fresse gepisst wird.

Bitte nicht immer so einfach denken, wie das immer wieder notorischerweise der AFD unterstellt wird.

Antwort
von soissesPDF, 13
falsch. weil...

Das Strafmaß ergibt sich aus der Schuld, nicht aus dem Umstand der Lebenserwartung.

Der Anspruch der Gesellschaft auf Sühne ist mit Verbüßung der Strafe erfüllt.
Gleich ob der Täter hranch 60/70/90 oder 110 Jahre alt wird.

Auch Straftäter bleiben Bürger des Landes, mit gleichen verfassungsmäßigen Rechten.

Kommentar von wickedsick05 ,

Der Anspruch der Gesellschaft auf Sühne ist mit Verbüßung der Strafe erfüllt.

wer legt die Strafelänge fest? nach welchen Kriterien wurden sie festgelegt also nicht das Urteil sondern das Gesetz? Seit wann ist Lebenslänglich mindestens 15 Jahre und warum genau min. 15 Jahre und nicht 20, 25, 10, 5...?

Für die Tat "Mord" soll es in Zukunft nicht mehr automatisch die Strafe "lebenslänglich" geben. Dies ist ein Projekt des Justizministers Heiko Maas. Heute sitzen Mörder mindestens 15 Jahre, im Durchschnitt bleibt ein Mörder etwa 20 Jahre in Haft. Maas will, dass manche Mörder nur zu fünf Jahren verurteilt werden, bei guter Führung ist man dann bald wieder zu Hause.

http://www.tagesspiegel.de/politik/niedrigeres-strafmass-bei-mord-das-strafrecht...

Also lassen sich die Gesetze ändern und das "Strafmaas" herab und heraufsetzen. Also ist z.b. Geld für das Strafmaas entscheidend? weil die Gefängnisse sind voll und kosten Milliarden dann ist es besser man entlässt die Menschen wieder schnellst möglich... oder ideologische Gründe?

Kommentar von soissesPDF ,

Recht sprechen die Gerichte.

Theoretisch ließen sich per Gesetz auch 100 Jahre oder 500 Jahre Strafmaß vorsehen, nur weiter wärest damit nicht.
Das Maß der Dinge ist entscheidend.

Säßest Du wg. Mordes, ohne Hoffnung auf Entlassung, was glaubst Du würdest Du dann tun?
So ein Gefängnis besteht nicht im luftleeren Raum.

Heiko Maas (SPD), ist so neoliberal wie die SPD.
Stell Dir vor 20 Jahre Gefängnis = Kosten für den Staat pro Strafgefangenen 3.000€/Monat.
Kosten pro Hartz IV Empfänger/Single reden wir um 700€.
HartzIV Empfänger werden gegängelt und drangsaliert, bis zur Entwürdigung.
Was glaubst Du woran die staatstragende SPD denkt?

Kommentar von Unsinkable2 ,

Das Strafmaß ergibt sich aus der Schuld, nicht aus dem Umstand der Lebenserwartung.

Das ignoriert die Frage: Tatsächlich "sinkt" das Strafmaß mit steigender Lebenserwartung.

Der Anspruch der Gesellschaft auf Sühne ist mit Verbüßung der Strafe erfüllt.

Gleich ob der Täter hranch 60/70/90 oder 110 Jahre alt wird.

Auch Straftäter bleiben Bürger des Landes, mit gleichen verfassungsmäßigen Rechten.

Auch hier: Alles richtig. Doch die Frage wurde nicht beantwortet.

Sie lautet: "Warum sinkt das Strafmaß stetig? Warum 'kostete' beispielsweise ein Mord vor 30 Jahren noch gut 30% der Lebenszeit des Täters, in 30 Jahren aber weniger als 20%? ... Warum wird Mord also 'um 10% billiger'?"

Kommentar von soissesPDF ,

Das ist hahnebüschen.
Bei der Bemessung des Strafmaßes liest das Gericht nicht im Kaffeesatz wie alt der Täter eventuell würde, sondern legt ein gleiches Strafmaß für jeden Täter fest.
Gleich ob der Täter 20 Jahre alt ist oder 50 ist.
Wieviel Lebenserwartung ein Täter haben könnte ist kein Kriterium der Strafzumessung.

Nach 2/3 der verbüßten Haftstrafe kann das Gericht prüfen ob eine vorzeitige Entlassung mit der Reststrafe zur Bewährung erfolgen kann.
Nach 25 Jahren ist die Fahnenstange zu Ende und der Täter muss entlassen werden.

Der 20 jährige würde vielleicht 110 Jahre, der 50 jährige vielleicht 80 Jahre, das weiß ein Gericht nicht vorher, da Richter gewöhnlich keine Hellseher sind.

Kommentar von Unsinkable2 ,

Du hast die Frage immer noch nicht verstanden, soissesPDF...

Bei der Bemessung des Strafmaßes liest das Gericht nicht im Kaffeesatz wie alt der Täter eventuell würde, sondern legt ein gleiches Strafmaß für jeden Täter fest.

Richtig. Und das Strafmaß orientierte sich, als man es sich ausdachte, an der durchschnittlichen Lebenserwartung. 

... doch die steigt seitdem stetig und deutlich an. Also wird Mord "billiger". 

Wenn die Wissenschaft Recht behält (Und warum sollte sie nicht?), liegt die durchschnittliche Lebenserwartung irgendwann in naher Zukunft bei 120 Jahren. Nicht bei 60, wie zu Zeiten, als das Strafmaß "ausgedacht" wurde. Dann ist Mord um 50% billiger zu bekommen: Man verbringt weniger (durchschnittliche) Lebenszeit im Knast.

Und GENAU DARAUF stellt die Frage ab. Der Rest, den du da erzählst, ist unzweifelhaft richtig, er hat nur keinen - und wirklich GAR KEINEN - Bezug zur Frage. Du hättest als "Antwort" auf diese Frage also auch schreiben können: "Alle Gräser sind grün." Das hätte den gleichen inhaltlichen Bezug zur Frage und den gleichen Wahrheitsgehalt.

Das - und NUR DAS - ist es, worauf ich dich hinwies. 

Kommentar von soissesPDF ,

Deine Frage ist hahnebüschen.
Nach Deiner Fragestellung würde für einen AIDS- oder Krebskranken das Strafmaß schlicht "teurer" und für den Fitnessguru billiger.
So ist es nicht, das Strafmaß ist für Mord für alle Täter gleich.

Du kannst nicht unterschiedliches Recht einführen, nur weil die das Alter der Täter irgendeinen Preis vorgaugelt.

Antwort
von MCFritty, 50
richtig. weil...

Es geht nicht darum dem Menschen durch einen Gefängnisaufenthalt seine Lebenszeit in "Freiheit" zu verkürzen, sondern, dass er über seine Taten nachdenkt und resozialisiert wird. 


Edit: Hups, ich meinte natürlich falsch, weil...

Wobei 

"Das Alter steigt das Rentenalter auch aber die Strafen nicht. Richtig oder falsch?"

das finde ich richtig, weil...!!!!

Antwort
von voayager, 24

Du möchtest also den Weg des Inhumanen gehen, damit so dein Staat noch mehr abstrafen kann. Ist das dein Ernst ?

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