HappySpider am 27.10.2009 um 10:52 Uhr
Heisst das, dass zum Beispiel ein kinderloses Paar (wenn z.B. die Möglichkeit zur Schwangerschaft nicht gegeben ist) keine eigenständige Familie in dem Sinne ist? Oder was ist mit Paaren, die entweder noch keine Kinder haben oder garkeine haben wollen? Sind die dann auch keine eigene Familie? Genauso bei einem homosexuellen Paar? Ab wann ist man denn eine eigene Familie? Geheiratet wird ja oft auch nicht mehr.
Wie seht ihr das?
Die Frage stellt sich mir u.a. auch deswegen, weil ja z.B. ein Paar, was zusammenwohnt und lebt, und noch keine Kinder hat, sich häufig noch den Familienregeln der Ursprungsfamilie anpassen soll, und viele hin und hergerissen sind, weil sie eigentlich schon ganz eigene Werte in ihrer Beziehung haben, aber scheinbar nicht als eigenes kleines Familiensystem gelten.
Bin gespannt.
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Die Antwort ist, nein. Familien sind im Laufe der gesellschaftlichen Entwicklung immer kleiner geworden. Angefangen bei der Horde, Clan, etc. über die Großfamilie, zur Kernfamilie und zur Zwei-Personen-Familie. Falsch ist definitiv, dass es auf Liebe ankommt. Seit wann denn das? Familie basiert lediglich auf genetische Identität. Das ist allerdings im Aufweichen. Zukünftige Familienkonzepte können variable Zusammenschlüsse von mehreren Erwachsenen und Kindern aus verschiedenen Beziehung beinhalten, sowie mehr als zwei Generationen.
Was definitiv KEINE Familie ist, ist die Jungfer mit der Katze und der Computerfreak mit dem Hund. Haustiere sind keine Menschen. Sie lieben auch nicht. Menschen projezieren lediglich Gefühle auf Tiere. Wer so weit geht sie als Familienmitglieder zu bezeichnen, hat wohl Probleme soziale Bindungen einzugehen, weil sich lieber ein Tier sucht, dass ihn nicht widerspricht und nicht enttäuscht.
Auch keine Familie ist ein Zusammenschluss mit nur einer Generation. Familien dienen der Einführung in die Gesellschaft. Also bestehen sie immer aus mindestens einem Elternteil mit Kind. Keine kinderlosen Paare also, ob hetero oder homo. Sie sind Paare, keine Familien.
Heirat hat mit Familie nichts zu tun. Heirat ist ein Vertrag. Historisch dient er dazu die wirtschaftliche unselbständigkeit der Frau abzusichern durch einen Mann mit Einkommen. Dadurch wurden Kinder in ungleichen Geschlechterverhältnissen überhaupt erst ermöglicht. Es ist also tatsächlich auch von seinem historischen Ursprung lediglich eine Strafe für die Männer und eine Absicherung für Frauen ohne Recht auf eigenes Eigentum und Arbeit. Mit zunehmender Gleichberechtigung der Geschlechter wird dieser Vertrag zunehmen überflüssig. Im realen Leben, hat das ja schon an Bedeutung verloren. Das selbe geschieht verzögert mit den Normen und schließlich auch mit den Werten.
Familie passt sich wie jedes soziale System den Notwendigkeiten der Zeit an. Früher war Stabilität wichtig und große Gruppen um in ständiger materieller Not Kinder ernähren und aufziehen zu können. Heute leben wir im Überfluss, den wir uns durch immer stärker Arbeitsteilung, Mobilität und Flexibilität erkaufen. Familien müssen also auch flexibel werden und natürlich klein um mobil zu sein. Rollenaufgaben können nicht mehr starr festgelegt werden zwischen der Mutter- und der Vater-Rolle, sondern werden von Fall zu Fall flexibel verteilt. Wer und wie viele diese Rollen übernehmen bleibt dabei offen. Das ist die Familie der Zukunft.
Vielleicht wird Familie auch einmal völlig überflüssig, wenn z.B. der Staat die Erziehung der Kinder übernimmt, oder eine größere Gruppe alle Kinder gemeinsam aufzieht, ohne dass die genetischen Eltern besondere Ansprüche auf die Erziehungshoheit übernehmen und Kinder nicht mehr ihren biologischen Eltern zugeordnet werden. Klingt phantastisch? Ich schätze ein iPhone klang vor 150 Jahren noch genau so unmöglich, wie eine alleinerziehende Mutter. Abwarten.

die kleinste einheit einer familie können ein pärchen sein, eine mutter mit kind, oder ein vater mit kind. oder ein mensch mit hund/katze... da gibts glaub ich nur eine regel: hauptsache liebe.
Es gibt keine richtigen und falschen Definitionen, nur übliche und unübliche, sinnvolle und weniger sinnvolle. Wer zur Familie zählt, ist auch kulturell abhängig. In manchen Gesellschaften sind die Väter nicht mit den Kindern verwandt, da dort die Abstammung allein über die Mutter bestimmt wird. In hiesigen Kreise ist es allerdings üblich, ein Paar mit mehr als null Kindern, die auch adoptiert sein können, als (Kern-)Familie zu bezeichnen.

Nein, das ist dann ein Ehepaar - dass natürlich im Gesamtpaket in Hinsicht auf die anderen Familienmitglieder zu einer Familie gehört. Allerdings haben sie erst eine eigene Familie, wenn sie mind. 1 Kind haben - logisch.
HappySpider am 27. Oktober 2009 10:56 Also sind dann die oben aufgezählten Paarbeispiele keine eigene Familie.
Panikgirl am 27. Oktober 2009 10:58 Ist sehr schwierig dazu klar etwas zu sagen, weil sie im gewissen Sinne schon eine Familie sind bzw. einer angehören - aber sie haben keine "eigene" Familie gegründet.

Gewiss, ein Paar ist ein Paar, doch keine Familie. Das heißt aber nicht, dass es noch zur Ursprungsfamilie dazugehören muss. Es gehört nur zu irgendeiner oder beiden Ursprungsfamilien dazu, wenn es sich dazugehörig fühlt. Auch, wenn es Kind(er) gibt, gibt es ja noch die Ursprungsfamilien.