Frage von Mephi69, 267

Muss die Bank die Generalvollmacht anerkennen?

Meine Tochter ist seit zwei Monaten im Ausland und hat mir für Notfälle eine (nicht notariell beglaubigte) Generalvollmacht ausgestellt. Sie umfasst u.a. die Möglichkeit, "Rechtsgeschäfte und Rechtshandlungen vor(zu)nehmen, die (sie) auch selbst vornehmen könnte", insbesondere auch das Recht, "über (ihr) Vermögen ... zu verfügen". Die Bank will die Vollmacht nur dann anerkennen, wenn meine Tochter dies telefonisch (!!) bestätigen würde. Sie habe die Vollmacht nicht selbst vorgelegt bzw. die Bank informiert. Am Telefon sagte man mir, dass die Unterschrift auf der Vollmacht ja gefälscht sein könnte ... Dass im Gegensatz dazu ein Anruf (aus Australien) ausreichen soll, die Identität und den Willen meiner Tochter zu prüfen, scheint mir gewagt.

Kann die Bank eine Zusammenarbeit mit mir verweigern (z.B. das Vornehmen von Überweisungen ablehnen). Es wäre interessant eure Tipps zum weiteren Vorgehen zu lesen. Danke.

Antwort
von JomitRudel, 233

Ich weiss, dass Banken selbst Formulare haben, mit denen man bevollmächtigen kann. Die erkennen sie an, eine notarielle Vollmacht auch, aber "selbstgemachte" oft nicht.

Es gibt die Möglichkeit, eine Vollmacht die die Bank euch zur Verfügung stellt (bankintern) zu bekommen, die nach Australien zu schicken und dort beglaubigt unterschreiben zu lassen und dann zurückschicken. Wobei mir nicht klar ist, wieso nicht von dort aus die Geldgeschäfte geregelt werden können, über onlinebanking oder ähnliches.

Das Verhalten der Bank erscheint mir korrekt, auch wenn es jetzt gerade für euch nicht praktisch ist. Ich würde, wenn die eine einfache Lösung vorschlagen, diese auf alle Fälle annehmen, damit die Zusammenarbeit auch funktioniert und kein Konflikt entsteht. Hauptsache ihr könnt alles in eurem Sinn regeln.

Antwort
von DonCredo, 166

Hi! Ganz grundsätzlich verhält sich die Bank hier absolut richtig - das hättet ihr (sie!) vorher mit der Bank vereinbaren müssen und darüber solltet ihr euch nicht ärgern, das dient letztendlich eurem Schutz. Von der pragmatischen Seite versucht mal folgendes: wenn sie Onlinefreischaltung hat soll sie über den abgesicherten Bereich und mit tan-autorisierung einen entsprechenden Vollmachts-Auftrag erteilen - damit hat sie sich legitimiert und die bank kann eventuell hier tätig werden und eine vollmacht für dich anlegen. ggf. mal mit der Bank abstimmen. Gruss Don

Antwort
von BurgN, 161

Hallo,

für Banken sind selbstverfasste Vollmachten ein rechtlich unwägbares Abenteuer. Sie können weder beurteilen ob der Vollmachtgeber die Vollmacht selbst unterschrieben hat und unter welchen Umständen dies passiert ist.

Bei einer telefonischen Bestätigung muss Deine Tochter schon sehr gut bekannt sein. Außerdem müssen Kreditinstitute Kontobevollmächtigte entsprechend legitimieren, in einer Datei Speichern und diese Tatsache auch an eine Behörde melden.

Also ob die Bank die Vollmacht anerkennt ist Glückssache. Es ist in jedem Fall günstiger eine "normale" Bankvollmacht bei der Bank direkt zu erteilen.

Unabhängig davon müsstest Du bei - jeder - Nutzung der Vollmacht diese auch im Original vorlegen, denn die Vollmacht könnte in der Zwischenzeit entzogen worden sein.

Insgesamt eine Gruselige Konstellation.

Schöne Grüße

Antwort
von Mephi69, 116

Danke für die schnellen Antworten.

Nur gut, dass dann Behörden und andere Institutionen nicht Gleiches fordern, da man dann vor jeder Abwesenheit die Vollmachten vorsorglich bei allen möglichen Stellen, die man eventuell kontaktieren (lassen) müsste, vorsorglich und persönlich eine Generalvollmacht einreichen müsste. Ich war bis heute (wohl fälschlicherweise) davon ausgegangen, dass man eine Generalvollmacht gerade für diesen Fall erstellt ...

Kommentar von BurgN ,

Bei anderen Stellen geht es in der Regel nicht um so viel Geld und es ist üblicherweise eine "einmalige" Aktion und keine die mehrmals im Monat stattfindet.

Antwort
von Homing, 81

Banken akzeptieren nur ihre eigenen Vollmachten. Sie dürfen es gesetzlich zwar nicht, tun es aber. Eine Möglichkeit wäre, die Bank zu verklagen.

Doch warum ist im Vorfeld keine Bank- oder Konto-Vollmachten gestellt worden? Diese hätte unnötige Streiterien vermieden.

Im Zeitalter des Online-Banking ist es allerdings auch möglich, Bankgeschäfte über das Internet zu erledigen.

Antwort
von Mephi69, 79

Danke an alle, die geantwortet haben. Die Bank erkennt die Generalvollmacht inzwischen an, nachdem meine Tochter die Existenz einer solchen über Telefon bei ihrer Beraterin bestätigt hat. Demnächst wird also im Vorfeld das zu beachten sein, dass man nur die eigenen Formulare akzeptiert ... Hoffentlich kommen nicht andere auch noch auf diese umstrittene Idee ... Jedes Amt, jede Behörde etc. mit eigenen Formularen. Gib einem Deutschen ein Blatt Papier und einen Stempel und er eröffnet ein Büro.

Antwort
von bigftkiler, 83

Laut AGB Banken müssen Änderungen der Bank mitgeteilt werden. Somit verhält die Bank sich richtig.

Kommentar von bigftkiler ,

Es ist AGB Banken Nr 11 (1)

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