Frage von simjo,

Muss die Altersrente versteuert werden ?

Mein Vater bezieht eine sehr gute Altersrente, ist seit 2008 Witwer und hat einen Nichtveranlagungsbescheid bis 2009. Diesen haben wir der Bank vorgelegt, damit keine Abgeltungssteuer für Zinserträge über dem Freibetrag gezahlt werden muss. Gilt diese NVB auch auf die Versteuerung der Rente ? Weiß das vielleicht jemand ?

Hilfreichste Antwort von Siam1,
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Ab dem 1.1.2005 ist das Alterseinkünftegesetz in Kraft. Danach muss jeder Rentner, der 2005 in Rente ist 50 % seine gesamten Einkünfte versteuern. Der Besteuerungsanteil erhöht sich - gesetzlich geregelt - jedes Jahr um zwei Prozent. Ab 2020 bis 2040 noch um jährlich ein Prozent. Der Grundfreibetrag für jeden Bürger beträgt 7664 EUR.

Nicht jeder muss seine Rente versteuern Zu den Einkünften, die berechnet werden, zählen - neben der gesetzlichen Rente - auch Betriebsrenten, Zins- und Mieteinnahmen.

Steuerfrei bleibt auf jeden Fall eine Bruttorente von bis zu 1.550 Euro im Monat bei Singles (18.000 Euro im Jahr) und 3.100 Euro im Monat bei Verheirateten (37.200 Euro).

Das zu versteuernde Einkommen kann zudem reduziert werden um:

Grundfreibetrag Werbungskostenpauschbetrag usw. >>siehe>ratgeber.finanzen.

http://www.ard.de/ratgeber/finanzen/-/id=13258/nid=13258/did=254960/x1mk03/index.html

Kommentar von Siam1,

@simjo, habe mich noch nie mit dieser Frage beschäftigt, aber ich bin doch erstaunt, dass der A.nehmer, der seinen Verdienst versteuert hat, nun auch als Rentner sein Altersruhegeld wiederum versteuern muss.

Kommentar von Lissa,

Das liegt am Alterseinkünftegesetz.

Dafür werden die Rentenversicherungsbeiträge bald steuerfrei sein.

http://www.finanztip.de/recht/steuerrecht/alterseinkuenftegesetz-ratgeber.htm

Kommentar von Siam1,

DH.

Kommentar von Siam1,

Sorry, Link ging nicht: http://www.ard.de/ratgeber/finanzen/-/id=13258/nid=13258/did=254960/x1mk03/index.html

Antwort von Teddyle,
2 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

Die NVB gilt für die Versteuerung der gesamten Einkünfte. Nach §32a (6) trifft das für Deinen Vater für 2008 und 2009 zu. ("...bei einem verwitweten Steuerberechtigten für den Veranlagungszeitraum, der dem Kalenderjahr folgt, in dem der Ehegatte verstorben ist, wenn der Steuerpflichtige und sein verstorbener Ehegatte im Zeitpunkt seines Todes die Voraussetzungen des §26 Abs.1 Satz 1 erfüllt haben") Das heißt, sie dürfen nicht dauernd getrennt gelebt haben. Er braucht also für 2008 und 2009 weder auf seine Renten noch auf die Kapitalerträge Steuern zahlen.

Antwort von Wago1956,
1 Mitglied fand diese Antwort hilfreich

Nichtveranlagungsbescheinigung bedeutet, dass Dein Vater bei Aufstellung einer Einkommensteuererklärung unter Einbezug aller Einkünfte keine Steuern bezahlen müsste.

Also gilt das auch für die Rente.

Ab 2010 (also) in 2009 müsst ihr das wieder neu beantragen. Gilt meist für drei Jahre und nur, wenn sich die Verhältnisse nicht ändern.

Antwort von Lissa,
1 Mitglied fand diese Antwort hilfreich

Renten sind je nach Rentenbeginn zu einem bestimmten Anteil steuerpflichtiges Einkommen.

Die NV-Bescheinigung hat er vermutlich bekommen, als deine Mutter noch lebte.

Es kann gut sein, dass er mit seiner Rente und ggf.der Witwerrente jetzt steuerpflichtig geworden ist.

Das prüft man am besten, indem man eine neue NV-Bescheinigung anfordert oder eine Steuererklärung abgibt.

Antwort von Siam1,

Personen mit geringen Einnahmen wie Rentner, Studenten oder Kinder können bei Einhalten bestimmter Einkommensgrenzen einen Nichtveranlagungsbescheid beantragen, welchen sie ihrem Geldanlageinstitut einreichen. Dieses führt dann keine Abgeltungssteuer ab.

http://www.themen-pool.de/finanzen/geldanlage/abgeltungssteuer.html

Bei mehreren Banken braucht man für jede Bank einen, da nur Originalbescheinigungen von den Banken akzeptiert werden.

Kommentar von Siam1,

>>>> Bedeutet die Abgeltungssteuer für Geringverdiener und Rentner eine Verschlechterung?

Das wäre sie allerdings. Denn wer unter 15.000 Euro im Jahr verdient, bei dem liegt der Steuersatz unter 25%, also niedriger als die Abgeltungssteuer. Weil der Staat diesen Menschen ausdrücklich nicht noch tiefer in die Tasche greifen will als ohnehin schon, kriegen sie, wenn die Abgeltungssteuer kommt, bei der Steuererklärung Geld zurück. Nachteil: Man muss selber aktiv werden und bei der Steuererklärung die Anlage für Kapitalerträge auch ausfüllen. Das Geld findet den Rückweg nicht von allein.

>>>>> Rentner sollten Nichtveranlagungsbescheinigung beantragen

Selber aktiv werden, das ist auch das Stichwort für viele Rentner. Sie können z.B. beim Finanzamt eine Nichtveranlagungsbescheinigung beantragen. Das bedeutet, dass sie auf Zinsen und Dividenden von vorneherein keine Steuern zahlen müssen. Das gilt, wenn das zu versteuernde Einkommen inklusive Kapitalerträge nicht über 7.660 Euro liegt. Das hört sich jetzt wahnsinnig wenig an, aber bei vielen Rentner gibt es hohe Freibeträge für die Pension und Rente. Und was sie dann wirklich ansetzen müssen, liegt viel tiefer.

>>>>> Mit Bescheinigung drei Jahre abgeltungssteuerfrei

Die Verbraucherschützer sagen, gerade Rentner sollten sich unbedingt erkundigen, ob sie nicht diese Nichtveranlagungsbescheinigung bekommen können - beim Steuerberater oder auch direkt beim Finanzamt, denn die Finanzbeamten sind auch zu Auskünften verpflichtet. Wenn man die nämlich hat, dann führt die Bank für 3 Jahre keinerlei Abgeltungssteuer mehr ab - und das ist doch wirklich praktisch.

http://www.swr.de/swr4/rp/ratgeber/geld/-/id=263708/nid=263708/did=2894014/5ft9sl/index.html

http://www.piloh.de/zinsen-steuer.html

Kommentar von Siam1,

http://www.swr.de/swr4/rp/ratgeber/geld/-/id=263708/nid=263708/did=2894014/5ft9sl/index.html

Antwort von Anell,

Ich würde sagen, ja, gilt, bin jedoch keine Fachfrau. Anell

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