Frage von Lichtfusion, 116

Muss der Händler mir das Produkt um angegebenen Preis verkaufen?

Guten Tag!

Mir ist natürlich klar, dass das hier keinen Anwalt ersetzt, jedoch würde ich erst mal die Meinung von euch hören, um zu sehen, ob das Weiterverfolgen überhaupt einen Sinn hat.

Ich habe gestern einen Fernseher in einem OnlineShop gekauft. Heute kam eine EMail von dem Shopbetreiber, dass er den Vertrag ablehnen muss, da durch einen Fehler ihrerseits der Preis falsch angegeben war. Ich habe jedoch schon eine Bestellbestätigung mit dem alten, billigeren Preis. Der Verkäufer beruft sich in seiner EMail auf folgenden Teil in seiner AGB:

VERTRAGSABSCHLUSS: Die Angebote von [] im Internet sind freibleibend. Ihre Bestellung von Waren im [] Webshop stellt ein Angebot zum Abschluss eines Kaufvertrags dar. Der Vertrag kommt erst nach Annahme dieses Angebots durch [] zustande. [] behält sich das Recht vor, den Auftrag innerhalb von 3 Werktagen zu bestätigen bzw. abzulehnen. Die Auftragsbestätigung erhalten Sie per E-Mail.<

Ich wohne in Österreich und würde gerne wissen, ob ich eine Chance habe, den Fernseher um den alten Preis zu bekommen?

lg Lichtfusion

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von GibContr4, 42

Hallo Lichtfusion,
Leider sieht es schlecht aus, den Fernseher für den ''niedrigpreis'' zu bekommen. Was beinhaltet denn die Bestellbestätigung in ihrer Mail ?
Dies könnte ausschlaggebend sein.

Lg

Kommentar von Lichtfusion ,

Danke erstmals für die Antwort!

In der Mail steht folgendes:

"Anbei senden wir Ihnen die Bestellbestätigung. Wir werden Ihre Bestellung prüfen; sollten [] Sie in den nächsten 3 Tagen nichts Anderweitiges von uns hören, gilt diese Bestellung als akzeptiert und als Auftrag."

Ich weiß nicht genau, als was ich das jetzt deuten soll.

lg Lichtfusion

Kommentar von GibContr4 ,

Okay leider reicht diese Email nicht aus um an den Fernseher zu kommen, die Oberhand hat hier Leider die Firm. Tut mir leid :/

Antwort
von RobertLiebling, 74

Ich habe jedoch schon eine Bestellbestätigung mit dem alten, billigeren Preis.

Das ist vermutlich nur die gesetzlich vorgeschriebene Bestätigung, dass die technische Übermittlung der Bestellung geklappt hat. Eine Willenserklärung bzw. die Annahme Deines Antrags stellt diese Bestätigung regelmäßig nicht dar.

Keine explizite Auftragsbestätigung -> kein Vertrag -> keine Ansprüche.

Antwort
von OnkelSchorsch, 79

Nein. Der Verkäufer muss dir nicht versehentlich falsch ausgezeichnete Artijkel zum falschen Preis rausgeben. Steht so in den AGB und das ist auch völlig in Ordnung so.

Antwort
von WissensWisserDe, 41

Nein, hast du leider nicht. Dies ist auch gesetzlich geregelt.

§ 11 Anfechtbarkeit wegen Irrtums Der Verkäufer hat ausversehens einen falschen Preis angegeben. Somit kann er den Verkauf abbrechen.

Kommentar von WissensWisserDe ,

Habe diese Regelung auch noch für dich (Österreicher) rausgesucht.  § 871 ABGB

http://www.jusline.at/871_ABGB.html

Kommentar von Lichtfusion ,

Danke!

Kommentar von RobertLiebling ,

Anfechten muss man erst, wenn bereits ein Vertragsschluss zustande gekommen ist. Solange kein Vertrag besteht (keine übereinstimmenden Willenserklärungen), besteht auch keine Notwendigkeit zur Anfechtung.

Zumal bei der berechtigten Anfechtung der Anfechtende durchaus schadenersatzpflichtig werden kann.

Antwort
von 123dieanni, 76

Grundsätzlich ist zu Klären, ob Du eine Bestellbestätigung hast oder nur die Bestätigung, dass Deine Bestellung eingegangen ist. 

Liegt einen Bestätigung vor gilt das als "Angebotsannahme". Liegt keine Bestätigung vor, so gibt es keinen gültigen Vertrag.

Kommentar von Lichtfusion ,

Danke für die Antwort!

In der Mail steht folgendes:

"Anbei senden wir Ihnen die Bestellbestätigung. Wir werden Ihre Bestellung prüfen; sollten [] Sie in den nächsten 3 Tagen nichts Anderweitiges von uns hören, gilt diese Bestellung als akzeptiert und als Auftrag."

Ich weiß nicht genau, als was ich das jetzt deuten soll.

lg Lichtfusion

Kommentar von 123dieanni ,

naja, nun haben sie sich ja innerhalb der drei Tage gemeldet. Somit würde ich denken, dass kein Auftrag zustande gekommen ist.

Kommentar von RobertLiebling ,

Ich habe gestern einen Fernseher in einem OnlineShop gekauft. Heute kam eine EMail von dem Shopbetreiber, dass er den Vertrag ablehnen muss

Das klingt für mich so, als wäre die 3-Tages-Frist eingehalten.

Antwort
von tapri, 17

Fehler sind menschlich deshalb gilt folgendes: war es offensichtlich, dass der Preis viel zu niedrig war, dann kann der Händlich sein Angebot zurück ziehen. Der Klassiker war der Fall von Media Markt, als ein Mitarbeiter aus Versehen einen Fernseher statt für € 1.999.- für € 999.- ausgeschrieben hat. Das Gericht hat klar bestimmt, dass es sich offensichtlich um einen Fehler handelt und deshalb der Kunde keinen Anspruch auf den falsch ausgeschilderten Preis hat. War für dich klar, dass es kein Schnäppchen sein kann sondern ein Fehler, dann hast du keinen Anspruch

Antwort
von KDevil, 57

Sieht schlecht aus, da du den AGBs beim Kaufanschluss ja zugestimmt hast. Also kann er wie beschrieben den Vertrag auch ablehnen.

Antwort
von pemali, 35

Na da steht dich, er kann deinen kauf innert 3 tagen rückgängig machen, und das hat er. Aktzeptieren und wo anders einkaufen.

Antwort
von Kleckerfrau, 44

Nein, hast du leider nicht.

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