Frage von KSCHWA, 44

Muss in Luxemburg der Arbeitgeber zum Vorgespräch einladen, wenn er eine Kündigung nach 26 Wochen Krankheit einreichen will?

Kann der Mitarbeiter denn überhaupt zu einem Gespräch kommen, wenn dieser krank geschrieben ist?

Ich weiß, dass man nach 26 Wochen Krankheit vom Arbeitgeber in Luxemburg gekündigt werden kann, aber wie ist der Prozess? Wenn der Arbeitnehmer krank ist, kann er doch vllt. gar nicht zu einem solchen Vorgespräch kommen.

Antwort
von Interesierter, 21

Das was du als Vorgespräch bezeichnest, wird das BEM sein.

Ja, der Arbeitgeber ist gut beraten, wenn er zum BEM einlädt, denn ansonsten kann er sich das Papier für die Kündigug sparen.

Eine krankheitsbedingte Kündigung ist für einen Arbeitgeber immer ein schwieriges Unterfangen mit einer Menge Fallstricke. Sie ist aber nicht aussichtslos.

Schau mal hier. http://www.hensche.de/Rechtsanwalt_Arbeitsrecht_Handbuch_Kuendigung_Krankheitsbe...

Antwort
von noname68, 21

er sollte sich lieber von einem anwalt für arbeitsrecht beraten lassen, dass so eine kündigung zum scheitern verurteilt ist.

die rechtsprechung legt sehr hohe anforderungen an eine krankheitsbedingte kündigung; ein halbes jahr ausfall (mit nur 6 wochen entgeltfortzahlung) ist eigentlich "gar nichts"

wer aber z.b. in 5 jahren 37 x verschieden krank war und seinem unternehmen hohe kosten und probleme bereitet hat, der kann damit rechnen.

wehre dich "mit händen und füßen" gegen eine solche kündigung. anwaltskosten spielen keine rolle, bzw. da du gewinnen wirst, trägt das der beklagte arbeitgeber.


Kommentar von Interesierter ,

Da irrst du dich in mehrfacher Hinsicht. Von großer Bedeutung für die Wirksamkeit einer krankheitsbedingten Kündigung ist die positive bzw. negative Prognose für die Zukunft.

Wir wissen nun leider nicht, was dem FS fehlt und wann er wieder arbeitsfähig sein wird. Wir wissen nicht mal, ob dies irgendwann wieder der Fall sein wird. Daran hängt eigentlich die komplette Kündigung.

Weiter trägt bei Verfahren vor dem Arbeitsgericht jede Partei ihre Anwaltskosten selbst, egal ob sie nun gewinnt oder verliert.

Kommentar von noname68 ,

mal sehen, wer sich irrt. mit 35 berufsjahren als personaler, 8 jahre als laienrichter am arbeitsgericht und mit einem anwalt für arbeitsrecht in der familie habe ich relativ gute erfahrungen, und habe selbst als personalchef 2 x solche kündigungen erfolgreich durchsetzen können. alledings auch 2 x in ähnlicher hinsicht "verloren".

du vergißt neben dieser prognose, die selbstverständlich wichtig ist, die beiden anderen aspekte: die häufigkeit und dauer vorheriger erkrankungen und ihre kosten, bzw, mehrkosten durch ersatzpersonal. eine einmalige langfristige erkrankung kann max. die prognose erfüllen, aber kosten und ausfallproblem sind zu vernachlässigen!

und auch die these, dass jeder seine kosten alleine trägt ist falsch. die beklagte kann dazu auf antrg verurteilt werden, die kosten des klägers zu tragen.

Antwort
von wilees, 22

Nein muß er nicht. Was sollte dies nutzen?

Kommentar von PeterSchu ,

Lies mal im Sozialgesetzbuch IX §84:

"(2) Sind Beschäftigte innerhalb eines Jahres länger als sechs Wochen ununterbrochen oder wiederholt arbeitsunfähig, klärt der Arbeitgeber mit der zuständigen Interessenvertretung im Sinne des § 93, bei schwerbehinderten Menschen außerdem mit der Schwerbehindertenvertretung, mit Zustimmung und Beteiligung der betroffenen Person die Möglichkeiten, wie die Arbeitsunfähigkeit möglichst überwunden werden und mit welchen Leistungen oder Hilfen erneuter Arbeitsunfähigkeit vorgebeugt und der Arbeitsplatz erhalten werden kann (betriebliches Eingliederungsmanagement)."


Antwort
von stefan1531, 20

nein, zumindest nicht in Deutschland.

Kommentar von PeterSchu ,

Lies mal im Sozialgesetzbuch IX §84:

"(2) Sind Beschäftigte innerhalb eines Jahres länger als sechs Wochen ununterbrochen oder wiederholt arbeitsunfähig, klärt der Arbeitgeber mit der zuständigen Interessenvertretung im Sinne des § 93, bei schwerbehinderten Menschen außerdem mit der
Schwerbehindertenvertretung, mit Zustimmung und Beteiligung der
betroffenen Person die Möglichkeiten, wie die Arbeitsunfähigkeit
möglichst überwunden werden und mit welchen Leistungen oder Hilfen erneuter Arbeitsunfähigkeit vorgebeugt und der Arbeitsplatz erhalten werden kann (betriebliches Eingliederungsmanagement)."

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