Frage von AutoSchrauber86, 52

Muss der Arbeitgeber Mehrarbeit auszahlen und wieviel Mehrarbeit ist erlaubt?

Hallo ,

ich habe einige Fragen die erste mein Arbeitgeber möchte mal wieder meine knapp 300 Stunden nicht auszahlen und sagt diese müssen abgefeiert werden, was aber nicht klappt.

Ich habe gelesen das er das nicht anordnen kann sondern er sich mit dem Arbeitnehmer geeinigt werden müsse stimmt das?

und desweitern die Vertragliche Wochenarbeitszeit beträgt 40 Stunden real sind es seit Jahren 45 Stunden ist die rechtlich möglich?

LG AutoSchrauber

Antwort
von elektromeister, 22

Zu Frage 1

Die Forderung des Arbeitgebers die Überstunden abzufeiern ist rechtens. Allerdings muß er Dir auch die Möglichkeit dazu geben.

zu 2

Arbeitszeitgesetz § 3 Arbeitszeit der Arbeitnehmer


Die werktägliche
Arbeitszeit der Arbeitnehmer darf acht Stunden nicht überschreiten. Sie
kann auf bis zu zehn Stunden nur verlängert werden, wenn innerhalb von
sechs Kalendermonaten oder innerhalb von 24 Wochen im Durchschnitt acht
Stunden werktäglich nicht überschritten werden.

Die 45 Stunden je Woche sind also erlaubt, weil von Montag bis Samstag Werktage sind. Allerdings gilt das nur für die Verteilung auf 6 Tage je Woche. Sonst gilt 8 Stunden je Tag. Auch darüber sollte sich Dein Chef mal Gedanken machen.

Zuletzt noch ein wichtiger Aspekt: Deine Überstunden solltest Du dir schriftlich bestätigen lassen bzw. aus der Stundenabrechnung heraus kopieren und Archivieren. Denn: Überstunden sind es nur, wenn diese angeordnet worden sind oder im Nachhinein genehmigt wurden. Die bloße eigenen Führung eines Stundenkontos ist kein Nachweis für die Überstunden.

Zuletzt: Befolge den Tipp von Alexandra und frag Deinen Chef, ab wann Du und in welchem Umfang Stunden abbummeln kannst. Er muß Dir das dann mitteilen. Das auch bitte schriftlich, damit es nicht zu Missverständnissen kommen kann. Diese Mitteilung ist notfalls der Nachweis der Dir zustehenden Überstunden. Mit der Mitteilung fängt die Frist von 3 Jahren an zu laufen. danach hast Du keinen Anspruch mehr aus den Zeitguthaben. Das steht im BGB


§ 195 Regelmäßige Verjährungsfrist

Die regelmäßige Verjährungsfrist beträgt drei Jahre.
Deshalb ist auch der


§ 190 Fristverlängerung

Im Falle der Verlängerung einer Frist wird die neue Frist von dem Ablauf der vorigen Frist an berechnet.

 Wichtig. Denn nach jeder Fristverlängerung beginnt eine neue Verjährungsfrist.


Also nie die Frist ablaufen lassen.
Beispiel: Ein nicht bestrittenes Zeitguhaben aus dem Jahr 2011. Die Verjährungsfrist beginnt am 01.01.2012 0:00:00 Uhr und verjährt am 31.12.2015 um 23:59:59

Die Berechnung der Fristen ist nach BGB

§ 199 Beginn der regelmäßigen Verjährungsfrist und Verjährungshöchstfristen

(1) Die regelmäßige Verjährungsfrist beginnt, soweit nicht ein

anderer Verjährungsbeginn bestimmt ist, mit dem Schluss des Jahres, in
dem

1. der Anspruch entstanden ist und
2. der Gläubiger von den
den Anspruch begründenden Umständen und der Person des Schuldners
Kenntnis erlangt oder ohne grobe Fahrlässigkeit erlangen müsste.

So das waren nun genug §§ Damit sollte es getan sein.

Frohe Weihnachten und ein glückliches und gesundes Jahr 2016

Gruß Uli

Antwort
von Allexandra0809, 31

Wenn Du 300 Überstunden hast, so solltest Du Deinen Chef fragen, wann genau Du diese Stunden denn freinehmen kannst. Vielleicht kannst Du ja ab morgen die nächsten 2 Monate daheim bleiben?

Ist es nicht möglich, dass Du daheim bleiben kannst, dann muss die Zeit ausbezahlt werden.

Kommentar von AutoSchrauber86 ,

Vielen Dank für die vielen Antworten,

kann mir evtl. noch jemand sagen ob es Fristen gibt z.B. wenn ich nicht innerhalb 3 Monaten Überstunden abbauen kann das diese Ausgezahlt werden müssen oder so ähnlich

LG

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