Frage von apfel712, 39

Muß der Arbeitgeber bei zweiter Erkrankung wieder 6 Wochen zahlen?

Folgendes Szenario: ein Arbeitnehmer ist 47 Tage wegen Burn Out krank geschrieben. 42 Tage zahlt der Arbeitgeber, danach gibt es Krankengeld für die restlichen Tage. Krankschreibung geht bis Sonnabend. Sonntag ist arbeitsfrei. Montag dann eine neue Krankheit, eine Blasenentzündung. Muß nun der Arbeitgeber wieder neu zahlen da andere unabhängige Krankheit oder gibt es weiter Krankengeld? Bitte KEINE erhobenen Zeigefinger von irgendwelchen Moralaposteln!!

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Familiengerd, 22

Muß nun der Arbeitgeber wieder neu zahlen da andere unabhängige Krankheit oder gibt es weiter Krankengeld?

Für den beschriebenen Fall beginnt wieder ein neuer 6-Wochen-Zeitraumm für die Entgeltfortzahlung durch den Arbeitgeber.

Ein Arbeitnehmer muss nicht zwingend zwischen 2 Erkrankungen tatsächlich gearbeitet haben, damit die beiden Erkrankungszeiträume nicht als "zusammenhängend" gewertet werden.

Es reicht, wenn ein Arbeitnehmer dazwischen (theoretisch) hätte arbeiten können - in diesem Fall hätte der Arbeitnehmer am Sonntag also Arbeiten können, wenn er einen Sonntagsdienst gehabt hätte.

Wäre die zweite Erkrankung noch während der ersten aufgetreten  oder in unmittelbarem Anschluss an die erste, dann wären beide - verschiedenen - Erkrankungen zu einem gemeinsamen Zeitraum zusammengefasst worden, und der Arbeitnehmer hätte auch für die zweite Erkrankung weiter Krankengeld von der Krankenkasse und keine Entgeltfortzahlung vom Arbeitgeber erhalten

Antwort
von Paguangare, 39

Das würde mich auch einmal interessieren, ob eine "gesunde Phase" von nur einem Tag, die auf einem Sonntag liegt, dazu ausreicht, um zwei Krankheitsphasen voneinander abzutrennen.

Nach meinem Verständnis müsste ein Arbeitnehmer zumindest zwischen den beiden Krankheiten einmal einen Tag arbeiten, damit er nicht als kontinuierlich krank erscheint.

Wie dies rechtlich geregelt ist, weiß ich jedoch nicht.

Kommentar von Familiengerd ,

ob eine "gesunde Phase" von nur einem Tag, die auf einem Sonntag liegt, dazu ausreicht, um zwei Krankheitsphasen voneinander abzutrennen.

Ja.

Es reicht, wenn der Arbeitnehmer zwischen den beiden Erkrankungen (theoretisch) hätte arbeiten, wenn es z.B. eine Sonntagsschicht gegeben hätte (siehe meine eigene Antwort).

Antwort
von Cux1970, 35

Es kommt drauf an, was auf der Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung steht, Erstbeschenigung oder Folgebescheinung

Antwort
von Griesuh, 28

Bei jeder neuen Erkrankung mit anderer Diagnose als die vorherige Erkrankung  beginnt wieder die Lohnfortzahlung durch den AG.

Nur ob ein AG auf dauer solche ständigen Erkrankungen mitmacht ist fraglich.

Kommentar von Paguangare ,

In welcher Weise wird denn dem Arbeitgeber die Diagnose bekanntgegeben? An sich darf er doch aus Datenschutzgründen nicht wissen, an welcher Krankheit der Arbeitnehmer leidet.

Kommentar von Griesuh ,

Der AG erfährt keine Diagnose.

Das ist aber ganz einfach: bei einer neuen Erkrankung steht auf der AU : Erstbescheinigung!! und nicht Folgebescheinigung.

Kommentar von Familiengerd ,

Bei jeder neuen Erkrankung mit anderer Diagnose als die vorherige Erkrankung  beginnt wieder die Lohnfortzahlung durch den AG.

Das ist nicht richtig.

Das trifft dann nicht zu, wenn die zweite Erkrankung während der ersten Erkrankung oder unmittelbar daran anschließend auftritt.

Inn diesem Fall führt die zweite Erkrankung nicht zu einem neuen 6-Wochen-Zeitraum der Entgeltfortzahlung, weil beide Zeiträume dann zusammengefasst betrachtet werden.

Tut mir leid, Griesuh, ist nicht persönlich, sondern rein sachlich.

Kommentar von Griesuh ,

Lass es einfach gut sein.

Kommentar von Familiengerd ,

Sicher ... Hatte nur vorsichtshalber neuen Entgleisungen vorbeugen wollen. :-)

Antwort
von Belladonna1971, 39

Wenden Sie sich an den Arzt, der Sie arbeitsunfähig geschrieben hat. Es dürfte kein Problem sein.

PS: man kann nicht krank geschrieben werden. nur arbeitsunfähig! Es ist eine ganz andere Aussage!

Kommentar von Paguangare ,

Es stimmt schon, dass auf dem Schein "Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung" steht. Aber an sich wird man nicht von einem Arzt wegen irgendwelcher Umstände arbeitsunfähig geschrieben, die nichts mit Krankheit oder Verletzung zu tun haben. Höchstens könnte es noch um Schwangerschaft gehen (was ja keine Krankheit ist), wenn das Ausüben der Tätigkeit eine Gefahr für das Austragen des Kindes bedeuten würde.

Kommentar von Belladonna1971 ,

Darum heißt es in der Schwangerschaft Beschäftigungsverbot.

Es sind klar umrissene Begriffe, die wenig mit "nach meinem Verständnis", wie oben von Ihnen formuliert, zu tun haben.

Diese Begriffe werden genutzt, damit es eben nicht zu Missverständnissen kommt.

Kommentar von Paguangare ,

Es gibt nur für die allerwenigsten Berufe oder Tätigkeiten ein Beschäftigungsverbot während der Schwangerschaft.

Es kann vorkommen, dass eine bestimmte Tätigkeit für die eine Schwangere kein Problem ist, während die andere Schwangere sich davor hüten muss bzw. sie es körperlich nicht mehr hinbekommt, ohne dass sie jedoch krank wäre. Deswegen liegt dann eine Arbeitsunfähigkeit, aber keine Krankheit vor.

Ein Beschäftigungsverbot ist dagegen etwas, was in einer allgemeinen Norm geregelt ist, z.B.: Schwangere dürfen nicht mit bestimmten Gefahrstoffen umgehen. In Berufen, in denen man aber täglich mit diesen Gefahrstoffen umgeht, besteht ein Beschäftigungsverbot für Schwangere.

Kommentar von Familiengerd ,

@ Belladonna1971:

PS: man kann nicht krank geschrieben werden. nur arbeitsunfähig! PS: man kann nicht krank geschrieben werden. nur arbeitsunfähig! Es ist eine ganz andere Aussage!

Umgangssprachlich werden beide Formulierungen aber im selben Sinn genutzt.

Worin soll Deiner Meinung nach denn überhaupt der für die Beantwortung der Frage relevante Bedeutungsunterschied - den Du mit "Es ist eine ganz andere Aussage!" ja behauptest - liegen?

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