Muss Azubibereitschaft besonders vergütet werden?

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2 Antworten

Ist das überhaupt erlaubt?

Nein, ist es nicht.

Entweder Du hast Urlaub oder Bereitschaft.

Urlaub und Bereitschaft schließen sich aus. Urlaub ist die Befreiung von den Arbeitspflichten. Hier kann der AN/Azubi sich aufhalten wo er möchte und muss nicht "Gewehr bei Fuss" stehen. Der Zweck des Urlaubs ist die Erholung.

Hier mal ein kleiner Auszug aus dem Arbeitsrechtkommentar von Prof. Dr. Peter Wedde zum Bundesurlaubsgesetz:

"Der AN ist frei, wie er seinen Urlaub gestaltet. Eine selbstbestimmte Nutzung der Freizeit ist dann nicht gewährleistet, wenn der AN trotz Freistellung ständig damit rechnen muss, zur Arbeit abgerufen zu werden. Eine derartige Arbeitsbereitschaft lässt sich mit der Gewährung des gesetzlichen Erholungsurlaubs nicht vereinbaren.

Der Urlaubsanspruch des AN wird in diesem Fall nicht erfüllt. Desgleichen gibt es nach BUrlG grundsätzlich keinen Anspruch des AG gegen den AN, seinen Urlaub abzubrechen oder zu unterbrechen (BAG 20.6.2000 - 9 AZR 405/99). Eine darauf gerichtete Vereinbarung zwischen AG und AN ist unwirksam."

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Ich verweise zunächst auf die Ausführungen von "Hexle2" - zudem möchte ich Folgendes anmerken:

Für jeden Beruf gibt es einen allgemeinen Ausbildungsrahmenplan, in
dem genau steht, was Du wann in Deiner Ausbildung lernen sollst.

Außerdem muss Deinem Ausbildungsvertrag ein grober Ausbildungsplan
angefügt werden, in dem der Verlauf Deiner Ausbildung in Deinem Betrieb
aufgezeigt wird.

Der Ausbilder darf Dir nur Arbeiten auftragen, die dem
Ausbildungszweck dienen und im Ausbildungsrahmenplan stehen (§14 Berufsbildungsgesetz).

Da eine Rufbereitschaft keine Kenntnisse und Fertigkeiten vermittelt, die dem Ausbildungszweck dienen, dürfen (brauchen) Azubis grundsätzlich keinen Ruf- oder Bereitschaftsdienst machen.

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