Frage von Ichthys1009, 77

Muslim seit Geburt - welche Richtung?

Man ist ja durch die Geburt Muslim, weil Vater und/ oder Mutter muslimisch sind.

Meine Fragen:

Wird die genaue islamische Richtung, Konfession oder Rechtsschule auch mit vererbt?

Oder darf/ muss man sich da später für eine entscheiden?

Und falls man sich selber für eine andere muslimische Richtung entscheidet, wird das normal von der Familie schon als Glaubensabfall angesehen?

Und wie weit hat man persönlich dann noch einen Spielraum für eigene Gewissensentscheidungen, welchem Hadith/ Sunna/ Ahadith man nun zustimmt und welchem nicht?

Antwort
von michi57319, 22

Interessante Betrachtung. Als ich geboren wurde, war ich einfach ein religionsloser Mensch zweier Elternteile, die zudem katholisch und evangelisch waren.

Ich sollte mir selbst aussuchen, in welcher Richtung einer Religion ich mich einordnen möchte. So ging ich zwar in der Grundschule in den evangelischen Religionsunterricht, hatte eine Kinderbibel und besuchte aber auch mit meiner katholischen Cousine Sonntags die Messe.

Ich war 9 Jahre alt, als ich mich dazu entschied, evangelisch sein zu wollen. Erst dann wurde ich getauft.

Qua Geburt bin ich das Kind meiner Eltern, sonst nichts.


Antwort
von johncena361, 40

ich weiß nicht, ob meine antwort jetzt passt, aber ich denke dass man ohne jeglicher verpflichtungen oder religionen auf die welt kommt. man muss sich für nichts entscheiden.

aus ethischer sicht wäre es absurd, wenn deine eltern dich für deine entscheidungen verurteilen, wenn sie nicht mit ihren übereinstimmen. jeder soll das glauben, was er oder sie möchte.

Kommentar von Ichthys1009 ,

"ohne jeglicher verpflichtungen "

Wie soll das gehen? Jeder, der geboren wird, erhält Verpflichtungen.

Dadurch, dass du in einer bestimmten Familie aufwächst, musst du dich da einfügen und später auch für die Eltern sorgen.

Dadurch, dass du in einem bestimmten Land geboren wirst, erhältst du ebenso bestimmte Verpflichtungen. Früher war es der Wehrdienst, heute gibt es noch genug andere Pflichten.

Niemand wird so ganz frei geboren.

Kommentar von johncena361 ,

quatsch. ich bin mit überhaupt keinen verpflichtungen auf die welt gekommen. religion ist bei mir die kleinste rolle, allerhöchstens die tatsache, dass ich studieren und forschen gehen sollte waren eine art "verpflichtungen", die es bei mir gibt. wünsche von meinen eltern.

natürlich füge ich mich in meine familie ein, sie muss mich aber als individuum anerkennen. wenn ich begründet etwas nicht leisten kann oder will dann soll's eben nicht sein.

sich um die familie kümmern fällt bei mir unter die kategorie "moralisch/ethisch selbstverständlich". sich um die menschen kümmern, die einem am nächsten sind und sie sich um dich gesorgt haben für so viele jahre... das ist doch ohnehin klar (wenn mit den beziehungen alles glatt gelaufen ist)

welche verpflichtungen hast du denn bitte hier in deutschland?? oder in den niederlanden?? oder großbritannien? spanien, italien.. schulpflicht -l logisch. aber das ist doch auch selbstverständlich und klar: wieso soll der mensch sich bitte nicht weiterbilden wenn er die vorrausstzungen erfüllt und die möglichkeiten hat?

ich denke, dass du kulturelle sitten nicht mit verpflichtungen gleichsetzen kannst, da in jeder kultur andere sitten herrschen und sie nicht überall als verpflichtungen gelten.

aus rein ethischer sicht ist der mensch als tabula rasa geboren. frei von jeglichen verpflichtungen. erst der staat gibt dir was vor wie die familie. es sind aber eben keine naturgesetze sondern normen und werte, die man nicht eihalten muss, wenn sie mit dem eigenem gewissen oder willen nicht übereinstimmen. man kann auch aus dem land umziehen und die dort geltenen normen umgehen.

deswegen frage ich mich ehrlich gesagt warum man als muslim geboren wird. oder als christ. oder buddhist. gibt's für mich nicht. das ist für mich wiedersinnig. was wäre, wenn du zwar muslimische eltern hast, sie aber in einem imaginären szenario irgendwie umkommen und du stattdessen von einer anderen familie erzogen wirst ohne der "verpflichtung" dem islam beizutreten? dann wäre das ja völliger quatsch, dass man in eine religion geboren wird..

ist nur meine meinung. und ich beziehe mich auf allgemeingültiger logik, die sich nicht von persönlichen eindrücken beinflussen lässt. ein mensch als lebender organismus ist in erster linie ein einfaches lebewesen aus haut, knochen und zellen, mehr nicht.

Kommentar von Ichthys1009 ,

sehe ich irgendwie genauso wie du - frage mich nur, was du "quatsch" findest - du nennst einige Dinge "selbstverständlich", aber nicht Pflicht - kommt nicht auf die Wortwahl an - Gewissen und Pflicht sollten auch keine Gegensätze sein - also kein Grund zur Aufregung

Kommentar von johncena361 ,

du sagst: wenn man in einer bestimmten familie geboren wird, muss man sich einfügen.

das habe ich mit meiner aussge wiederlegt. es gibt von natur aus keine pflichten oder gesetze, nur im grunde genommen verhaltensweisen von menschen, die als pflichten definiert werden. deswegen habe ich deine verpflichtungen als quatsch bezeichnet - wohlgemerkt ohne dich beleidigen zu wollen.

also theoretisch müsstest du dich nicht deiner familie fügen, wenn du andere interessen verfolgst.

auch können pflichten in bestimmten ländern vermieden werden, indem man ausreist.

insofern kann man gewissenhafte tätigkeiten und pflichten in einer gewissen weise schon als gegensätze betrachten: eine pflicht erfordert bedingslose ausführung ohne protest. man macht's, weil's vorgeschrieben ist - "weil's eben so ist". das existiert eigentlich so nicht, wir machen uns das leben selbst so, indem wir pflichten erfinden.

etwas aus gewissen machen basiert auf einer pesönlichen entscheidung, mit der man besser leben kann. sei es also der familie später helfen oder einer religion beitreten oder gar religionslos verbleiben.

was ich versuche zu beschreiben ist dass menschen mit pflichten "konditioniert" werden, sozusagen damit erzogen werden obwohl es im grunde genommen keine gibt. man solle aus reiner selbstreflektion entscheiden ob ich einen bestimmten weg gehe oder nicht - dabei entscheide ich, ob es genau das richtige für mich ist oder eher nicht. und die selbstbestimmung besitzt jeder und sollte sie auch so verwenden. und nicht einfach hinnehmen und sagen: meine familie ist so und so und mein land so und so und deswegen bin ich auch so und so.

deswegen stört es mich immer wenn jemand sagt, er seie in eine sache hineingeboren. alles, was nicht physisch - also körperlich verbunden ist wie etwa eine behinderung - ist veränderbar. man soll sich nicht auf von anderen menschen-geschaffene pflichten beschränken lassen - ausgenommen natürlich sie tragen elementar zum zusammenleben mit anderen. also wie man sich halt in der öffentlichkeit verhält zum beispiel.

sich für etwas zu entscheiden und möglicherweise als glaubensabfall bezeichnet zu werden - von den eigenen eltern.. empfinde ich als vollkommen unnötig und nich korrekt. wenn es dich glücklich macht dann tu's. deine befürchtung ist dementsprechend nichtig.

Antwort
von saidJ, 34

Esselamu alejkum
Es kommt darauf an wie sehr du dich mit deiner Religion außernander setzt .
Wenn du dich nicht sonderlich damit außernander setzt empfehle ich dir dich für eine Rechtsschule zu entscheiden und dieser zu folgen .
Nur weil du einer anderen Rechtsschule folgst bedeutet das nicht das du kein Muslim mehr bist....
Möge Allah s.w.t es dir leicht machen

Antwort
von Jessy74, 12

Man wird nicht als Muslim geboren und eine Religion wird nicht wie ein Gen weitervererbt - eigentlich sollte man sich ja seinen Glauben selbst aussuchen an die man sich selbst zugehörig fühlt oder?

Was soll daran toll sein das ich an etwas glaube woran meine Eltern gebunden waren? 

Wo ist denn mein Part in dieser Geschichte? 

Bin ich nicht fähig meine Religion, mein Glauben und das was mich bewegt selbst zu bestimmen?

LG

Antwort
von MaxBaron, 6

Selam aleykum.

Das beste ist keiner Richtung anzugehören.

Wenn mich jemand frägt was bist du dann sag ich Muslim und nicht Sunnah Schia ect und wenn er sagt was für eine richtung sag ich InShaAllah auf der richtung des Koran und der Sunnah des Propheten (saws).

Wir Muslime sollen uns nicht spalten wir sollen eine Ummah werden und sein, weil Allah nennt uns im Koran Muslime und nicht Shia ect.

Wir sollten stolz auf den Namen Muslim sein!


Antwort
von hutten52, 20

In einem aufgeklärten Land gibt es die Bekenntnisfreiheit. Ab 14 Jahren darfst du dich religiös entscheiden, ob du Christ, Moslem, Buddhist, Pantheist, Atheist oder sonst etwas sein willst, ganz egal, was deine Eltern sind oder was sie wünschen. 

Wenn sie dir Schwierigkeiten machen und dich erpressen, dann verstoßen sie massiv gegen deutsche Gesetze und zeigen, dass sie nicht integrationswillig sind und nicht in unser Land gehören. Sie sollten dann wieder in das Land zurückgehen, in dem sie ihrem Glauben entsprechend leben können. 

Goethe sagt es so: "Wer sich den Gesetzen nicht fügen will, muss die Gegend verlassen, wo sie gelten."

Kommentar von Ichthys1009 ,

Die deutschen Gesetze kenne ich schon.

Meine Frage ging eher nach den muslimischen.

Kommentar von hutten52 ,

In Deutschland gelten die deutschen, staatlichen Gesetze, auch für Moslems. Es gibt hier keine moslemischen Gesetze. Die gelten nur in Saudiarabien, Iran etc.

Kommentar von Ichthys1009 ,

Offenbar hast du meine Frage gar nicht richtig gelesen.

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