Frage von Gepatcht, 209

Muskelaufbau beim 6 jährigen Pferd?

Hallo,
Meine 6 jährige reitbeteiligung hat nicht besonders viele Muskeln besonders im Rücken Bereich, was gibt es für Übungen oder Zusatz Futter. Die wenigen Muskeln zerstören das Bild irgendwie.

Expertenantwort
von VanyVeggie, Community-Experte für Tiere, 80

Hallo, 

durch korrektes Longieren, das ist schon richtig. Allerdings nicht ausgebunden longieren, sondern mit Kappzaum. Siehe dazu mal den Online Longenkurs von Babette Teschen. 

Ausgebunden kann ein Pferd weder in korrekte Stellung und Biegung gehen, noch kann es den Rücken aufwölben. Das sieht nur so aus. Wenn man sich etwas mehr damit beschäftigt, dann merkt man das das physikalisch gar nicht möglich ist und das die Gelenke durch die Ausbinder nur belastet werden. Es kommt zu Verspannungen und Blockaden. Unter Umständen auch zur Arthrose. 

Zurück zum Muskelaufbau: Du könntest mit dem Pferd noch "klettern" - im hügeligen Gelände spazieren und Stangenarbeit machen. 

Mit freundlichen Grüßen

VanyVeggie

Kommentar von Gepatcht ,

Leider haben wir nur ein gerades ausreit Gelände aber ich gucke mir das mal an mit dem Kurs Dankeschön :)

Expertenantwort
von Dahika, Community-Experte für Pferde, 77

Man kann mit Futter keine Rückenmuskulatur aufbauen.

Gymnastik ist da vonnöten. Gutes gekonntes Longieren! (Was man in 95% aller Fälle freilich in den Reitställen sieht, ist Zentrifugieren, und das baut keine Rückenmuskulatur auf und verschleißt die Beine.). Such dir einen RL und lass dir das richtige Longieren, am besten am Kappzaum, zeigen.

Dann musst du schauen, ob der Sattel passt. Mangelnde Rückenmuskulatur ist sehr oft einem nicht passenden Sattel geschuldet. Also Sattler kommen lassen.

Tja, und dann halt gymnastizierendes Reiten. Reiten in Dehnungshaltung. Und wenn du ausreitest, lass das Pferd viel im Schritt Berge und Hügel hinaufklettern. Wenn du so ein Gelände hoffentlich hast. Du musst dafür nicht in den Bergen wohnen, aber Hügel sind schon sehr hilfreich. Man geht dazu in den leichten Sitz und lässt das Pferd im Schritt hochackern. Anstrengend, aber effektiv.

Insgesamt: richtig reiten reicht.

Expertenantwort
von Baroque, Community-Experte für Pferde, 26

Wir versuchen hoffentlich alle generell nicht ein Bild zu erfüllen, sondern lassen das Pferd so aussehen, wie es ihm gerecht wird.

Leider sehe ich heute oft das Gegenteil: Pferde, die freizeitmäßig gearbeitet werden, also in der Woche kaum mehr als 10 Stunden leicht geritten werden, müssen rund und propper aussehen wie Leistungssportpferde - und damit entstehen vermehrt Stoffwechselerkrankungen. Vor noch nicht so vielen Jahren (ich erinnere mich da noch gut an die 1990er) war so ein Pferd einfach kantig, weil es von dem bisschen keine Bodybuildermuskeln hatte. Heut wird hingefüttert, was nicht hin trainiert wird. Die Pferde bieten es an, weil sie gut Fett in ihre Muskeln einlagern, d.h. der Muskel wird mehr, obwohl nix dran trainiert wird.

ICH freue mich, wenn ich ein Freizeitpferd nicht gar so rund sehe, weil ich weiß, das wird auch im Alter noch vernünftig leben können ohne EMS & Co.

Die meisten Muskelaufbauprodukte sind eher "Augenwischerei". Das, was grundsätzlich benötigt wird, bekommen die Pferde am besten über ihr Grundfutter. Natürlich kann man ein bisschen mit Aminosäuren etc. arbeiten, aber das unterstützt bestenfalls. Die Arbeit muss man noch selber machen.

Wie Arbeit unterstützend wirken kann, ist mit nur zwei Worten auszudrücken:

KORREKT arbeiten.

Das heißt OHNE Hilfsmittel, die das Pferd in eine äußere Form nötigen, der sie muskulär nicht gewachsen sind - zudem, wie schon oft erwähnt, bleibt mit jeglichen formgebenden Hilfsmitteln die Bewegung im Pferd stecken, das Becken des Pferdes sieht man da oft genau anders rum kreisen als es sein müsste.

Mit passender Ausrüstung. Sei es der Kappzaum, der Trensenzaum oder erst recht der Sattel. Wenn die Ausrüstung nicht passt, kommt es neben Druck- oder Scheuerstellen auch gern mal zu fehlerhafter Einwirkung und man erzielt nicht die gewünschte Wirkung.

Und nicht zuletzt halt mit der richtigen Lehre. Wer nicht gelernt hat, ein Pferd korrekt über den Rücken zu reiten oder zu longieren, muss sich dies eben aneignen, bevor er wirklich zu aufbauender Arbeit kommt. Schwierig wird es dann, wenn es, wie im vorliegenden Fall eine Reitbeteiligung ist und möglicherweise der Besitzer Defizite hat oder nicht verstehen will, wo die Ausrüstung vielleicht nicht so passt. Da kann man dann ständig beheben, was der Besitzer falsch macht und wird eigentlich nie zu einem Punkt kommen, wo produktiv was vorwärts geht.

Wichtig grade für junge Pferde - und deshalb sind die auch lang kantig - ist, dass sie sich erst mal im Gradeaus stabilisieren und in die Biegung erst gehen, wenn sie im Gradeaus eine gute Balance haben. Dazu gehört schon auch, dass sie sich korrekt dehnen. Und DAS ist eine nicht zu leichte Aufgabe für einen Jungpferdetrainer, auf der Geraden die korrekte Dehnung her zu bringen. Wenn die da schon ein bisschen aufgemuskelt haben und die Balance haben, kann man sie in die Biegung führen. Viele Menschen müssen das früher schon machen, weil es vom durchschnittlich bewegungsbegabten Menschen viel, viel abverlangt, im Gradeaus wirklich korrekt zu arbeiten.

Expertenantwort
von Heklamari, Community-Experte für Pferde, 12

Das longieren ist hier ja ausreichend diskutiert bzw vorgeschlagen worden. Aber manchmal können kleine Tricks das Training verbessern: Ich hab gute Erfahrungen mit dem Intervall training gemacht, also egal ob du longierst, reitest oder mit Pferd läufst: wechsel dabei alle 30 Sekunden bzw alle 50 m das tempo oder die Geschwindigkeit. Nach 1~2 Wochen alle Minute bzw alle 100 m. Dazu kommt stangen~ & cavaletti Arbeit in Schritt und Trab, wenn Du keine Hügel hast, such dir tiiiefen sand, trockene Gräben u.ä. um die hinterhand zu kräftigen und den rücken auch. Übe täglich vor und nach der Arbeit 2~3 mal den bauchheber, das geht gut und tut Pferd gut. Und besser täglich 2mal 15~20 Minuten üben als 30~40 Minuten am Stück. Verbinde das Training doch mit einem Spaziergang von ca 30 Minuten, dann hat Pferd mehr Freude an der Arbeit...

Expertenantwort
von friesennarr, Community-Experte für Pferde, 95

Anfüttern kann man keine Muskeln - lediglich leicht unterstützen durch die Fütterung von Aminosäuren.

Alleine die mehrarbeit die der Muskel langsam steigernd machen muß führt zu Muskelanbau.

Ein Muskelanbau muß aber auch an den richtigen Stellen erfolgen, somit braucht man gezielte Arbeit.

Hier hilft sowas: www.wege-zum-pferd.de

Antwort
von Viowow, 38

korrektes longieren am kapzaum. ohne ausbinder und mit einem trainer, der das kann(gibts leider nicht so oft...)

ich empfehle dir den longenkurs von babette teschen

Antwort
von Boxerfrau, 17

Genügend Bewegung auf der Koppel am besten Hügellig. Im Gelände berg auf. Longieren, stangen arbeit.
Ja es gibt Zusatzfutter zum Muskelaufbau. Aber das ist sicherlich nicht sonderlich gesund..

Antwort
von AlisaRu, 69

Füttere Equitop Myoplast! Wirkt Wunder :-)

Kommentar von friesennarr ,

Man kann keine Muskeln anfüttern, das ist ein trugschluss. Muskeln kann man nur aufbauen durch Arbeit und man kann sie minimal unterstützen durch bestimmte Aminosäuren - alles andere ist Humbug.

Kommentar von AlisaRu ,

oft ist der Muskelaufbau aber behindert durch fehlende Mineralstoffe. Equitop ist ein kleiner Booster und hat meinem Pferd nach einer langen Zeit des Muskelschwunds wegen borreliose wieder auf die Beine geholfen. Natürlich gehört das richtige Training dazu!! Ohne geht auch bei dem Futter überhaupt nichts.

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