Frage von Kawiku, 110

Musikhausaufgabe - Sexistisch?

Wir haben im Musikunterricht die Aufgabe bekommen, dass wir ca. jeweils 15 Jungs und 15 Mädchen fragen sollen, welche Musik sie am liebsten hören. Dazu sollen wir dann anschließend noch eine Auswertung machen. Unsere Lehrerin meinte, es gibt "Mädchenmusik" und "Jungsmusik" Am Ende wird wohl dann auch ein Ergebniss rauskommen, wo man ungefähr sehen kann, das es natürlich Unterschiede im Geschmack gibt. Jedoch würden ganz viele aus meiner Klasse einfach sagen, dass Jungs am liebsten Rap hören und Mädchen die jetzigen Charts.

Ist das nicht eine ziemlich sexischtische Aufgabe? Das dann auch noch in der Schule... Man kann doch keine Aussage wie "Jungs hören am liebsten...., Mädchen wiederum eher...." raushauen.

Ist das in Ordnung?

Antwort
von PolluxHH, 45

Sexismus ist eine Form der Diskriminierung, die dann vorläge, wenn man geschlechtsspezifisch den Zugang zu musikalischen Werken beschränkte. Hier liegt keine Beschränkung vor, sondern nur eine durch Studien gestützte  Vorabfeststellung, daß der durchschnittlich gehörte Musikmix bei männlichen Jugendlichen deutlich von dem weiblicher Jugendlicher abweicht. Dies ist eine belegbare Tatsachenbehauptung und damit nicht sexistisch.

Merke: die reine Benennung eines belegbaren Unterschieds ist nicht sexistisch, denn dann wäre die Unterscheidung zwischen männlich und weiblich schon als solches sexistisch und es dürfte auch keine Frauenärzte geben, da dies schon auf der Feststellung physischer Unterschiede beruhte und damit in Deinem Sinn sexistisch wäre. Um der Sexismusdebatte zu entgehen, wäre auch wieder davon zu sprechen, daß z.B. Störche die Kinder brächten, denn alleine die Feststellung, daß Frauen Kinder gebärten, Männer aber nicht, wäre dann sexistisch.

Antwort
von MichaL81, 74

Was soll denn daran sexistisch sein?

Dann wäre ja ein Schuhladen auch sexistisch. Die trennen doch Inder tat Schuhe für Frauen und für Männer. Teilweise sogar in ganz anderen Regalen.

Man kann's auch übertreiben 🙄

Kommentar von triopasi ,

OMG KRASS DU HAST RECHT! Schulädwn sind sexistisch! Aber alle anderen Kleiderläden doch auch?! xDD

Kommentar von LouPing ,

Hey triopasi

Nö, du kannst dir ohne Bedenken Kleidung und Schuhe des anderen Geschlechts kaufen und natürlich auch tragen. 

Kommentar von MichaL81 ,

Neeeeeeeeeiiiiin!!! Haben die sich denn alle verschworen?

Antwort
von Frankfurt545, 56

Nö warum, ihr habt doch bestimmt auch getrennt Sportunterricht. Da wäre das doch ungefähr genauso ,,Sexistisch".

Antwort
von shrimpiiFTW, 42

Nein wieso es gibt viele Studien die nach geschlechern getrennt die Unterschiede ermitteln wollen was ist denn an einem Geschlecht schon wieder sexistisch?!

Antwort
von Grillmax, 30

funktioniert google oder wiki bei dir nicht?

Wieviel genau weisst du bisher über den Begriff "sexismus"?

Man kann doch keine Aussage wie "Jungs hören am liebsten...., Mädchen wiederum eher...." raushauen.

Warum denn nicht?

Ist das in Ordnung?

Ich finde schon - du sollst es ja selber erfragen und eben nicht mit einer vorgefassten Meinung an die unterschiedlichen Musikgeschmäcker rangehen.

Antwort
von Kickflip99, 37

Ok die Antworten hier machen mir Angst.

Ja, das ist sogar extrem sexistisch. Es gibt zwischen Jungs und Mädchen ausschließlich anatomische Unterschiede, alles andere ist anerzogen.
Das ist wissenschaftlich alles belegbar.
Aber offensichtlich finden die Leute es auch im 21. Jahrhundert noch schön, in alten Kategorien zu denken und freuen sich, Männer und Frauen so toll in Schubladen stecken zu können.
Gut jedenfalls, dass es dir auffällt, wenn du mal Kinder hast, werden die sicherlich keine Sexisten.

Kommentar von itsme21 ,

Ist diese Antwort jetzt wirklich ernst gemeint? Klingt zumindest danach, aber irgendwie kann ich es nicht so recht glauben.

Kommentar von GaudiXXL ,

Bitte mal die Definition von Sexismus nachschlagen. Sexismus beschreibt die Diskriminierung eines Geschlechts, nicht die Suche nach Unterschieden zwischen verschiedenen Geschlechtern.

Die Aufgabe wäre dann sexistisch, wenn sie mit einer diskriminierenden Behauptung einher ginge - beispielsweise dass ein Geschlecht einen bestimmten Musikgeschmack hätte, weil es dafür genetische Veranlagungen gäbe - und dann auch nur unter dem Gesichtspunkt, dass Schüler eventuell noch nicht zwischen einer wissenschaftlichen Behauptung und dem Ergebnis differenzieren können. 

Es gibt Unterschiede zwischen den Geschlechtern. Ich kann mir vorstellen, dass es auch - biologisch bedingt, beispielsweise durch unterschiedliche Hormonbildung - tendenzielle Unterschiede im Musikgeschmack der Geschlechter gibt. Ebenfalls kann ich mir vorstellen, dass es - bedingt durch die Erziehung - solche Unterschiede gibt. Das sind beides legitime Theorien, die man wissenschaftlich untersuchen könnte. Sexistisch wäre es erst, wenn man ein Geschlecht im Musikgeschmack einschränken würde, sofern es dafür keinen wissenschaftlichen Grund gibt (womit ich natürlich nicht behaupten möchte, dass es einen Grund gäbe!).

Die reine Untersuchung von Geschlechterunterschieden ist nicht sexistisch und bedroht auch kein Geschlecht. Es kommt darauf an, welche Schlussfolgerung man aus solchen Untersuchungen zieht.

Kommentar von Kickflip99 ,

Das ist eine sehr wohlwollende Ansicht über die Intention des Lehrers / der Lehrerin. Es geht aber hier wohl nicht um eine umfangreiche wissenschaftliche Untersuchung, als eher darum, herauszuarbeiten, _dass_ es bestimmte Unterschiede im Musikgeschmack gibt.
Falls es die gibt (was ich extrem bezweifeln würde) wären sie anerzogen, da es bereits hinreichend untersucht ist, ob es genetische Unterschiede in Bezug auf die Persönlichkeit von Mann und Frau gibt.

Wenn man jetzt im Schulunterricht die Aufgabe gibt "findet heraus, welche Musik Jungs und welche Musik Mädchen hören" fordert man damit heraus, das die Klasse am Ende bei platten sexistischen Klischees landet wie "Jungs hören aggressive Musik, Mädchen eher sentimentale". Und diese Stereotype zu verbreiten ist ein Teilbereich von Sexismus, mE sogar der schlimmste.

Antwort
von triopasi, 65

Was ist daran Sexistisch?? Haben die Mädchen nen Nachteil dadurch dass sie andere Musik hören? Total unnötige Aufregung deinerseits.

Es ist halt meist so, dass Mädchen eher was anderes hören als Jungs...

Kommentar von Kickflip99 ,

Wo wohnst du dass Mädchen da was anderes hören als Jungs? Was für ein sexistischer Schwachsinn.

Antwort
von askin1, 31

Nein, finde ich nicht, es geht in der Hausaufgabe ja um Tendenzen, und die gibt es nun mal allemal zwischen den Geschlechtern. 

Antwort
von DieKatzeMitHut, 29

Sexistisch wäre es, wenn deine Lehrerin sagen würde, dass Mädchen nur Popmusik hören dürften und Jungs nur Rap.

Durch eine Umfrage herauszustellen, ob es zwischen den Geschlechtern gewisse Tendenzen der bevorzugten Musikrichtung gibt, hat nichts mit Sexismus zu tun, nein..

Antwort
von SaVer79, 39

Wenn diese Aussage sachlich fundiert ist - also durch die Ergebnisse der Umfrage belegt wird....Warum nicht?

Antwort
von Milb3, 25

Bevor du solche Behauptungen aufstellst solltest du dich erstmal mit dem Begriff sexismus auseinandersetzen.

Antwort
von Mikromenzer, 34

Was hat das mit Sexismus zu tun?

Nein es ist nicht sexistisch.

Definition Sexismus:

Bezeichnung für alle Formen der Unterdrückung und der Benachteiligungen aufgrund der Geschlechtszugehörigkeit.

Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Sexismus

Kommentar von Kickflip99 ,

Vielleicht den Artikel dann auch lesen? "Geschlechterstereotype" wird erwähnt, das ist Sexismus.

Antwort
von DaMuruk, 41

Das ist vollkommener Quatsch. Es ist ein Fakt, dass sich Jungs und Mädchen in ihrem Geschmack unterscheiden. Das ist genetische Veranlagung. Punkt.

Kommentar von PolluxHH ,

Genetische Veranlagung? Das halte ich für ein Gerücht, hier gehe ich eher von einer Kombination von frühkindlicher Sozialisation und Sozialverhalten in gleichgeschlechtlichen Peer-Gruppen aus. Man möchte einem geschlechtsspezifischen Rollenverhalten entsprechen, welches einem schon als Kind vermittelt wurde (Jungs haben Autos und Fußball zu mögen etc. ...) und dies wird über eine gruppenkonforme Entwicklung des Musikgeschmacks bedient. Für eine genetische Veranlagung gibt es meines Wissens keine Belege.

Kommentar von flaglich ,

Ihr argumentiert beide sehr fragwürdig. Wenn ich mich nach meinem Musikgeschmack frage und seiner Entwicklung über die Jahre kann ich nicht glauben, dass das genetisch bedingt ist. Frühkindliche Sozialisation und Peergroup hören sich gut, aber ich glaube wirklich nicht, dass meine Mutter mir damals Jazz vorgespielt hat und mit meinem Musikgeschmack lag ich häufig neben meinen Peers.

Allerdings sind Frauen selten die Coltrane kennen und lieben.  

Kommentar von PolluxHH ,

Wir sprechen hier von dem Musikgeschmack bei Jugendlichen, entsprechend habe ich hier auch den Schnitt in der Betrachtung gesetzt. Hinsichtlich Mode etc. ist bei Jugendlichen eine deutliche Definition von Geschmack über Gruppenkonformität gegeben, die sich in den meisten Fällen über Klischees ergibt, die frühzeitig antrainiert werden. Dies habe ich auf Musik übertragen.Eine Individualisierung findet oft erst deutlich später (der Beginn ist individuell sehr unterschiedlich) statt, die ich auch keinesfalls ausgeschlossen haben wollte. Durch diese Individualisierung aber verliert sich auch die Signifikanz der geschlechtlichen Auffächerung auf die Genres. Ich nehme an, daß Du mit 14 oder 15 noch nicht wirklich Jazz gehört hast und nur über diese Altersgruppe schrieb ich.

Es ist also ein Jugendphänomen mit geschlechtsspezifischer Prägung, kein geschlechtsabhängiges und altersunabhängiges Phänomen, wie es eine genetische Veranlagung bewirken müßte. Mehr wollte ich nicht sagen. Mir ging es nur darum festzustellen, daß ein Junge, der keinen Rap mag, sondern lieber Gustav Mahler hört, dadurch nicht als genmutiert und krank zu bezeichnen sei, ich wollte keine abschließende Abhandlung leisten.

Mir sind übrigens recht viele Frauen bekannt, die Coltrane lieben, allerdings dann doch eher etwas modernere Jazzrichtungen bevorzugen, weil sie live gespielten Jazz als authentischer empfinden, wenn er nicht als Adaption eines klassischen Stils daherkommt.

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