Frage von einandererseits, 25

Musikalische Ausbildung/Studium/Kurs für ein Jahr?

Ich bin produziere Musik seit einigen Jahren und möchte nun für ein Jahr mich komplett mit Musik beschäftigen. Ich bin für alles offen, könnte ein Jahr nur Gitarre/Klavier sein oder ein Jahr Musikproduktion/Tontechnik, am besten eine Mischung aus beidem. Ich habe mir nun einige Musikakademien angeguckt wie die Deutsche Pop und die Wave Akademie, aber leider eher auf negative Erfahrungen gestoßen. Bei den meisten richtigen Unis ist das Studium ja immer so zirka 3 Jahre, welches mir ein bisschen zu lang ist. Fragen:

Kennt sich jemand aus bei den privaten Akademien Deutsche Pop/Wave Akademie/SAE und kann mir eine Meinung dazu sagen?

Kennt ihr irgendwelche Alternative oder vielleicht auch komplett andere Wege wie ich mich für ein Jahr soviel wie möglich mit Musik beschäftigen kann?

Danke

Antwort
von Pokentier, 14

Was immer du tust, gehe nicht auf die SAE, Deutsche Pop etc. Privatschulen haben den Ruf, das Geld einzukassieren und dafür nichts zu leisten, und das nicht ohne Grund.

Du bezahlst da pro Monat je nach Schule mehrere Tausend Euro (weißt du sicherlich schon), das Problem ist, dass die Schulen, da sie eben nicht staatlich sind, eher so eine Art Wischiwaschi, kaum das Arbeiten zeigen, sondern über alles nur einen Überblick geben, dazu viel zu weit entfernt von der Branche sind (sowohl fachlich, als auch Kontakte-mäßig) und, meistens der größte Kritikpunkt, die Abschlüsse nicht staatlich anerkannt sind. Du kommst dann mit einem Diplom von der Schule, was nirgendwo außer eben an deiner Schule einen Stellenwert hat oder anerkannt ist, geschweige für Unternehmen eine Bestätigung deiner Fähigkeiten.

Wenn du das Geld natürlich so locker sitzen hast, dass du parallel an drei Privatschulen gehen könntest, dann kann dir das natürlich egal sein, aber es ist für gewöhnlich der größte Mist und die schlechteste Entscheidung, auf solche Schulen zu gehen. Da geht es nur um Masse machen und eben das Geld bekommen, der Rest ist zweitrangig. Das wirst du spätestens dann sehen, wenn du mal auf einen Berufsinformationstag gehst. Da gibt es dann keine Privatgespräche, sondern eine Ansprache vor mehreren Leuten, die einfach nur sagen "wir sind toll".

Der Andrang ist natürlich groß, und das Angebot hört sich natürlich verlockend an, die Studiengänge belegen zu können, die man sonst nur als Modul oder gekoppelt findet. Aber frag dich mal, warum man das tut. Sowohl in der Theorie, als auch in der Praxis lernst du da über zwei oder drei Jahre für 70000 Euro genauso viel und auf die gleiche Art und Weise, vielleicht sogar noch weniger, als an den staatlichen Schulen.

Und das gilt für quasi alle Studiengänge, zumindest fpr Privatschulen im Medienbereich, heißt alles über Musik-, Ton- und Bildproduktion.

Also eher ein Nein, überlassen ist es dir natürlich.

Kommentar von einandererseits ,

Danke für die ausführliche Antwort und ja das Gefühl hab ich auch bekommen, besonders bei Deutsche Pop. Sagt dir die SRH Hochschule der populären Künste etwas? Und was würdest du als Alternative vorschlagen?

Kommentar von Pokentier ,

Auch die SRH Hochschule ist eine private Schule und kostet 700 Euro im Monat.

Es kommt darauf an, was du studieren möchtest, ob du schon Ausbildung/Praktika oder Erststudium gehabt hast und was du als weiteren Weg vorhast (direkter Einstieg in den Beruf? Weiterbildung? Master-Studium?).

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