Frage von frotzel97, 95

Musik, kann mir das jemand erklären?

Die meisten meiner Freunde sind Musik-affin, machen selber welche oder reden ständig darüber. Ich dagegen habe während meiner Schulzeit alle Jubeljahre CDs von Verwandten geschenkt bekommen, mich aber nie dafür erwärmen können. Da ich mich, jetzt volljährig, nicht weiter in langen Intervallen eines Gesprächs meinen Nägeln widmen müssen will, folgen hier meine Fragen an dich, liebe Community. Einige Ursachen meiner Unsicherheiten in Bezug auf die Rezeption von Musik sind: Die Routine, in der vorgegebene (subjektinterne) Determinanten auf ein bekanntes Schema (Tonfolgen, Instrumentierung, Taktgebung) einwirken. Das heißt für mich, ein eifrigerer Konsument (von wie-auch-immer-gearteter Musik) ist wahrscheinlich, unabhängig von Talent, versierter in der Erstellung von Musik (bezgl. Varietät). Aber was ist ein tatsächliches, positives oder negatives Qualitätsmerkmal von Musik? Wie dechiffriere ich, musikalisch wenig bewanderte Person, Trigger für spontanes Ge- oder Missfallen? Was hat es damit auf sich, das sich etwas erst nach einigen Malen hören als angenehm erschließt, oder Hits, denen man dann schon überdrüssig? Kann sich diese persönliche Halbwertszeit je nach Kenntnisstand (-> Projektion von Wissen auf Gehörtes?) der einer "gängigen Meinung" annähern?

Antwort
von napoloni, 13

Viele Fragen durcheinander, die eigentlich noch mehr Fragen bei der Leserschaft auslösen müssen.

Aber was ist ein tatsächliches, positives oder negatives Qualitätsmerkmal von Musik?

Das ist schlicht und einfach eine Frage des Geschmacks und des Gemüts.

Was hat es damit auf sich, das sich etwas erst nach einigen Malen hören
als angenehm erschließt, oder Hits, denen man dann schon überdrüssig?

Eine Frage der Komplexität eines Hörstücks. Komplexere Songs erschließen sich erst nach und nach, einfache Songs sind von anfang an einerseits harmonisch, andererseits aber auch durchschaubar. Ein komplexer Song ist eine weite Landschaft oder ein Puzzle mit 5000 Teilen. Ein einfacher Song die Innenansicht eines Zimmers oder eben ein 4-Teile-Puzzle. Wer es komplizierter, überraschender mag und etwas entdecken will, favorisiert eben die schwierigeren Musikstücke. Und Menschen, die nicht unnötig ihr Hirn arbeiten lassen möchten, mögen es halt einfacher.

Komplexität allein ist aber nur eine Facette des Gefallens oder Nichtgefallens von Musik. Man mag manche Stimmen, andere mag man nicht. Man mag Töne, Geräusche, Instrumente, Takte - andere wieder nicht. Und wenn man sich mit dem jeweiligen Interpreten oder seiner Musikrichtung identifizieren kann, weil bereits eine wie auch immer geartete Verbundenheit besteht, kann auch ein eher mittelmäßiger Song überzeugen. So wie man Gesichter oder Stimmen sehr unterschiedlich wahrnimmt, je nach dem, ob man deren Besitzer mag oder nicht.

Das hier

und erkenne außergewöhnlich schnell Muster, Tonfolgen, habe auch ein ziemlich gutes Rythmusgefühl.

lässt auf eine höhere Komplexitätstoleranz schließen. Vielleicht findest du etwas in Musikrichtungen wie Progressive Rock, Krautrock, Jazz oder halt Klassik?

Kommentar von napoloni ,
Kommentar von napoloni ,

Oder mal einfach ein Liebeslied:

https://www.youtube.com/watch?v=9wi8eoibqqo

Antwort
von theFIST, 29

Musik ist ein sehr individuelles Thema, da kannst du nicht einfach erwarten, die Musik, die anderen gefällt, einfach in deine persönliche Hitliste aufzunehmen

Musik ist einesehr emotionale, also großteils an deinen logischen Hirnregionen vorbeigehende, Ausdrucksweise, die entweder zu deinem Befinden, und den unterbewussten Ereignissen deines Körpers passt, oder nicht

Da spielen Faktoren wie uner anderem Emotionen, Erinnerungen, Struktur Erkennung, aber sogar Herzrhythmus und einiges anderes eine Rolle

also, wenn du Musik finden willst, die dir gefällt, probier viel durch, nur so kannst du sie finden

Das, was populär ist, wirkt ja bei dir, und bei mir auch, nicht

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