Frage von IlMito, 65

Müssten giftige Zimmerpflanzen nicht verboten werden?

Hallo! Die Antwort auf die Frage würde ich natürlich mit nein beantworten. Aber im Sinne des Zeitgeistes (Verbot von Rauchen in Gaststätten etc.) müsste es doch solche Forderungen geben? War neulig nämlich bei Bekannten. Eines der Kinder von anderen Bekannten, hat dort was von einer Zimmerpflanze gegessen. Wie die Pflanze heißt weis ich nicht, habe sie aber schon oft gesehen, also eine gewöhnliche Zimmerpflanze. Das Kind war eine Zeit lang wie bewusstlos, wurde extrem bleich und blass und sah schrecklich im Gesicht aus. Später hat sich dann glücklicherweise herausgestellt, das es nichts (nachhaltig) schlimmeres war. Aber angesichts solcher (möglicher) Vergiftungen - müssten dann nicht eigentlich für den Menschen giftige Zimmer- und Gartenpflanzen verboten werden?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Bitterkraut, 49

Wenn man giftige Pflanzen verbieten wollte, wären Gärten, Parks, die Pampa und auch Wohungen praktisch leer.

Ich glaube nicht, daß ein Kind, weil es von einer Pflanze genascht hat, bewußtlos wurde. Bewußtlosigkeit ist keine Vergiftungserscheinung und wenn, dann erst im Endstadium, kurz vor tot. Und so giftige Pflanzen, daß ein Kind wegen mal davon naschen schwere Vergiftungserscheinungen hätte, kenne ich nicht als Zimmerpflanzen. Welche Pflanze wäre das denn gewesen? Viel giftigere Pflanzen als in unseren Wohnzimmern, gibt es in unserer heimischen Flora.

Wenn man alles verbietet, was schädlich sein kann, muß man das Leben verbieten. Das Leben an sich ist schädlich und führt zum Tod.

Kommentar von IlMito ,

Naja, es gibt ja auch mindestens so viele ungiftige Pflanzen, bzw solche die für Menschen kaum oder gar nicht giftig sind. Dennoch gebe ich Dir natürlich recht.

Das Kind war nicht wirklich bewusstlos, sah aber danebengetreten und sehr bleich aus. Hat sich aber auch beim Arzt als nicht weiter schlimmes herausgestellt.

Kommentar von Bitterkraut ,

Wer weiß, ob das überhaupt mit der Pflanze zusammenhing. vielleicht hat es nur Angst bekommen, weil die Erwachsenen sich aufgeregt haben. Allzuviele ungiftige Pflanzen gibt es übrigens nicht. Fast jede Pflanze enthält irgendwas, was für unseren Organismus nicht günstig ist. Von den meisten pflanzen weiß man auch gar nicht, was sie alles enthalten. Aber erst die Dosis macht das Gift.

Kommentar von IlMito ,

Das wusste ich nicht. Aber wie Du sagst - die wenigsten Kinder essen Pflanzen in Salatmenge ;)

Kommentar von Bitterkraut ,

Danke fürs Sternchen!

Antwort
von Schokolinda, 42

wenn jemand raucht, kann man sich dagegen schlecht wehren- entweder ertragen oder weg bleiben. Blumen sind da weniger aufdringlich.

man muss ganz allgemein darauf achten, dass sich ein Kind nicht durch die Landschaft frisst- sonst müßtest du auch Zigarettenkippen (tödlich), Hundekot, Glasscherben etc verbieten. auch haushalts- und Gartengeräte sind gefährlich, wenn man ohne Sachverstand ran geht. wenn deine bekannten ihr Kind alles ausprobieren lassen, dann kann man nur hoffen, sie haben keinen mixer, häcksler oder etwas in ähnlicher Kragenweite.

Kommentar von Bitterkraut ,

und ma müßte auch praktisch alle Pflanzen ausrotten und viele Tiere.

Kommentar von IlMito ,

Geht ja nur um giftige Zimmer- und Gartenpflanzen. Gibt ja auch mindestens so viele ungiftige bzw für den Menschen kaum bis gar nicht giftige (Zimmer-)pflanzen, so weit ich weis. Aber nochmal: Natürlich wär ein Verbot völliger Unsinn. Mir ist klar, dass das meiste im Haus gefährlicher ist, als die ein oder andere Giftpflanze.

Antwort
von Agronom, 63

Wäre doch totaler Blödsinn, geh mal vor die Tür da kannst du an jeder Ecke giftige Pflanzen finden, sollen die nun auch alle ausgerottet werden?

Kommentar von IlMito ,

Sehe ich natürlich genau so, aber ein Befürworter könnte argumentieren, dass im Haus und Garten Kinder ständig dieser "Gefahr" ausgesetzt wären und es vermeidbar wäre.

Kommentar von botanicus ,

Nein, ist es nicht. Die Kinder würden nie lernen, was gefährlich ist und es andernorts in der Wildnis erst recht nicht einschätzen können.

Kommentar von IlMito ,

Als Erwachsener weis man es allerdings ohnehin und hat auch nicht das Bedürfnis ;) Von daher wäre die Notwendigkeit als Kind im Garten zu lernen, was giftig ist und was nicht, nicht so besonders wichtig.

Kommentar von Bitterkraut ,

Vielleicht sollten einfach die erwachsenen darauf achten, daß sie keine gefährlich giftigen Pflanzen in Reichweite von Kindern bringen. Und man kann Kindern gut beibringen, keine Pflanzen zu essen. Sind sie noch zu klein, läßt man sie nicht ohne Aufsicht.

Kommentar von Agronom ,

Woher willst du das denn als Erwachsener wissen, wenn du es als Kind nie gelernt hast? Irgendwann musst man das ja lernen.

Kommentar von IlMito ,

Als Erwachsener hat es sich ja erübrigt, denn kein Erwachsener kommt auf die Idee, sich Pflanzen in den Mund zu stecken.

Kommentar von Agronom ,

Aber doch nur, weil es als Kind so erlernt wurde, dass solche Pflanzen nicht essbar sind.

Kommentar von IlMito ,

Würde ich nicht sagen. Es fehlt einfach das Verlangen als Erwachsener in eine Zimmerpflanze zu beißen.

Kommentar von Agronom ,

Eben weil man im Laufe des Erwachsenwerdens gelernt hat, dass solche Pflanze nicht schmackhaft und nich nahrhaft sind oder eben auch giftig sein können. Würde ein Mensch Aufwachsen ohne je Pflanzen gesehen zu haben, wäre dieser vermutlich auch bei erster Begegnung nicht abgeneigt sie auch mal zu probieren.

Antwort
von Jenehla, 59

Verbieten würde ich sie nicht, aber ich würde eine Kennzeichnungspflicht einführen. Ich arbeite selber in der Pflanzenbranche und es gibt viele Leute die Haustiere und Kinder haben, die ab und zu an so einer Pflanze knabbern könnten. Wenn aber auf dem Topf oder dem Preisschild eine Warnung angebracht wäre, kann jeder vor dem Kauf entscheiden ob es relevant für ihn ist.

Kommentar von Bitterkraut ,

Es kann sich heutzutage auch jeder, z.B. im Netz, über die Pflanzen und ihre Toxizität informieren, wenn er sich Sorgen um Kinder und Tiere macht.  Aber Eigenverantwortlichkeit ist ja scheinbar ein Fremdwort geworden. Alles muß vom Staat geregelt und verboten werden, nicht wahr. Selber mitdenken wird unmodern.

Vielleicht sollten wir draußen in der Landschaft auch die giftigen pflanzen alle kennzeichnen - der Tag, wo die Kinder draußen spielen, wird kommen...

Kommentar von Jenehla ,

Ich meinte nicht die Pflanzen in der Natur sondern die in den Geschäften die zum Kauf angeboten werden. Ich habe es selber in meinem Job erlebt.. Die Leute fragen nicht immer, sie informieren sich auch nicht. Ich finde es wäre für den Produzenten kein Mehraufwand, nachdem sie sowieso schon alle möglichen Pflegehinweise auf die Töpfe drucken. Muss ich mich hier wirklich für meine Meinung rechtfertigen? Gott.

Antwort
von botanicus, 58

Damit würde man wieder einmal mehr den Bürgern das Denken und eigenverantwortliche Handeln abgewöhnen. Wer nicht in der Lage ist, seinen Kindern das Essen fremder Pflanzen zu verbieten bzw. es zu verhindern, ist schuld, wenn etwas passiert. Nicht der Besitzer giftiger Gewächse. Ich habe für die Kinder auch keinen einzigen Blumentopf abgeschafft und keine der giftigen Gewächse im Garten gerodet. 

Abgesehen davon würde in Haus und Garten dann nicht viel übrigbleiben.

Und wo soll ich meinen Kindern denn beibringen, was giftig ist?

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