Frage von procurator, 144

Müssen Unterhaltszahlungen bei Scheidung geteilt werden?

Bisher hat mein Sohn bei seiner Mutter gewohnt. Sie hat auch das Kindergeld bekommen. Ich habe Unterhalt für meinen Sohn gezahlt. Nun ist mein Sohn nach Hessen zu seiner Freundin gezogen und macht dort auch eine dreijährige Ausbildung. Da wir geschieden sind, müsste meine Frau jetzt nicht auch Unterhalt zahlen bzw. müssten wir uns den Unterhalt nicht teilen? Den mein Sohn hat jetzt einen eigenen Haushalt und wohnt nicht mehr bei seiner Mutter. Oder reicht es, wenn meine Frau unserem Sohn das Kindergeld gibt?

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von isomatte, Community-Experte für Kindergeld, 80

Wie alt ist dein Sohn denn ?

Wenn er zu seiner Freundin zieht sollte er ja evtl. schon min. 18 sein und dann sollte der Unterhalt schon mal neu berechnet worden sein.

Nun müsste er wieder neu berechnet werden,wenn er eine Ausbildungsvergütung bekommt,denn diese wird dann auf seinen Unterhaltsbedarf laut Düsseldorfer Tabelle ( 730 € ) angerechnet.

Dieser Bedarf gilt für Azubis / Studenten in eigener Wohnung / WG.

Er kann dann von seiner Netto - Vergütung in der Regel 90 € für Aufwendungen abziehen,die ihm durch die Ausbildung entstehen.

Dann sollte ihm die Mutter ( wenn sie bisher das Kindergeld für ihn beantragt und bekommen hat ) sein Kindergeld geben,dass wird dann wiederum zu dem dann übrigen anrechenbaren Netto addiert.

Sollte sich dann immer noch ein Bedarf zu diesen 730 € ergeben,dann müsste der evtl. zu zahlende Anteil für den Unterhalt prozentual je nach unterhaltsrelevantem Einkommen berechnet werden.

Kurz gesagt,von den 730 € kann dann also in der Regel erst mal diese 90 € abgezogen werden und bekommt er dann noch die 190 € Kindergeld,dann bliebe ein Bedarf von ca. 450 € übrig.

Sollte dein Sohn dann eine Netto Vergütung oberhalb dieser 450 € bekommen,dann solltet ihr beide nicht mehr zum Unterhalt verpflichtet sein,wenn ihr nicht gerade ein sehr hohes Einkommen habt.

Dann ist der Bedarf aus der Düsseldorfer Tabelle anhand des Einkommens zu entnehmen.

Kommentar von procurator ,

Vielen Dank ! Mein Sohn ist 23 Jahre und hat seine erste Ausbildung abgebrochen und war Arbeitslos.

Kommentar von Pudelwohl3 ,

Weshalb ziehst Du in dieser Berechnung den Ausbildungsaufwands-Freibetrag von dem Unterhaltsbedarf ab?

Kommentar von isomatte ,

Danke für den Hinweis,war ein Fehler von mir !

Diese müssen natürlich von der Netto Vergütung abgezogen werden,so würde dann ggf. über 540 € anrechenbares Netto kein Anspruch mehr auf Unterhalt bestehen,wenn er seine 190 € Kindergeld bekommt.

Würde bedeuten,wenn er min. / mehr als 630 € Netto ( 630 € Netto minus 90 € Abzug = 540 € anrechenbares Netto ) + 190 € Kindergeld bekommt,sind die Eltern wahrscheinlich nicht mehr zum Unterhalt verpflichtet.

Danke noch mal für deinen Hinweis.

isomatte

Kommentar von isomatte ,

Danke dir für deinen Stern !

Antwort
von Pudelwohl3, 98

Mit der Scheidung hat das nichts zu tun. Da Dein Sohn jetzt aber eine Ausbildung macht (wie alt ist er?) und nicht mehr bei der Mutter lebt, sollte der Unterhalt neu berechnet werden. Ausbildungsvergütungen sind dabei zu berücksichtigen. 

Kommentar von procurator ,

Vielen Dank ! Mein Sohn ist 23 Jahre und hat seine erste Ausbildung abgebrochen und war Arbeitslos.

Antwort
von petrapetra64, 21

Nein, bei Scheidung zahlt in der Regel der Elternteil, bei dem die Kinder nicht leben, dem Elternteil bei dem das minderjährige Kind lebt, Unterhalt, der Unterhalt wird nicht geteilt.

Sobald die Kinder 18 werden, ändert sich das, dann sind beide Elternteile Barunterhaltspflichtig und der Unterhalt muss neu berechnet werden. Das bedeutet aber nicht, dass der Unterhalt geteilt wird, sondern das hängt vom Einkommen ab, wer wieviel zu zahlen hat. Liegt ein Elternteil unter dem Selbstbehalt, zahlt der andere Elternteil auch voll weiter.

Bei deiner jetzigen Situation ist es so, die Mutter muss das Kindergeld weiter geben (bei Neuantrag für das Kindergeld musst du als Unterhaltszahler sogar das Kindergeld beantragen). Der Unterhalt muss neu berechnet werden, der Bedarf des Kindes bei eigener Wohnung liegt seit 2016 bei 735 Euro. Angerechnet wird das Ausbildungseinkommen abzüglich 90 Euro und das Kindergeld. Wenn dann noch Bedarf offen ist, dann zahlen die Eltern Unterhalt je nach Einkommenshöhe. Wer mehr verdient, zahlt auch mehr.

Antwort
von ichweisnix, 38

Bei volljährigen Kindern sind grundsätzlich beide Eltern barunterhaltspflichtig. Das gilt auch dann, wenn das Kind noch noch bei einen Elternteil lebt. Nur beim minderjährigen Kinder erfüllt der betreuende Elternteil seinen Unterhalt in der Regel durch Pflege und Erziehung des Kindes.

Das Ausbildungsentgelt ist nach abzug des Mehraufwands ( in der Regel 90€) bedarfsmindern anzusetzen.

Antwort
von DerHans, 45

Für Volljährige sind grundsätzlich beide Elternteile unterhaltspflichtig. Jeder entsprechend SEINES Einkommens

Antwort
von Liesche, 60

Erkundige Dich beim Jugendamt, das kann so pauschal nicht gesagt werden, da auch das Einkommen als Azubi mit gerechnet wird und sich dadurch der Gesamtunterhalt ändern könnte.

Antwort
von kleinefrechemau, 14

Du solltest den Unterhalt neu berechnen lassen, unterhaltspflichtig bist du zumindest noch, solange dein Sohn in der Ausbildung ist. Durch die veränderte Lebensituation kann es aber durchaus sein, dass sich der Betrag stark ändert.


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