Müssen Umsetzungen auf Arbeit für alle Arbeitnehmer gleich geltend sein?

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1 Antwort

Wenn der Arbeitgeber Zuschläge gewährt, dann muss er sie allen Arbeitnehmern gewähren; zu den Arbeitnehmern zählen auch Auszubildende, Schüler - sofern sie als Arbeitnehmer beschäftigt werden und nicht lediglich ein verpflichtendes Praktikum absolvieren - und Praktikanten, sofern sie nicht verpflichtende Praktika im Sinne des Mindestlohngesetzes MiLoG § 22 "Persönlicher Anwendungsbereich" Abs. 1 absolvieren.

Das gebietet grundsätzlich und allgemein der arbeitsrechtliche Gleichbehandlungsgrundsatz, nicht zu verwechseln mit dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz AGG; allerdings verbietet auch das AGG in § 1 "Ziel des Gesetzes" eine Benachteiligung aufgrund des Alters.

Der Arbeitgeber darf einzelne Arbeitnehmer oder Gruppen von ihnen (z.B. "alle Arbeitnehmer, die noch Schüler sind") nur dann von Leistungen, die er ansonsten allgemein gewährt, ausnehmen, wenn es dafür sachliche Gründe gibt.

Alleine die Eigenschaft als Azubi oder Schüler ist allerdings kein sachlicher Grund, der zum Ausschluss der Betreffenden von den sonst allgemein gewährten Sonntags- und Feiertagszuschlägen berechtigt.

Sollten diese Zuschläge aufgrund eines Tarifvertrags gewährt werden, sind ansonsten die dortigen Bestimmungen maßgebend.


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Kommentar von Philmaster09
09.01.2016, 17:50

Vielen Dank für diese ausführliche Antwort :)

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