Frage von Zischelmann, 21

Müssen Römisch-Katholische Christen bezüglich der Buße stets mehrere Male das "Gegrüßet seist Du Maria" sprechen?

Oder ist es in der heutigen Zeit auch erlaubt, das Reuige mit eigenen Worten im Gebet Gott um Verzeihung bitten? Ich stelle diese Frage ,da mir in vielen Spielfilmen ,die Menschen im Beichtstuhl zeigen

auffiel, das diese zuerst sagen "Vater ich bitte um Vergebung, denn ich habe gesündigt." Dann erfolgt die Beichte und dann wird eine Buße auferlegt: "Bete 7 mal das Ave Maria" "Bete 12mal das Vater Unser" "Bete 5 mal das Gegrüßet seist Du Maria" Kann da nicht auch die Gefahr bestehen das diese Worte nur schnell heruntergesagt werden .gerade wenn es extrem oft ist?

Antwort
von Viktor1, 5
Dann erfolgt die Beichte und dann wird eine Buße 
auferlegt
: "Bete 7 mal das Ave Maria" "Bete 12mal
das Vater Unser" "Bete 5 mal das Gegrüßet
seist Du Maria"

Dieses Verständnis vom Bußsakrament der Katholiken ist wohl ziemlich daneben, auch wenn es weit verbreitet ist.
Richtig steht hier was:
https://de.wikipedia.org/wiki/Beichte#Voraussetzungen
"Buße" heißt Umkehr nicht Strafe. Es wäre ja auch grotesk wenn man das Sprechen von Gebeten als Strafe ansehen würde - wie das so rüber kommt.
Der Priester sagt dann auch nicht "... ich erlege diese als eine Buße auf" sondern "zur Buße spreche diese oder jene Gebete" oder tue etwas in dieser Gesinnung.
Es war natürlich unsinnig, in der Sache völlig "kontraproduktiv", daß man früher tatsächlich die mehrfache Wiederholung von Gebetstexten zur "Umkehr" aufgetragen bekam. Dadurch kam die an sich  sinnvolle "Beichte"
(Bußsakrament) in Verruf, besonders bei Nichtkatholiken.

Oder ist es in der heutigen Zeit auch erlaubt, das 
Reuige mit eigenen Worten im Gebet Gott um Verzeihung
bitten?

Das war zu allen Zeiten "erlaubt" und wohl neben der Wiedergutmachung (wenn erforderlich) auch "geboten" (besser sinnvoll)

Antwort
von jessica268, 9

Ich war katholisch. Aber das Problem mit der Sünde haben auch andere Kirchen. In einer Freikirche wird es anders gehandhabt. Aber man kriegt schnell eingeimpft, daß man Sünder ist. 

Du hast recht, man spricht es schnell runter und meint es oft nicht ehrlich. Ehrliche Buße ist ok. Aber dazu braucht man im Grunde nur Gott. Ich kenne einen Pfarrer, der in der Seelsorge sofort merkt, wenn ich Schuldgefühle habe und sie mir dann nimmt. 

Wenn ich das Gefühl habe ich habe einen Fehler gemacht bitte ich Gott im Gebet um Verzeihung. 

Außerdem ist es ein längerer Prozess. Man muß es für sich persönlich noch verarbeiten. Die Seelsorge kann einen begleiten. Aber es bringt meiner Meinung nach nichts, wenn man lauter aufgezwungene Gebete spricht. Noch nicht mal die eigenen Worte. Und immer wieder dieselben. 

Antwort
von Ichthys1009, 7

Was du in den Filmen gesehen hast, ist eher ein Klischee. Vielleicht wurde es früher öfters so gemacht. Aber das war natürlich nicht so vorgesehen. Ein Gebet mehrmals nur runterzurasseln bringt eigentlich gar nichts.

Heute ist das ganz individuell. Manche Priester geben als Buße eine gute Tat oder ein passendes Gebet auf. Die meisten Priester geben heutzutage überhaupt keine Buße mehr oder schlagen höchstens eine Buße vor.

Nur in wenigen Fällen, bei Priestern, welche die Sakramente in der außerordentlichen Form des römischen Ritus spenden, kommt es noch häufiger vor, dass man das Ave Maria oder das Vater Unser mehrfach beten soll - mehr als dreimal aber nicht.

Bei der Buße kommt es darauf an, dass sie zur Situation des Beichtenden passt und dass sie ihm hilft, wieder neuen Mut zu bekommen oder sein Leben zu ändern. Wenn man ein bestimmtes Gebet beten soll, ist es schon so gedacht, dass man es langsam und aufmerksam spricht und sich Gedanken dabei macht.

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