Müssen nur Männer in den Krieg?

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9 Antworten

Also, bei dem Durcheinander an zum Teil hanebüchenen (sorry) Antworten jetzt mal in aller Ruhe:

  • In Deutschland existiert nioch immer eine Wehrpflicht für Männer ab dem 18. Lebensjahr. Diese ist ausgesetzt, nicht abgeschafft, heißt: Sie wird derzeit nur nicht angewandt.
  • Im Verteidigungsfall können alle wehrfähigen Männer zum Wehrdienst eingezogen werden, egal, ob sie vorher einmal in der Bundeswehr gedient haben oder nicht.
  • In Deutschland gibt es die Möglichkeit, auch im Verteidigungsfall den Dienst an der Waffe zu verweigern. In diesem Fall kann man aber zu Unterstützungsleistungen für die Kriegführung herangezogen werden (z.B. Reparieren von Straßen oder Ausheben von Panzergräben etc.).
  • Für Frauen gilt gemäß Art. 12a GG ("Wehrpflichtartikel") Folgendes: Kann im Verteidigungsfalle der Bedarf an zivilen Dienstleistungen im zivilen Sanitäts- und Heilwesen sowie in der ortsfesten militärischen Lazarettorganisation nicht auf freiwilliger Grundlage gedeckt werden, so können Frauen vom vollendeten achtzehnten bis zum vollendeten fünfundfünfzigsten Lebensjahr durch Gesetz oder auf Grund eines Gesetzes zu derartigen Dienstleistungen herangezogen werden. Sie dürfen auf keinen Fall zum Dienst mit der Waffe verpflichtet werden. Im Klartext: Frauen können zu Krankendiensten ohne Waffe zwangsverpflichtet werden.
  • Ansonsten: Im Verteidigungsfall wird selbstverständlich die gesamte Bundeswehr geschlossen nach ihren Möglichkeiten eingesetzt. Aussagen wie "KSK zuerst, dann Heer" (oder umgekehrt) sind schlicht Unsinn, schon allein deswegen, weil das KSK Teil des Heeres ist. Das KSK hat z.B. im Fall der Landesverteidigung den Auftrag, Hochwertziele (Brücken, Kraftwerke, Kommunikationseinrichtungen, Flugplätze etc.) zu nehmen bzw. zu verteidigen, Aufklärung zu leisten und im Zusammenwirken mit anderen Truppenteilen besonders wichtige Angriffs-/Verzögerungs-/Verteidigungsoperationen durchzuführen. Die Bundeswehr kann ihren Auftrag nur im Zusammenwirken ihrer Kräfte, nicht im "Nacheinander-nach-vorne-schicken" einzelner Teile erfüllen.
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Es gibt in Deutschland eine Wehrpflicht. Diese ist zwar zur Zeit (und vermutlich auch dauerhaft) ausgesetzt, aber wenn der Verteidigungsfall eintritt, kann jeder taugliche deutsche Staatsbürger eingezogen werden. Und wenn die Lage Kriegshandlungen erfordert, mußt du dem in der Regel auch nachkommen (wobei man das aber im Detail lernt, was man muß, was man darf und was man aber auch nicht darf). Warum nur Männer... Naja weil die Wehrpflicht noch aus einer älteren Zeit stammt, wo so etwas eine klare Männeraufgabe war.

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Die Bundeswehr dient eigentlich ausschliesslich der Verteidigung, erst mit dem Beitritt in die NATO wurden andere Aktivitäten nötig. Ich denke aber, dass die Bundeswehr auf einen Verteidigungsfall vorbereitet ist und die allgemeine Wehrpflicht zunächst nicht wieder eingesetzt werden würde...

Trotzdem muss es erst einmal soweit kommen, dass jemand bis in das herz Europas vordringt. Bis dahin würde wahrscheinlich sowieso Ausnahmezustand herrschen und neue rekruten würden benötigt werden. Dann aber in ganz Europa, und dann hätten wir auch andere Probleme...

Was McDuffe's Antwort angeht... Das kommando spezial kräfte (ksk) ist eine spezialeinheit, die z.b. in krisenregionen deutsche Botschafter schützen und Geiseln befreien kann... Bei einem Verteidigungsfall würde zuerst das Heer eingesetzt werden, das Ksk dann evtl. für notwendige, kompliziertere strategische Einzeloperationen, nicht aber zur Landesverteidigung.

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Kommentar von navynavy
29.11.2015, 12:04

Bei einem Verteidigungsfall würde zuerst das Heer eingesetzt werden, das Ksk dann evtl. für notwendige, kompliziertere strategische Einzeloperationen, nicht aber zur Landesverteidigung.

Auch solche Einzeloperationen wären dann aber Teil der Landesverteidigung.

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Kommentar von Apfelkind1986
29.11.2015, 12:27

Die Bundeswehr dient eigentlich ausschliesslich der Verteidigung, erst mit dem Beitritt in die NATO wurden andere Aktivitäten nötig.

Beitritt der BRD zur Nato: 9. Mai 1955

Gründung der Bundeswehr: 12. November 1955

Du siehst, deine Argumentation trifft so nicht ganz zu.

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Kommentar von IDC16
29.11.2015, 13:39

Vom GG her dient die Bundeswehr nur der verteidigung, egal ob deutschland schon NATO mitglied war, bevor es die Bundeswehr gab.

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Kommentar von IDC16
29.11.2015, 13:40

navynavy natürlich wären sie Teil der Landesverteidigung, allerdings nur für ihren spetifischen aufgabenbereich. entschuldigung, dass ich mich dort etwas undeutlich ausgedrückt habe.

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Die damen müssen für neue soldaten sorgen...

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Kommentar von McDuffee
29.11.2015, 12:21

interessante vorstellung. aber müssten wir nicht schon 9 monate vorher damit anfangen? :-p

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Wenn der Bestand an Reservisten nicht ausreicht, würde möglicherweise die Wehrpflicht wieder aktiviert werden. Diese ist derzeit ausgesetzt. Nach dem Wehrpflichtgesetz werden nur Männer zur Bundeswehr eingezogen. Frauen dienen aufgrund freiwilliger Verpflichtung.

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falls es soweit kommt wird erst das ksk, dann das krs und zum schluss das heer eingesetzt. ja vorraussichtlich erstmal die männer. dann die frauen unter waffen und im entstehenden Chaos bilden sich bestimmt bewaffnete grüppchen zivilisten die auf eigene faust losziehen. eingezogen wird nur im verteidigungsfall. der ist unwahrscheinlich!

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Kommentar von navynavy
29.11.2015, 12:06

dann das krs

Was ist denn bitte das?

ja vorraussichtlich erstmal die männer. dann die frauen unter waffen und im entstehenden Chaos bilden sich bestimmt bewaffnete grüppchen zivilisten die auf eigene faust losziehen.

Aus welchem Blockbuster stammt denn bitte diese Vorstellung?

eingezogen wird nur im verteidigungsfall. der ist unwahrscheinlich!

Aber dennoch erfreulich klar geregelt:

http://www.gesetze-im-internet.de/gg/art_12a.html

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Die Zeiten des totalen Krieges sind zum Glück vorbei. Sollte es notwendig sein, tritt folgende Regelung in Kraft:

http://www.gesetze-im-internet.de/gg/art_12a.html

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Es steht im GG, dass niemand zum Dienst an der Waffe gezwungen werden kann. 

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Kommentar von Apfelkind1986
29.11.2015, 11:29

Wer verweigert, wird in diesem Fall zu kriegswichtigem Ersatzdienst herangezogen.

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Jup, bei der Wehrpflicht herrscht immer noch pure Diskriminierung.

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