Müßen mir die Ärzte helfen?

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6 Antworten

Wer sollte dich ins Krankenhaus bringen, wenn du nichts mehr isst? Hast du vor die Entscheidung zu verkünden und damit zu provozieren oder wirst du es einfach nur tun?

Wenn jemand schon alt und krank ist und im Sterben liegt, kommt irgendwann der Punkt, wo der Körper Nahrung und Flüssigkeit nicht mehr verarbeiten kann und der Mensch ganz natürlich aufhört zu essen und zu trinken. Ob er in so einem Zustand willentlich aufhört, um sein Leiden zu verkürzen oder weil er schon stirbt, wird man von außen kaum beurteilen können. Das hängt natürlich auch vom sonstigen Verhalten und vom Alter ab.

Diese Methode sein Sterben vorzeitig herbeizuführen heißt Sterbefasten oder Freiwilliger Verzicht auf Nahrung und Flüssigkeit (FVNF) und ist genauso wie der Suizid in Deutschland nicht verboten. Allerdings können nach § 217 StGB Helfer evtl. Probleme bekommen.

Du wirst evtl. irgendwann Hilfe brauchen, z. B. weil du selber keine Mundpflege gegen den Durst mehr machen kannst oder Schmerzen bekommst. Angehörige dürften dir nach § 217 (2) straflos helfen, andere könnten Angst haben sich strafbar zu machen und deshalb auf verrückte Ideen kommen (wie hier ja schon mehrfach geäußert).

Als junger Mensch dürfte dir dieser Weg eher Probleme machen, zumal er etwa zwei Wochen lang sein könnte. Was auch eine Hürde und Prüfung sein könnte ist, dass dein Körper nach einer Weile Glückshormone ausschüttet, die dich die Entscheidung überdenken lassen. Das ist aus meiner Sicht der große Vorteil dieser Methode. Mehr dazu unter http://www.fvnf.de

Wenn deine Patientenverfügung für konkrete Situationen die künstliche Ernährung verbietet und du dann in eine solche Situation kommst und nicht mehr ansprechbar bist, darfst du nicht künstlich ernährt werden! Wird es doch getan, kann es als Körperverletzung bestraft werden! Leider ist das wenig bekannt (wie wir hier sehen können).

Ärzte würden möglicherweise die Bevollmächtigten (wenn es sie gibt) moralisch unter Druck setzen, z. B. indem sie sagen "Wollen Sie, dass ihr Angehöriger elendig verhungert und verdurstet?" Wenn man sich dabei (natürlich) auf das elendig bezieht und nein sagt, ist die Konsequenz, dass eine Magensonde angeboten wird. Wenn die erstmal gelegt ist, ist sie schwer wieder loszuwerden.

Wenn jemand noch klar und einsichtig kommunizieren kann und irgendeine Behandlung ablehnt, darf diese nicht gemacht werden! Wenn doch, ist das eine strafbar Körperverletzung. Leider herrscht (wie wir auch hier sehen können) sehr viel Unverständnis über diese Zusammenhänge, sodass Bevollmächtigte sich leicht ausspielten lassen, zumal sie häufig auch Angst haben, sich in die Mühlen der Justiz zu begeben.

Der Hyppokratische Eid wird von Medizinern zwar häufig zur Rechtfertigung einer ungewollten oder nicht indizierten Behandung herangezogen, ist aber eine Augenwischerei, weil er keine rechtliche Relevanz hat, zumal er heute nicht mehr geschworen wird. Wie verbindlich könnte er auch sein, da an die Götter, auf die er geschoren wird, heutzutage keiner mehr glaubt. Wer das immer noch glaubt, sollte sich mal hier informieren https://de.wikipedia.org/wiki/Eid_des_Hippokrates

Gute Informationen zu dem Thema Vorsorge sowie konkrete und wirksame Patientenverfügungen sowie kostenlose Beratung gibt es bei der Bundeszentralstelle Patientenverfügung des Humanistischen Verbandes https://www.patientenverfuegung.de

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Kommentar von konzato1
27.09.2016, 09:50

Nicht schlecht beschrieben, allerdings ist die Fragestellerin 30 Jahre alt und hat ihre Frage in die Richtung gestellt, dass sie mit Absicht nichts mehr isst und verhungern will. Also Selbstmord begehen will.

In diesem Fall passt das mit dem Sterbeverhinderungskartell nicht, die psychisch Kranke hätte keine Chance, dass ihr "letzter" Wille berücksichtigt wird.

Warum? Weil sie schwer psychisch krank ist.

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Kommentar von Fentyfenty
27.09.2016, 12:26

Ich bin nicht physisch krank

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Dasbist pauschal schwierig zu beantworten. Prinzipiell müsste deiner Verfügung stattgegeben werden und du würdest verhungern. Das ist bei todktanken Menschen am Ende ihres Leidensweges ja auch nicht unüblich, um ihr Leiden nicht zu verlängern. Wenn du aber jung und körperluch gesund bist, könnte ein Psychiater auf die Idee kommen, dass du dich aufgrund einer psychischen Erkrankung selbst töten möchtest. Das ist zwar nicht strafbar, jedoch geht man ja schnell davon aus, dass du "verrückt" und damit nicht zurechnungsfähig bist - damit könnte deine Verfügung ausgehebelt und du gegen deinen Wunsch behandelt werden.

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Sofern die Verweigerung der Nahrungsaufnahme das einzige Problem eines sonst gesunden Menschen ist, erfolgt die künstliche Ernährung wenn der Patient nicht mehr selbst in der Lage ist Entscheidungen zu treffen.  Eine Patientenverfügung hat da keinerlei Einfluß.

Alles andere wäre unterlassene Hilfeleistung.

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Kommentar von fspade
27.09.2016, 23:16

Selbstverständlich hat die Patientenverfügung entscheidende Bedeutung, wenn sie die künstliche Ernährung konkret ablehnt und eine Situation eingetreten ist, für die sie angelegt ist. Alles andere wäre strafbare Körperverletzung!

Beim Sterbefasten muss der Mensch nicht zwangsläufig die Kompetenz verlieren Entscheidungen zu treffen und/oder zu kommunizieren und wenn doch, dann so spät, dass eine erfolgreiche Rettung kaum noch möglich ist.

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Diese Patientenverfügung hätte für eine 20 jährige keine Relevanz. Du würdest also zwangsernährt werden.

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Kommentar von Fentyfenty
27.09.2016, 00:03

Ich bin 30

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Kommentar von fspade
27.09.2016, 23:21

Patientenverfügungen haben ab der Volljährigkeit (also dem 18. Lebensjahr) relevanz! Bereits davor ist der Wille eines reifen Jugendlichen zu beachten.

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Also mal überlegen: du willst nichts mehr essen, weil du sterben willst. Selbstmord
Ist aber verboten. Also wird man dich einweisen, psychologisch betreuen und ggfs. zwangsernähren.
Eine Patientenverfügung soll dich bzw. deine Angehörigen schützen. So kannst du selbst entscheiden, was passieren soll, wenn du nicht mehr in der Lage bist, Entscheidungen zu treffen.  

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Kommentar von Artus01
27.09.2016, 05:25

Selbstmord Ist aber verboten.

Ah ja, und wo steht das?

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Kommentar von schmiddihb
27.09.2016, 07:41

Ich werde hier nicht deine ganze Arbeit machen. Frag nebenbei auch mal das WWW. Kostet kein Geld.

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Kommentar von schmiddihb
27.09.2016, 23:31

Ich weiß nicht, was du geraucht hast, aber entschuldigen werde ich mich garantiert nicht. Wenn du so was schon findest, hätte der Fragesteller es auch finden können. Natürlich kommt man nicht ins Gefängnis oder muss eine Geldstrafe zahlen, wenn man sich umgebracht hat - wäre ja auch irgendwie unsinnig! Aber nichts desto trotz, wirst du zwangseingewiesen und kommst in die Psychatrie.

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ich hab den ärzten verboten meine oma künstlich zu ernähren oder medikamente zu geben bis sie tot war . weil sie es so wollte und ich in der verfügung drin stand. die menschen in der familie die mich als mörder bezeichneten habe ich nie wieder gesehen und ich vermisse sie auch nicht.

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Kommentar von Fentyfenty
26.09.2016, 23:52

Du bist kein Mörder Du hast Ihr eher geholfen so sehe ich das

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Kommentar von fspade
27.09.2016, 09:11

Es sind solche Leute, wie die, die dich als Mörder bezeichnen, die dem Sterbeverhinderungskartell in die Hände spielen und dafür sorgen, dass Krankenkassen z.­ B. für eine künstliche Beatmung monatlich mit 20–25.000 Euro abgezockt werden. Von solchen Fällen gibt es in Deutschland geschätzt 15.000!

Wer würde selber, z. B. im Dauerkoma, länger als ein paar Wochen so am Leben erhalten werden wollen? Wer das will, soll es haben dürfen (aber nur solange es dafür eine medizinische Indikation gibt). Bei allen, die das nicht wollen, ist das Körperverletzung und strafbar.

Wenn das näher interessiert sollte Matthias Thöns: Patient ohne Verfügung lesen.

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