Frage von niafragt, 40

Müssen Kriegsfilme die schreckliche Realität realistisch darstellen?

Sollten sie das eure Meinung nach? Wenn ja wieso?

Antwort
von Crysali, 3

Erstmal, Kriegsfilme haben selten den Anspruch, Kriege realistisch darzustellen. Vorallem Hollywood-Produktionen kann man da oft vergessen.

Kriegsfilme müssen natürlich nicht realistisch sein oder den tatsächlichen Schrecken abbilden. Man sollte sich aber fragen, was passiert, wenn man den Krieg verharmlost/pervertiert, das macht man vermutlich, wenn man ihn nicht realistisch darstellt ( im Sinne von "Keine Kugel trifft mich", epische Slowmotion und zufällige Explosionen).

Ein anderes Beispiel wären Killerspiele und darin Töten. Wie viele Menschen spielen, nein, suchten heutzutage Call of Duty ? Ich möchte nicht so weit gehen und das Gewaltverherrlichung und Erlernung von Tötungsmuster zu nennen, aber irgendwie geht es in genau die  Richtung. Wer die meisten Menschen tötet, ist der Beste, alles für Ruhm und Ehre und Spaß am Töten zu haben. Wenn man nun Kriegsfilme nur so darstellen würde, dass man als epischer Einzelkämpfer Bataillone von Gegnern besiegt, dann wird man, vielleicht nicht in unserer Generation, irgendwann das Problem haben, dass der Schrecken des Krieges übertüncht wird und die Kriegsbereitschaft steigt und Krieg begrüßt wird.

Ein Gegenbeispiel wäre der Holocaust. Dadurch, dass man den Holocaust im Unterricht unterrichtet und darüber aufklärt, wird der Schrecken, der damals geschehen ist, deutlich und nachvollziehbar. Menschen sind dadurch sehr viel sensibler, oder sollten es sein, wenn man in irgendeiner Weise etwas von Konzentrationslagern und Deportieren hört.

Abschließend, meiner Meinung nach muss nicht jeder Film Kriege absolut realistisch dargestellt werden, das würde sich auch irgendwann nicht mehr verkaufen. Es sollte aber irgendwie rüberkommen, dass Krieg etwas Schlechtes ist, was um jeden Preis vermieden werden sollte und zumindest die tatsächliche Realität des Krieges irgendwie anschneiden.

Expertenantwort
von knallpilz, Community-Experte für Film, 4

Nö, wieso?
Den Anspruchs gibt es bei Speilfilmen nicht, nur bei Dokus.

Glaube auch nicht, dass sowas unterhaltsam wäre. Man müsste ja dann versuchen, durch den Film beim Zuschauer möglichst ein Kriegstrauma zu erzeugen. :D

Antwort
von Farbton2, 14

Kriegsfilme sind meistens eher zur Unterhaltung gemacht. Um die Realität zu erfahre, muss man sich schon Dokumentationen ansehen, allerdings sind die auch mit Vorsicht zu genießen.

Die richtige Realität, von der du sprichst, ist zu brutal für alle Menschen. Das ist kaum zu ertragen, deswegen: Nein. Thema Krieg, okay, aber richtig realistisch geht es nicht.

Antwort
von lupoklick, 3

In "Soldat James Ryan" wurde "genüßlich" das Hervorquellen von Gedärm aus allierten Körpern gezeigt, mit grausigen Schreien untermalt...

Das wäre Anschaungsmaterial für GF-Kriegsspiel-Kinder.

Gleichzeitig  aber sah man, wie in der Ferne Germans "abgeknipst" wurden wie blecherne Wildschweine in einer Jahrmarktsbude....

..... Grauen ist unteilbar - auch "Feinde" sind Menschen....

Antwort
von Derschnupfen, 26

Natürlich! Um die Abneigung Gegend diese von Willy Brandt genannte "Ultima Irratio" zu steigern. Filme wie "Im Westen nichts Neues" oder "Platoon" oder "Der Soldat James Rayn" machen das sehr gut

Antwort
von Bargh, 13

Ich denke schon. Und warum auch nicht? In Horrorfilmen oder Thrillern wird doch auch so einiges gezeigt. Wenn der Schrecken des Krieges realistisch dargestellt wird dann trägt das dazu bei, dass der Zuschauer versteht was Krieg wirklich bedeutet.

Solange es Filme gibt, die das Thema unblutiger darstellen, hat man als Zuschauer ja die Wahl.

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