Frage von taunide, 35

Müssen Grenzwertüberschreitungen der TrinkwV hingenommen werden?

300 Seelendorf. Seit Jahren wird der Grenzwert für Eisen im Trinkwasser überschritten (Rost durch Stahlleitungen). Manchmal braunes Wasser. Seitens der Gemeinde sollten die Leitungen regelmäßig gespült werden, was aber nicht geschieht. Beimischung von Phosphaten brachte keine Besserung. Bürgermeister hat Schriftverkehr beleidigt abgebrochen nachdem er sachlich er seine Pflichten als Betreiber der Trinkwasseranlage hingewiesen wurde.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von jerkfun, 25

Bitte wende Dich hierzu an die untere Wasserbehörde.Diese ist beim Landkreis angesiedelt.Wenn die Grenzwertüberschreitungen dauerhaft wären,müßten die notwendigen Spülungen angeordnet werden,bzw.eine Ersatzvornahme des Kreises als Kommunalaufsicht durchgeführt werden.Im Gespräch erwähnst Du beiläufig das RP (nicht ausprechen,das Regierungspräsidium ,obere Aufsichtsbehörde und Kontrollorgan) Du musst aber beweisen,das die Spülungen unterbleiben.Also genügend Zeugen aufbieten.Beste Grüße

Kommentar von taunide ,

Ich hatte TW-Analyse (durch zertifiziertes Unternehmen) und Schriftverkehr an Bürgermeister in cc an das Gesundheitsamt geschickt.

M.W. sind diese für die Einhaltung der bzw. bei Überschreitung von Grenzwerten zuständig.

Daraufhin stand der Bürgermeister am Abend bei mir auf der Matte und hat das blaue vom Himmel erzählt welche Maßnahmen alles ergriffen werden sollten. In der darauffolgenden Woche sollte eine weitere Probe bei uns genommen werden - ist nicht passiert. Es sollte mit Hessenwasser geklärt werden welche Maßnahmen erforderlich sind. Auf meine Rückfrage was den dabei rausgekommen wäre, hieß es, das wäre auf freundschaftlicher Basis und kein Auftrag - man könne hier nicht drängen.

Ich möchte aber gern Wasser gem. der VO und bezahle schließlich dafür. Als ich androhte die Wasserkosten nicht mehr voll zu bezahlen wurde mir mit Mahnverfahren gedroht und ich solle rechtliche Schritte einleiten um das durchzusetzen.

Kommentar von jerkfun ,

Allein die Tatsache ,das der Bürgermeister zu Dir kommt,selbst in einem kleinen Ort,(wenns nicht der Ortsvorsteher war)ist ein starker Hinweis darauf,das die Trinkwasserleitungen uralt sind,sicher 70-100 Jahre.Die Kosten einer Sanierung müsste Hessenwasser tragen.Das Problem ist,die Überkreuzbeteiligung der Gemeinde,den Kosten,den Zuständigkeiten und der Angst,die Wasserpreise anheben zu müssen.Daran ,besonders wenn versprochen wurde,die Gebührenhaushalte in Ordnung zu haben,keine Erhöhungen der Umlagen,kann schon mal eine Wiederwahl scheitern.Also machs so,Du gehst zu einem Gemeindevertreter oder Deinem Ortsbeirat.Dem legst Du folgende Fragen vor,die der Bürgermeister auf der Gemeindevertretersitzung wahrheitsgemäß beantworten muß.1.Was unternimmt der Gemeindevorstand,um nach Gutachten xy ,die überhöhten Trinkwasserwerte z,zu beseitigen? Wann erfolgte die letze Netzspülung?

2.Wenn die Netzspülungen nicht ausreichen um dauerhaft die Werte nach der TWVO zu unterschreiten,welche Maßnahmen sieht der Gemeidevorstand?

3.Der Gemeindevorstand wird gebeten,allen Schriftverkehr ,den er mit der Aufsichtsbehörde und dem Wasserverband bzw.Hessenwasser geführt,in der Ortsbeiratssitzung Adorf und dem Hautausschuß der Gemeinde vorzulegen.

Wenn Du das hast,bist auf der sicheren Seite.Bitte vorher fragen,ob der Gemeindevertreter bereit ist,auf seinen Namen Deine Anfrage zu stellen.Hierzu ist er nicht ! verpflichtet und Du hast keinen Anspruch drauf.Im Dorf,da bin ich mir sicher,geht das aber klar.

Kommentar von jerkfun ,

Hallo Taunide,danke für die Auszeichnung.Es wäre von allgemeinem Interesse,wenn Du berichten würdest,wie es in dieser Angelegenheit weiter gegangen ist,was Du erreichen konntest.

Antwort
von Messkreisfehler, 11

Wo und durch wen wurde die Wasserprobe gezogen?

Ist es sicher, dass der Rost in der Hauptleitung schon enthalten ist oder kommt er ggfs aus der Hausinstallation?

Ich würde hier direkt den Gang zur oberen Wasserbehörde, meist beim Regierungspräsidium ansässig, in RLP wäre das die Struktur und Genehmigungsdirektion.

Kommentar von taunide ,

Probe wurde durch zertifiziertes Unternehmen (Umwelthygiene Marburg) hinter der Wasseruhr genommen also am Hauseingang. Eigene Installation enthält keine Stahlrohre oder Speicher. Nachbarn haben gleiches Problem. Bürgermeister streitet auch nicht ab dass die Ursache im örtlichen Wassernetz liegt. Ich habe selber die Prüfungen nach DIN 6023 A+B und bin im Bilde.

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