Frage von quinann, 66

Müssen Geldspenden die die verstorbene Mutter in den Opferkasten in der Kirche eingeworfen hat im Nachlassverzeichnis angegeben werden?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von imager761, 15

Quinann,

das kommt darauf an: Schenkungen i. S. d. G. sind ausgleichspflichtig und daher anzugeben, wenn sie unter Berücksichtigung der Vermögensverhältnisse des Schenkers "übermäßig" sind und keiner sittlichen Pflicht entspringen.

Meint: Kleingeld in Münzen bei der Kollekte wären es nicht, hohe Scheinberträge durchaus, § 2050 II BGB.

Allerdings nur dann, wenn du das genau wüßtest, Angaben im bewerteten Nachlassverzeichnis müssen "nach bestem Wissen und Gewissen", nicht nach Mutmaßungen abgegeben werden.

Allerdings schmelzen derartige Schenkungen ab dem zweiten Jahr alljährlich um 10% des Wertes ab und valutieren nach 10 Jahren nicht mehr.

Ich rate dir, das Verzeichnis sehr sorgfältig zu erstellen. Bargeld im Geldbeutel, Mietkautionsrückzahlung, Erstattung überzahlter personengebundener Versicherungsbeiträge, Goldpreis des Eheringes usw. geben dem Auskunftsberechtigten einen Anhaltspunkt dafür, ob das Verzeichnis ordnungsgemäß erstellt wurde und dürfte ihn davon abhalten, dich einen Eid schwören zu lassen, der dir bei nachweislich unrichtiger oder unvollständiger Angaben ein Jahr Gefägnis einbrächte :-(

G imager761

Antwort
von Coripiander, 52

Nein, wie willste denn denn des auch nachvollziehen?!? Zudem will das Nachlassgericht den Stand am Todestag, und nicht was sie zuvor zu Lebzeiten gespendet hat!

Kommentar von quinann ,

Ich bin Alleinerbin und muss ein Nachlassverzeichnis für den Pflichtteilberechtigten erstellen.

Kommentar von sergius ,

Die Geldspenden gehören nach Einwurf in den Opferkasten nicht mehr zum "Vermögen" Ihrer Mutter und daher auch nicht zu ihrem Nachlass. Daher sind sie im Nachlassverzeichnis auch nicht zu erwähnen.  Im Übrigen wird es sich bei den Spenden um relative alltägliche bzw. allwöchentliche Kleinbeträge gehandelt haben, also nicht um "Schenkungen" im Sinne des § 2325 BGB, die, soweit sie während der letzten 10 Lebensjahre Ihrer Mutter geleistet worden wären,  dem Nachlass zum Zwecke der Berechnung der Pflichtteile hinzuzurechnen und daher im Nachlassverzeichnis anzugeben wären. Im Laufe der 10 Jahre schmilzt der Hinzurechnungsbetrag allerdings um jährlich 10% ab, so dass z.B. eine Schenkung  5 Jahre vor dem Tod der Mutter nur zu 50% hinzurechnen wäre.  Ich bin aber der Auffassung, dass  übliche Opfergaben an die Kirche nicht unter § 2325 BGB fallen, es sei denn es handele sich um Großspenden in namhaften Beträgen (wie z.B. 5 oder 10.000 Euro). 

Kommentar von quinann ,

Vielen Dank für die Antwort!

Antwort
von reginarumbach, 39

nein.

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