Frage von EstrellaBrown, 109

Müssen für die Kinder für die Mindestrente der Eltern aufkommen?

Hallo liebe Leute, Meine Mutter wird wohl die Mindestrente bekommen. Diese ist ja aber sehr gering (400 Euro?), wird die miete dann ebenfalls vom Staat übernommen oder müssen die Kinder (oder Ehegatten) dafür auf kommen? Und was ist wenn sie das finanziell nicht stemmen können?

Für die die jetzt sagen "da hätte man sich vorher Gedanken machen müssen" ja.. das ist uns bewusst. Leider hatte meine Mutter, als Alleinerziehende Frau ,zwischendurch einen finanziellen Engpass. Der Steuerberater riet ihr dann zur Auflösung ihrer sehr guten Rentenversicherung.. was geschehen ist ist geschehen, jetzt müssen wir das beste daraus machen.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von isomatte, 41

Was meinst du denn mit der Mindestrente ?

Du meinst wohl den Regelsatz von 404 € für z.B. einen Single,mit dem er seinen Lebensunterhalt bestreiten muss ?

Wenn deine Mutter verheiratet ist,dann ist ihr Ehemann vorrangig zum Unterhalt verpflichtet,wenn er mit seinem anrechenbaren Einkommen den Bedarf der beiden nicht decken kann,dann kommt vorrangig Wohngeld in Betracht.

Dazu gibt es im Internet kostenlose Rechner.

Käme das nicht in Betracht,dann müsste eine Aufstockung beim Jobcenter beantragt werden.

Wenn der Ehemann z.B. 1200 € Nettoeinkommen hätte,würden ihm dann vom Jobcenter theoretisch 300 € an Freibetrag vom Netto abgezogen,er hätte dann noch ca. 900 € anrechenbares Einkommen.

Den Eltern stünde 2 x 364 € = 728 € Regelsatz zu und dazu käme die KDU - Kosten der Unterkunft und Heizung ( Warmmiete ),dass ergibt den Bedarf der Eltern.

Würde die KDU -angenommen 422 € betragen,dann läge der Bedarf mit den 728 € Regelsatz bei min. 1150 €,dass anrechenbare Einkommen aber nur bei ca. 900 €,also würde es dann min. eine Aufstockung von ca. 250 € geben.

Im SGB - ll also ALG - 2 oder besser Hartz - lV - sind die Kinder ihren Eltern gegenüber nicht zum Unterhalt verpflichtet.

Wenn die Eltern dann nicht mehr arbeitsfähig wären,dann kämen Leistungen nach dem SGB - Xll - vom Sozialamt in Betracht,dann würden auch vorrangig der Ehegatte oder eingetragene Lebenspartner zum Unterhalt verpflichtet sein.

Erst wenn keine Leistungsfähigkeit bestehen würde kämen die Kinder an die Reihe,diese müssten aber erst Unterhalt leisten,wenn sie mehr als 100 000 € Brutto Jahreseinkommen hätten,dies gilt aber nur so lange,wie die Eltern zuhause wohnen würden / könnten.

Würden sie in ein Pflegeheim müssen,dann sieht es schon wieder anders aus,dann stünde einem Single z.B. ein Selbstbehalt von derzeit 1800 € Netto zu,dazu können dann noch vorrangige eigene Unterhaltszahlungen geltend gemacht werden.

Beiträge für eigene Altersvorsorge,Aufwendungen wegen der Beschäftigung,eigene Raten die vorher schon gezahlt werden mussten usw.sollte dann immer noch ein Überschuss vorhanden sein,dann würde z.B. das Kind 50 % dieses Überschusses als Zuzahlung für die Heimkosten zusteuern müssen,natürlich max. den fehlenden Betrag.

Kommentar von Bambi201264 ,

Eine ausgezeichnete und vor allem sehr ausführliche Antwort.

Kommentar von EstrellaBrown ,

Oh vielen Dank für die gute Antwort! Das heißt, sie wird nie Rente bekommen, sondern wenn dann Wohngeld. Mein Stiefvater muss allerdings für ihren Lebensunterhalt auf kommen. Reicht sein Einkommen dazu nicht aus, kann beim Amt das Wohngeld beantragt werden. Die Höhe dessen ergibt sich dann aus einer Rechnung mit seinem Einkommen und Kosten etc. Richtig?

Ich als Kind müsste nur Unterhalt zahlen, wenn ich über 100.000 als Einkommen komme.
Habe ich das so richtig verstanden?

Kommentar von isomatte ,

Ob sie mal eine Rente bekommt kann ich dir so nicht sagen,aber du schreibst doch das sie ihr ganzes Leben lang gearbeitet hat und wenn sie da in die RV - Beiträge abgeführt hat und die Voraussetzungen erfüllt sind,dann wird sie auch eine Rente bekommen !

Sie müsste dann von der RV - immer Briefe bekommen haben,darauf sollte dann der mögliche Rentenanspruch stehen,den sie sich bis zu einem bestimmten Zeitpunkt schon erarbeitet hat.

Eine private Rentenversicherung hat ja nichts mit der staatlichen RV - zu tun,wenn eine private Versicherung gekündigt wird,dann hat man bei Erfüllung der Anspruchsvoraussetzungen immer noch Anspruch auf seine normale z.B. Altersrente.

Sollte diese dann gering ausfallen oder tatsächlich kein Anspruch bestehen,weil man z.B. Selbstständig war und sich nicht privat abgesichert hat,dann bekommt man staatliche Unterstützung,wenn nicht vorrangig Unterhaltspflichtige zum Unterhalt verpflichtet sind und mit diesem dann der Grundbedarf abgesichert wäre.

Das Wohngeld ist nur ein kleiner Zuschuss zur Miete und deckt den Grundbedarf nicht ab.

Dies bedeutet,um überhaupt einen evtl.Anspruch auf Wohngeld zu haben,muss in der Regel ein Mindesteinkommen erreicht werden und das liegt dann bei min. 80 % von dem,was man als Grundsicherung vom Staat bekommen würde,wenn man gar kein Einkommen hätte.

Das würden bei einem Ehepaar z.B. derzeit min. 2 x 364 € Regelsatz sein + die KDU - Kosten der Unterkunft und Heizung ( Warmmiete ),dass ergibt dann den Bedarf der beiden und davon müssten dann min. diese 80 % erreicht werden.

Ob ein evtl. Anspruch bestehen könnte kann man sich im Internet von einem kostenlosen Rechner für Wohngeld berechnen lassen,zumindest so in etwa.

Diese 100 000 € Brutto Jahreseinkommen für die Kinder gelten aber nur dann,solange die Eltern zuhause wohnen und nicht in ein Heim müssten oder schon sind.

Das kannst du dir alles selber mal durchlesen,gibst du im Internet einfach mal ein ,, Elternunterhalt ",da ist dann alles genau erklärt.

Kommentar von isomatte ,

Danke dir für deinen Stern !

Antwort
von schleudermaxe, 44

Nein, das hat doch damals der noch heute so "beliebte" Schröder eingeführt, damit die Damen und Herren im Alter nicht genervt werden. Es gibt die Grundsicherung incl. Miete und für die Berufstätigen auch Wohngeld. Warum wird das nicht beantragt?

Antwort
von kevin1905, 32

Meine Mutter wird wohl die Mindestrente bekommen.

Eine Mindestrente gibt es nicht. Wessen Einkommen im Alter nicht reicht, kann Grundsicherung beantragen.

Unterhaltsansprüche gegen den Ehepartner sind vorrangig gegenüber denen des Staates. Kinder springen nur dann ein, wenn ihr Einkommen 100.000,- € p.a. übersteigt.

Expertenantwort
von DerHans, Community-Experte für Rente, 22

Ist die Rente geringer als die Grundsicherung, also 404,00 € plus die tatsächliche Miete für bis zu 50 qm, wird sie vom Staat aufgestockt.

Verwandte werden dazu nicht heran gezogen. Natürlich sind Ehegatten, die zusammen leben, gegenseitig zum Unterhalt verpflichtet. Da werden also beide Rentenansprüche zusammen gerechnet.

Antwort
von Roquetas, 50

Das sagt die deutsche Rentenversicherung dazu:

"Anders als bei der Hilfe zum Lebensunterhalt werden
Unterhaltsansprüche gegenüber Kindern und Eltern bei
der Grundsicherung nicht angerechnet. 

Voraussetzung ist, dass deren jährliches Gesamteinkommen unter
100 000 Euro liegt. Dann muss auch das Einkommennicht nachgewiesen werden.

Liegt das Einkommen der Angehörigen über der Grenze, besteht kein Anspruch auf Grundsicherung. 

Hilfeleistungen können dann nur noch über die Hilfe zum
Lebensunterhalt gezahlt werden."

Antwort
von Bambi201264, 61

Zunächst mal ist ihr Ehegatte ihr "unterhaltsverpflichtet". Sollte auch er das nicht wuppen, sind natürlich die Kinder dran, und nur, wenn auch das nicht geht, kommt der Staat und hilft.

Muss aber alles beantragt werden.

Kommentar von EstrellaBrown ,

Oh man.. heißt das keine Mindestrente, es sei denn die Familie kann nicht zahlen? Sie hat ihr ganzes Leben lang gearbeitet.. dann nur den einen Fehler begannen 

Kommentar von Bambi201264 ,

Ja, Estrella, so ist das. In Deutschland darfst Du weder krank noch alt werden.

Mir graut schon vor 2032, dann gehe ich in Rente, und obwohl ich immer sehr gut verdient habe, werde ich davon wohl kaum leben können.

Kommentar von Roquetas ,

Du hast ja meinen Beitrag gelesen. Also ruhig Blut - sollten sich die Gesetze nicht wieder ändern, könntest auch du Grundsicherung beantragen, wenn deine Kinder nicht gerade Großverdiener sind ;-))

Kommentar von Bambi201264 ,

Kinder habe ich aber nicht... :(

Kommentar von DerHans ,

Für Grundsicherung im Alter werden die Kinder nur heran geogen, wenn ihr Jahreseinkommen über 100.000 € liegt.

Expertenantwort
von DerHans, Community-Experte für Rente, 11

Die Mutter muss die Scheidung einreichen. Dann werden die Rentensansprüche aus der Ehezeit geteilt. Dann bekommt der Vater zwar weniger, aber man muss sich dann nicht um den Unterhalt streiten.

Expertenantwort
von DerHans, Community-Experte für Rente, 17

Wenn der Steuerberater ihr einen solche schwachsinnigen Vorschlag gemacht hat, sollte sie ihn zum Schadensersatz verklagen.

Kommentar von EstrellaBrown ,

ja.. war halt kein guter. und sie kurz nach der Trennung und dem gleichzeitigen Tod der mutter wohl nicht ganz so reflektiert.. aber naja, was geschehen ist, ist geschehen. viel wichtiger ist nun: was machen wir jetzt

Antwort
von Biberchen, 53

ich würde erstmal Wohngeld und Grundsicherung beantragen!

Kommentar von EstrellaBrown ,

Bevor die Rente beantragt wird? Kannst du mir das mit dem Wohngeld und der GrundSicherung genauer erklären? Was ist wenn der Ehemann arbeitet, aber nur 1200 im Monat verdient? 

Kommentar von Biberchen ,

dann kannst du eventuell einen Antrag auf Wohngeld stellen. Da fällt dann die Grundsicherung weg. Du hattest hier nur 400,- € als Zahl genannt.

Kommentar von DerHans ,

Grundsicherung kann ein Ehepaar natürlich nur gemeinsam beantragen. Wenn noch einer der Ehegatten arbeitet, wird es wohl keine Grundsicherung geben. Da wäre dann das JobCenter mit aufstockend AlG 2 zuständig.

Kommentar von kevin1905 ,

Rente und Ehegattenunterhalt ist vorrangig zu beantragen!

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community