Frage von 19Berny90, 98

Müssen Fotos nachbearbeitet werden?

Ich bin leidenschaftlicher Hobbyfotograf und verabscheue fast schon die Nachbearbeitung an Fotos. Klar ein bisschen Kontrast und Helligkeit nachjustieren ist noch okay, meiner Meinung nach. Aber alles glätten, Farben anpassen und schärfen, unschärfe einspielen etc. Das macht doch kein Foto mehr aus, da kann ich doch gleich eine grafische Person erstellen oder eine grafische Landschaft gestalten. Was ist eure Meinung hierzu?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von MetalMaik, 33

Für mich gehört die Nachbearbeitung auch auf jeden Fall dazu und dazu gehört nicht nur "etwas  Helligkeit und Kontrast nachjustieren", auch die Farben anpassen (Farbtemperatur, Weißabgleich, usw.) gehören für mich dazu, den auch wenn die Kamera auf automatischen Weißabgleich eingestellt ist, stellen digitale Kameras die Farben oft nicht richtig dar. Ich fotografier z.B. sehr gerne Sonnenauf- und untergänge und möchte auf den Bildern nachher die verschiedenen Farben und Wolkenstrukturen sowie auch die Landschaft sehen können (und zwar nicht nur in schwarz ;-)). Da lässt sich aus einem einzigen RAW Bild und Programmen wie Lightroom schon eine Menge rausholen. Ich selbst arbeite (zumindest bei Sonnenauf- und untergängen) hauptsächlich mit HDR Belichtungsreihen.

Für mich gehört die Bearbeitung auf jeden Fall zum kreativen Prozess dazu und ich (nicht die Kamera) gebe dem Bild so meine eigene Note. Ich finde auch nicht, dass Bilder immer 100% realistisch aussehen müssen (das tun jpegs ja auch nicht), wichtig ist, dass mir das Bild am Ende gefällt. Für mich ist die Fotografie eine Kunst, ähnlich der Malerei. Wenn ich z.B. ein schönes Landschaftsmotiv habe, wo fast alles passt, nur mitten im Bild steht ein hässlicher Handymast der irgendwie nicht in die Komposition passt, dann wird der halt weg retuschiert, auch wenn es dann nicht mehr so aussieht wie in "echt".

Nur weil man Bildbearbeitung nicht mag oder sich nicht mit ihr ausseinandersetzen will, sollte man jedenfalls nicht sagen, dass sie nichts in der Fotografie zu suchen hat. Natürlich gibt es auch Bilder, wo ich die Bearbeitung nicht so schön oder übertrieben finde, aber anderen gefällt es vielleicht. Letztenendes sollte das jeder für sich selbst entscheiden ob und wenn ja wie er seine Bilder bearbeiten will und wenn mir ein Bild nicht gefällt, schau ich es mir halt nicht weiter an ;-) .

Zum Schluss noch zwei Bilder von mir, vom heutigen Sonnenaufgang in meiner Heimatstadt Dannenberg (ein HDR aus sieben und eins aus fünf Belichtungen, bearbeitet mit Photomatix und Photoshop).


Kommentar von MetalMaik ,

Hm sorry, die Bilder wurden leider nicht gesendet, weil sie angeblich mehr als 2MB hatten, obwohl sie insgesamt nur 800kb hatten :-(

Kommentar von MetalMaik ,

Vielen Dank für den Stern :-)

Kommentar von Raphisto ,

Hast du eine Seite? Würde mich über einen Link freuen :) Vllt bekomme ich dann sogar deine beiden HDR Aufnahmen zu sehen ^^

Kommentar von MetalMaik ,

Eigene Website hab ich bis jetzt noch nicht (will ich mir aber demnächst mal einrichten). Ich bin aber in ziemlich vielen Communitys vertreten (Flickr, Panoramio, You Pic, 500px, Facebook, usw.), google einfach mal nach Maik Richter Photography, darunter wirst Du das meiste von mir finden. Viele Grüße, Maik :-)

Antwort
von Gerneso, 77
Kommt auf das Foto an.

Bei privaten Aufnahmen kann das jeder handhaben wie er möchte. Wenn man als Fotograf seine Dienstleistungen gegen Geld anbietet muss man leisten, was der Kunde wünscht / erwartet.

Die meisten Menschen mögen sich selbst halt nicht in "Natur". Da man einen Fotograf in der Regel für besondere Anlässe beauftragt und hier eben Erinnerungsfotos haben möchte, die man sich gerne ansieht und auch gerne zeigen möchte, wollen die Auftraggeber sich auf den Fotos gefallen.

Daher ist es aus meiner Sicht für z. B. professionelle Aufnahmen einer Hochzeit / Brautpaarshooting unerlässlich, dass diese sehr gut bearbeitet worden sind. Es geht hier nicht darum, dass die Personen vollkommen anders aussehen als in "Echt", aber eben etwas aufpoliert. Das ist in Ordnung und wenn Du das als Fotograf ablehnst, solltest Du das im Vorgespräch Deinen potenziellen Kunden genauso mitteilen, dass es anschliessend nicht zu Enttäuschungen kommt.

Antwort
von Startrails, 90
Nachbearbeitung im kleinen Stil (Helligkeit und Kontrast)

Da sehe ich es ähnlich wie du - manchmal muss sogar nachgearbeitet werden wie ich finde. Kommt doch hin und wieder vor, dass bestimmte Bereiche zu hell oder zu dunkel sind und da ist eine Nachbearbeitung schon sinnvoll. Minimale Kontrastanhebung mache ich eigentlich nur bei Fotos von der Sonne oder bei der HDR-Fotografie :-)

Antwort
von Blindi56, 76
Kommt auf das Foto an.

Das kommt natürlich drauf an, was man erzielen will.

Bei Portraits oder "realistischen" Fotos so wenig Nachbearbeitung wie möglich, aber künstlerische Effekte bei eher "kunstvollen" Bildern. Vieles müsste man dann aber gleich beim Fotografieren anwenden.

Antwort
von KimmMarley, 63
Ja Nachbearbeitung gehört auf jeden Fall dazu!

Selbstverständlich gehört die Nachbearbeitung dazu. Sie hat auch schon immer dazugehört!

Du denkst wahrscheinlich, dass die Bildbearbeitung erst mit Photoshop kam, aber das stimmt so nicht. Auch wenn du mit der Digitalkamera ein Foto schiesst, bearbeitet deine Kamera schon automatisch die Bilddatei und erstellt ein JPG, welches meistens schon Kontrast und Sättigung hinzugefügt.

Genau an diesem Punkt sollte der Fotograf einschreiten, in RAW fotografieren und die Bilder selber Bearbeiten.

Oder willst du die Bearbeitung einer Maschine überlassen?


Auch bei der analogen Fotografie wurde schon bearbeitet, Kontrast hinzugefügt und Farben angepasst usw. Das gehört alles dazu und kann und soll doch auch zum kreativen Prozess gehören!


Fotografie hört nach dem Knipsen noch lange nicht auf!

Antwort
von DamnVinni, 98
Kommt auf das Foto an.

Je nachdem. Ein Foto sollte meiner Meinung nicht zu stark nach bearbeitet sein. Am besten gar nicht. Aber mal hier und da etwas wie die Helligkeit bearbeiten, ist in Ordnung finde ich :D

Antwort
von Skinman, 45
Kommt auf das Foto an.

Vor allem müssen Fotos, sobald man auch nur minimale Ambitionen hat, unter so ziemlich allen Umständen als RAW-Dateien geschossen werden, damit man sich alle Optionen offen hält.

Selbst wenn man sonst keine der zahlreichen objektiv vorhandenen Vorteile gelten lässt: Bei RAW-Dateien kann man mit einem Klick im Nachhinein den Neutralabgleich einstellen. Wer auch nur ein einziges Mal versehentlich irgend etwas Wichtiges mit der falschen "White Balance" als OOC-jpgs geknipst hat, möglichst noch eine größere Serie von einem wichtigen Event auf AWB, der wird sich in den @rsch beißen, sobald er rausfindet, wie einfach das geht.

Darüber hinaus lassen sich auf die Weise kleinere Fehlbelichtungen fast verlustfrei im Nachheinein kompensieren, Verzerrungen des Objektivs gezielt herausrechnen (auch wenn das etwas Auflösung kostet - aber Pixel gibt's ja genug, heutzutage) und mehr. Und sobald jemand einen besseren Entrausch-Algorithmus entwickelt, kann man mit RAW auch noch Jahre und Jahrzehnte später davon profitieren.

Kommentar von Skinman ,

... und wer sich mit Jpegs aus der Kamera zufrieden gibt, hat sowieso nicht das geringste Recht, irgend etwas gegen Nachbearbeitung zu sagen. Denn der überlässt die teils recht weit gehende Nachbearbeitung ja sogar komplett seiner gedankenlosen Kamera.

Ähnliches könnte man mit einiger Berechtigung über Matrix-Belichtungsmessung sowie jedes Motivprogramm sagen, bei dem man sich nicht genau gemerkt hat, was exakt es alles macht.

Kommentar von judgehotfudge ,

... und wer sich mit Jpegs aus der Kamera zufrieden gibt, hat sowieso nicht das geringste Recht, irgend etwas gegen Nachbearbeitung zu sagen.

Warum so dogmatisch? Ich nehme an, Du hattest noch nie eine Kamera, die gute JPEGs liefert.

Kommentar von Skinman ,

"Those who assume, make an ass out of u and me" ;-) Lies dir noch mal genau durch, was ich da geschrieben habe und vielleicht auch, wie "dogmatisch" ich abgestimmt habe.

Kommentar von judgehotfudge ,

Verstehe nicht, was Du meinst. Ich glaube nicht, dass ich Dich falsch zitiert habe. Kann natürlich sein, dass Du was anderes gemeint hast, als Du geschrieben hast.

Kommentar von Skinman ,

Ich persönlich bin sowieso nicht kategorisch gegen Nachbearbeitung. Aber es gibt tatsächlich Leute, die machen einerseits den Dogmatischen in der Hinsicht ("Keinesfalls nachbearbeiten!!1") während sie andererseits jpegs schießen und damit ihre Kamera entscheidende Nachbearbeitungen machen lassen, über die sie noch nicht mal irgendwas wissen. Und da wird's albern. Dito bei den anderen Blackboxen. Bei Matrixmessung kann man nicht vorher wissen, was rauskommt, und wer das nutzt, der kann nicht mehr mit auf Intention oder bewusste Gestaltung gestützten Argumenten kommen.

Kommentar von judgehotfudge ,

OK, ich glaube, jetzt habe ich's verstanden. Danke!

Antwort
von LoriSchnori, 85
Kommt auf das Foto an.

Kommt ganz darauf an was man damit erreichen will.

Wenn jemand sagt "Oh guck mal das hab ich fotografiert" dann sollte da keine große Nachbearbeitung reinspielen. Wenn aber jemand einfach ein schönes Bild von einer Landschaft haben will und es nicht darum geht ein toller Fotograf zu sein oder ähnliches, sondern einzig und allein darum geht ein schönes Bild am Ende zu haben, dann darf er so viel nachbearbeiten wie er will, solange er dazu steht und nicht behauptet jetzt der weltbeste Fotograf zu sein.

Antwort
von JackBl, 50
Kommt auf das Foto an.

So pauschal kann man das gar nicht sagen. Ich fotografiere in den meisten Fällen so, dass keine Nachbearbeitung notwendig nötig sein sollte.

Manchmal macht man es aber so, dass man das Bild bewußt auch im RAW-Format speichert, um noch mehr herausholen zu können. Das ist besonders im HDR-Bereich der Fall oder auch bei schlechteren Lichtverhältnissen, wo man eben auch noch eine bestimme Stimmung herausheben möchte.

Dazu gibt es natürlich noch unzählige andere Situationen, aber wie gesagt, eine leichte Entwicklung mache ich auch fast überall.


Antwort
von Raphisto, 30
Ja Nachbearbeitung gehört auf jeden Fall dazu!

Was man am PC (zum Beispiel in Lightroom) bei RAW Bildern verändern kann ist grundsätzlich genau das selbe, was deine Kamera von alleine macht, wenn sie ein Jpeg Foto macht. Deine Kamera versucht eben einen möglichst guten Neutralabgleich usw. zu machen, was eben manchmal auch schief läuft.

Aber bei einem Foto geht es meistens darum etwas auszudrücken! Also wenn du einen Sonnenuntergang hast, dann ist es normal, dass du die Farben - die sich deine Kamera als neutral ausgesucht hat - weiter in das orange ziehst, um das Bild so wirken zu lassen, wie der Sonnenuntergang auch auf dich gewirkt hat.

Ich bin also der Meinung, dass die Korrektur an einem Bild nicht "schummeln" ist, da es ja nicht eine Dokumentation sein soll: Der kleine Computer in deiner Kamera weiß nicht besser als du wie kontrastiert oder gesättigt der Inhalt deines Fotos gewirkt hat.

Antwort
von easypeasyyy, 61

Ich finde es auch besser wann man die Fotos nicht schminkt @bibisbeautypalace

Antwort
von FoxundFixy, 24
Ja Nachbearbeitung gehört auf jeden Fall dazu!

Wenn man mit RAW fotografiert, ist das sogar ein Muß

Antwort
von Eselspur, 51

Ich finde: entweder oder!

Kommentar von 19Berny90 ,

Diese Antwort bzw. Aussage ist nicht sehr präzise.... Entweder oder ... was?? 

Kommentar von Eselspur ,

Ich meine: wenn jemand ernsthaft fotografiert soll er sich entscheiden, entweder Fotos überhaupt nicht zu bearbeiten, oder aber alle Möglichkeiten der digitalen Bildbearbeitung zu nutzen. Den Mittelweg finde ich persönlich nicht überzeugend.

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