KrowndKing am 06.05.2008 um 18:02 Uhr
Habe heute ein Flugzeug mit verhältnissmäßig kleinen Tragflächen gesehen, da kam die Frage in mir auf. Oder kann man das durch die Leistung der Triebwerke ausgleichen??

Max, die Größe der Tragflächen ergibt sich aus strömungsdynamischen Berechnungen für die Gesamtform. Auch der Rumpf und der Tragfächenkasten tragen mit. Das Ding, das du gesehen hast ist sicher der Airbus "Beluga" (zum Flugeugteil-Transport von Hamburg nach Toulouse). Das Flugzeug hat wirklich sehr kleine Tragflächen; es braucht aber auch keine grösseren, da es meist Hohlteile (ohne viel Masse) transportiert und der Rumpf "mittragend" ausgelegt ist. Die Grösse der Tragflächen hängt auch stark von der Fluggeschwindigkeit ab (siehe der Vergleich der Concorde oder SR 71 Blackbird zum Segelflugzeug).
Raketen haben fast keine Tragflächen, lassen sich aber trotzdem steuern. Allerdings sind Tragflächen ja wohl auch für den Gleitflug (Segelflug) erforderlich, der zumindest bei Passagiermaschinen immer mal wieder auftauchen soll. Ein einschlagen auf dem Flughafen macht sich nicht so gut...
KrowndKing am 6. Mai 2008 18:09 die müssen ja auch erstmal nur in eine Richtung der Erdanziehung strotzen, nach oben. Im Weltraum sieht das ganze dann wieder komplett anders aus.

Mindestgrössen sind nicht vorgeschrieben, aber es gibt sicher Berechnungen, welche Flügelgrösse optimal für den jeweiligen Flugzeugtyp ist
eigentlich schon die Concorde hatte ja auch kurze Flügel im vergleich zu Ihrem Rumpf

für den richtigen auftrieb brauchst du auch die entsprechenden tragflächen.

Das lässt sich in einem gewissen Rahmen ausgleichen. Segelflieger haben die größten Flügel, Düsenjäger die verhältnismäßig kleinsten Flügel.

Die Tragflächen müssen den aerodynamischen Auftrieb liefern, der das Gewicht des Flugzeuges ausgleicht.
Eine bestimmte Tragfläche liefert je nach Geschwindigkeit und Anstellwinkel typische Auftriebswerte, je schneller und/oder je steiler desto mehr.
Ein wesentlicherWert einer Tragfläche ist die Flächenbelastung (Kilonewton/m^2), also wieviel Auftrieb eine Tragfläche je Quadratmeter liefern muss.
Für langsame Flugzeuge (Segler, Ultraleicht, Transportflugzeuge für kurze Pisten, ...) wählt man eine geringe Flächenbelastung, also relativ große Flügelfläche im Verhältnis zum Gewicht. Hier wählt man meist auch eine große Streckung der Tragfläche, also schmale Flügel mit großer Spannweite.
Für schnelle Fluzeuge braucht es eine hohe Flächenbelastung, also kleine Flügelfläche im Verhältnis zum Gewicht. Passend dazu auch gleich eine geringe Streckng, also breite, oft stark gepfeilte Tragflächen geringer Spannweite oder Deltaflügel (Dreieckflügel).
Je nach erwünschtem Flugverhalten und Geschwindigeitsbereich kommt nun noch das passende Profil dazu, auch da gibt es verschiedene Grundtypen, die unterschiedliche Polaren aufweisen.
... reicht das für den Anfang oder soll ich weiter ...???
wenn die Flügel genug Auftrieb erzeugen, dann kann jedes Flugzeug fliegen. Es muss nur schnell genug sein, sonst fliegt es nur in Richtung Erde...