Müssen Eltern immer funktionieren?

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Das Ergebnis besteht aus 6 Abstimmungen

Sie haben ein Recht auf Ruhe 83%
Sie müssen immer Funktionieren 16%

7 Antworten

Sie haben ein Recht auf Ruhe

Prinzipiell gesehen haben sie ein Recht auf Ruhe.    

Das ist, finde ich, etwas von der Definition des "immer Funktionieren" abhängig. 

Ich finde, natürlich sollten Eltern immer für ihre Kinder da sein, grade wenn es Probleme gibt. 

Das von dir angesprochene Bild einer Mutter sehe ich allerdings genauso wie du.  Ich finde, heutzutage kommt es immer mehr in Mode, dass "man ja alles für seine Kinder tut", denen also wirklich alles hinterherräumt etc. und die Kinder das auch so aufnehmen und dann richtig respektlos werden, wenns mal nicht so ist. 

Ich finde, man sollte wieder etwas in die Richtung "von früher" gehen. Dass die Mütter den Haushalt schmeißen und die Kinder ohne weiteres helfen. 

Ich bin selbst grade mal 19 Jahre und für mich war das schon als Kind selbstverständlich, dass, wenn z.B. meiner Mutter eine Gabel runterfällt, ich derjenige bin der sich dann bückt und die aufhebt. Wenn ich sehe, wie teilweise Jugendliche, die nur 4-5 Jahre jünger sind als ich schon richtig aggressiv ihren Eltern gegenüber werden, weil denen z.B. ein Glas runterfällt, und die Kinder deshalb beim Fernsehgucken etwas nicht verstehen, dann frag ich mich, wo das hinführen soll. 

Habe jetzt zwar etwas um deine Frage drum herum geredet, aber ich denke man, sieht, was ich damit sagen will :D 

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Kommentar von Thyralion
12.02.2016, 10:41

Ich stimme dir auf jeden Fall zu. Das in "Notfällen" oder besser in Bedarfsfällen reagier werden muss, ist für mich selbstverständlich.

Das worum es mir geht, ist zum Beispiel die heut schon was grundsätzliche Dauerbespassung. Die Kinder sind heutzutage unfähig sich selbst in Krankheitsfall mit sich selbst zu beschäftigen, und dass trotzdem das Kinderzimmer vor Spielsachen überquillt.

Es es da eine Pflicht der Eltern, auch im Falle einer Erkrankung permanent mit den Kindern durchs Zimmer zu kaspern, nur um sie zu beschäftigen?

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Sie haben ein Recht auf Ruhe

Jeder Mensch hat ein Recht auf Ruhe. Allerdings denke ich, dass Eltern auch in der Ruhephase einsatzbereit sein sollten. Im Sinne von: Wenn es Probleme gibt, die behoben werden MÜSSEN kann man sich nicht ausruhen

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Sie müssen immer Funktionieren

Hat man ein gut funktionierendes soziales Netz, kann somit jederzeit auf Leute zurückgreifen die einen jederzeit unterstützen, dann kann man es sich durchaus leisten "sich für sich selbst Zeit zu nehmen".
Hat man dann auch noch einen Partner der sich selbstverständlich um Haushalt und Kind kümmert, dann kann man sich erst recht Zeit für sich nehmen (ausschlafen oder krank im Bett liegen, dem Hobby nachgehen, etc pp).

Allerdings, was ist mit den alleinerziehenden Müttern und Vätern, deren soziales Netz dahingehend nicht so stark ist? Die nicht mal eben jederzeit auf andere Leute zurückgreifen können um ihr Kind versorgt zu wissen? Die keinen Partner haben, oder einen auf den sie sich verlassen können?

Da greift dann wirklich "Mütter (Väter) melden sich nicht krank". Da muss man dann wirklich rund um die Uhr funktionieren und auch mit Kopfschmerzen, Fieber, Erkältung plus verdrehtem Knie fürs Kind sorgen. Klar, im entsprechend eingeschränkten Maße... aber man ist anwesend, versorgt die Grundbedürfnisse und das Bedürfnis nach Nähe und Aufmerksamkeit.

Ist dein Kind erst mal Teenager kann sich durchaus dieser Verantwortungsbereich lockern, man bekommt als Elternteil mehr Zeit für sich.  Doch bis dahin muss immer gewährleistet sein das jederzeit ein verantwortungsbewusster Erwachsener voll da ist (einsatzbereit ist) und anwesend ist.

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Kommentar von Thyralion
12.02.2016, 10:46

Wie ich bei EGitarre schon meinte, es geht mir nicht um die Grundversorgung. Klar muss in dem Falle das Elternteil seine Pflicht erfüllen. Aber es geht mir eben und die Dauerbespassung. Dieses Grundbedürfniss nach Nähe und Aufmerksamkeit pervertiert in den letzten Jahren immer mehr. Ich sehe Kinder in ihren vollgepropten Zimmern sitzen, die nichts mir sich anzufangen wissen, nur weil niemand mit dabei sitzt. Ich gehe sogar soweit, dass ihnen die Fähigkeit zur Selbstständigkeit aberzogen wurde. 

Und deshalb die Frage. Ist es ein "Muss" ständig diese, reduzieren wir es mal auf Bespassung, präsentieren zum müssen, auch wenn eine Auszeit gesundheitlich geboten ist?

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Kommentar von Rockige
12.02.2016, 10:50

Weshalb eigentlich "...muss denn das jetzt auch in den "Ruheraum" Familie geschoben werden?"

Ja sicher, der Werbespot lässt Raum für Spekulation und Raum für die eigene Interpretation...

Glaubst du wirklich, das ist ein Phänomen der "Neuzeit"? Das die Mütter/ Eltern allgemein da sind für ihr Kind? Rund um die Uhr Ansprechpartner sind (im Idealfall) und einsatzbereit sind falls irgendwas erledigt werden muss?

Ja, es gibt Schlüsselkinder... Kinder die schon  früh lernen müssen relativ alleine klar zu kommen im Alltag. Die bereits in der Grundschule (oder spätestens ab weiterführender Schule) einen Schlüssel bekommen und sich dann nach der Schule daheim selbständig Essen machen müssen, alleine die Hausaufgaben erledigen, bis die Eltern von der Arbeit kommen. Aber das ist nicht die Regel.

Beides - sowohl Elternteile die rund um die Uhr daheim sind, als auch Schlüsselkinder - sind keine neumodischen Phänomene sondern so alt wie die Menschheit selbst.

Dieses "Ich bin ein Elternteil und ich will - egal wie alt und zahlreich mein Nachwuchs ist - Zeit ganz für mich alleine" ist eher recht "neumodisch". Dieses Denken gibts noch nicht sehr lange. Vielleicht erst seit wenigen Generationen. Noch zu Zeiten unserer Großeltern sah dies das typische Rollenbild garnicht vor.

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Sie haben ein Recht auf Ruhe

Ein Mensch kann gar nicht immer funktionieren!

Jeder Mensch benötigt seine Ruhe. Ob wegen Krankheit oder einfach nur Auslastung spielt dabei keine große Rolle.

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Klar hast du recht - aber du gehst die Sache falsch herum an! Die Werbung gibt kein Rollenbild vor sondern übernimmt es! So "wollen" deutsche Mütter sein. Oder so glauben sie, sein zu müssen.

Wie die liebevolle Hausfrau, die zufrieden lächelnd die blitzblanke Küche zum hundertsten Mal aufräumt und nur auf ein besserwisserisches Kind wartet, das ihr seine Heldentaten berichtet. Würde in kaum einem anderen westlichen Land funktionieren...

Tatsache ist zwar, dass kranke Eltern ihr Kind nicht sich selbst überlassen können. Aber auch, dass man wegen einer simplen Erkältung nicht gleich
bettlägerig ist. Mit oder ohne "Zauberpille"!

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Kommentar von Fishmeaker
12.02.2016, 10:50

Du hast schon Recht, dass diese Werbung das Rollenbild nur übernimmt, welches in den Köpfen vieler deutschen Mütter herumschwirrt.

Aber die Medien, und dazu gehört auch die Werbung, tragen nunmal ihren Teil zum Gesellschaftsbild bei. So wird diese Einstellung nur wieter gestärkt.

Weist du welche Werbung ich wirklich fantastisch fand?

Sie lief nicht lange, weil ich viele Leute darüber empört haben..
Auch das beworbene Produkt fällt mir nicht mehr ein.

Aber dort ging es um einen alten Mann, der seinen Tod vortäuscht damit die Familie zusammenkommt und er an Weihnachten nicht alleine sitzt.

Viele fanden das schlimm. Ich fande es richtig, denn das ein Problem. So viele alte Menschen sitzen in Altersheimen, auch zu Weihnachten, an Ostern und sonstigen Feiertagen. Und die letzten Verwandten scheren sich nicht darum. Denn alte Menschen können nunmal anstregend sein.

Aber dieses wach rütteln finde ich genau richtig. Diese Werbung hat auf eine ganz direkte Art auf ein Problem aufmerksam gemacht. Das ist gute Werbung.

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Sie haben ein Recht auf Ruhe

haben ein Recht auf Ruhe....
nur Recht HABEN und Recht BEKOMMEN sind 2 Paar Schuhe.

Gerade bei sehr kleinen Kindern ist das Leben = ein Dauereinsatz, 24 Std. 7 Tage, 12 Monate.

Wenn Kinder etwas älter sind und Argumenten zugänglich, kann man sich mal hier und da eine Auszeit abzwacken, doch die Pflicht zur Erreichbarkeit ist natürlich da. So ähnlich, wie Arzt, der Bereitschaftsdienst hat. Schließlich sind Kinder die Schutzbefohlenen.

Je älter die Kinder werden, desto eher hat Mama / Papa die Chance auf etwas mehr Zeit für sich. Schön, wenn da noch Großeltern sind, die vielleicht mal ein Wochenende übernehmen können. Aber das Glück hat nicht jeder....

Grüße, ----->

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Kommentar von Thyralion
12.02.2016, 10:52

Bis zu einem gewissen Alter stimme ich die zu. Aber ich sage mal so: Wenn sie selbstständig und Problemlos das Klo benutzen können und nicht jedes Kleinteil verschlucken, dann sollte auch langsam die Fähigkeit zur selbstständigen Unterhaltung geschult werden.

Mir sind Fälle in meinen engsten Kreise bekannt, da geht das Kind bereits zu Schule und dennoch ist es unfähig sich allein zu beschäftigen, selbst wenn die alleinerziehende Mutter ins Bett gehört.

Die Grundversorgung (Essen zubereiten z.B.) spielt an der Stellle eine andere Rolle. Die muss gesichert sein.

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Sie haben ein Recht auf Ruhe

Ich finde, dass man als Mensch glücklich sein sollte und nicht immer nur für andere da ist. 

Also können meiner Meinung nach auch Eltern eine Zeit lang nicht immer nur ,,geben", sondern ihren ,,Tank" auch mal wieder ,,auffüllen".

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