Frage von Fanfani, 105

Müssen die Entscheidungen einer Erbengemeinschaft einstimmig gefasst werden?

Die Erbengemeinschaft besteht aus drei Mitgliedern. Es ist eine Maßnahme zu treffen, ein Mitglied ist dagegen und blockiert somit das weitere Vorgehen.

Antwort
von Morelle, 88

Das kann man so einfach nicht beantworten. Der Gesetzgeber unterscheidet zwischen Verwaltungs- und Verfügungsmaßnahmen. Verwaltungsmaßnahmen, also z. B. der Abschluß neuer Mietverträge oder die Auftragserteilung für notwendige Reparaturen, werden mehrheitlich beschlossen. Über Verfügungen, also in erster Linie den Verkauf, muß Einstimmigkeit herrschen. Wenn über den Verkauf keine Einstimmigkeit erzielt werden kann, bleibt als Ausweg die Teilungsversteigerung, die von jedem Miteigentümer beantragt werden kann und die die anderen Miteigentümer allenfalls verzögern aber letztlich nicht verhindern können.

Antwort
von StephanSeitz, 68

Das kommt darauf an, ob es sich um Verwaltungsmaßnahmen (also 
Maßnahmen, die auf tatsächliche oder rechtliche Erhaltung, Vermehrung, Sicherung und Nutzung des Nachlasses richten) oder um Verfügungen (also im wesentlichen der Verkauf) handelt.

Handelt es sich um Verwaltungsmaßnahmen, dann ist zwischen ordnungsgemäßen Maßnahmen und außerordentlichen Maßnahmen zu unterscheiden. Für erste gilt das Mehrheitsprinzip nach Erbteilen, für zweiteres braucht es Einstimmigkeit.

Bei Interesse können Sie Details auch auf meiner Webseite nachlesen: https://www.hereditas.net/wissen/erbengemeinschaft/nachlassverwaltung/

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