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Müssen arme Länder wegen unserer Bionahrung leiden?

gefragt von Pinki1999 am 19.07.2008 um 16:21 Uhr

Ich habe neulich einen Artikel gelesen der besagte, dass durch unserer Bioprodukte die ärmeren Länder noch mehr hungern müssen, weil wir hier nicht genügend Kapazitäten haben und somit mit Anbauflächen auf diese Länder ausweichen müssen, was der Bevölkerung dort schadet. Sollte man gar nicht mehr so viel Bio kaufen, auch wenn's gesünder ist?


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Reply


Sukadev Bretz
beantwortet von Sukadev Bretz am 20. Juli 2008 08:56
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Es gibt momentan mehrere Weltprobleme:

  1. Ölkrise bzw. Energiekrise: Wegen Mangel an Brennstoffen steigen die Preise
  2. Drohende Wirtschaftskrise wegen steigenden Ölpreisen
  3. Globale Erwärmung
  4. Ernährungskrise wegen knapp werdenden Nahrungsmitteln
  5. Spannungen in den Regionen mit Öl

Für all diese Probleme gäbe es eine einfache Lösung, nämlich Verzicht auf Fleisch: Wenn alle Menschen Vegetarier würden, wären all diese Probleme mit einem Schlag gelöst. Denn Ernährung mit getöteten Tieren braucht ein Vielfaches an Anbaufläche gegenüber Ernährung mit vegetarischer Nahrung. Tiere werden mit Getreide und Hülsenfrüchten ernährt. Bis sie geschlachtet und gegessen werden, werden 3-10 Mal (je nach Tierart und Region) so viel Getreide/Hülsenfrüchte gebraucht, als wenn man Getreide und Hülsenfrüchte direkt essen würde. Für Massentierhaltung wird auch sehr viel Energie gebraucht. In der Massentierhaltung wird auch viel Methangas freigesetzt, welches einen bedeutenden Anteil der Erderwärmung produziert.

Wenn alle Menschen Vegetarier würden, hätte das folgende Effekte:

  1. Die frei gewordene Anbaufläche könnte für Biogas und Biodiesel Produktion aus Pflanzen genutzt werden
  2. Öl- und Gaspreise könnten sinken
  3. Wirtschaftskrise könnte abgewendet werden
  4. Ohne Schwierigkeiten könnte die Menge an verbrannten fossilen Brennstoffen und damit die CO2 Neuproduktion innerhalb weniger Jahre halbiert und die Methangasproduktion auf ein Zehntel reduziert werden, die Erderwärmung könnte im verträglichen Rahmen gehalten werden
  5. Nahrungsmittelknappheit würde verschwinden (ja, auch dann, wenn Teile der Anbaufläche für Biogas/Biodiesel verwendet würden)
  6. Kampf ums Öl würde überflüssig, weil über Biogas und Biodiesel jeder Brennstoffe erzeugen könnte

Im Grunde genommen sind die gewichtigsten Probleme, mit denen die Menschheit momentan zu kämpfen hat, nur auf das Töten von Tieren für Nahrung zurückzuführen. Vielleicht kann man das sogar karmisch nennen. Eigentlich könnte eine Art goldenes Zeitalter entstehen. Weil Menschen aber Tiere umbringen, bekommen sie Probleme, die eigentlich für diese Zeitperiode nicht vorgesehen sind.

Für mich komisch: Warum werden diese Tatschen nicht klar so gesagt, obgleich sie bekannt sind?Noch nicht mal von den Grünen, von Umweltverbänden etc. Die Lösung wäre so einfach. Was meinst du dazu?

Kommentar von 9dbf42916d47d2018a2c65889aa9c54csmallmcgegner am 20. Juli 2008 15:09

Hallo Sukadev, bin ganz ohne Zweifel Deiner Meinung. Wo immer auch die Rede von Umweltzerstörung und Klimawandel ist, das Thema Nutztierhaltung wird leider immer nur angekratzt (falls es überhaupt erwähnt wird). Obwohl es fundierte Ergebnisse aus Forschungen belegen, das alleine die Erzeugung von Nahrung tierlicher Herkunft den größten Teil zu unseren heutigen Umweltproblemen beiträgt.

Du frägst warum man diese Tatsachen nicht klar darlegt? Die Tierindustrie ist ein riesiger Wirtschaftsfaktor - es läßt sich richtig viel Geld mit dem Mißbrauch an Tieren verdienen. Ich glaube das da enorme Beträge an Schmiergeldern fließen. Und dann kommt hinzu, das von Seiten der Regierung ja schon einige, für den normalen Bürger gewohnten Annehmlichkeiten drastisch angeprangert wurden: siehe Autofahren - des Deutschen liebstes Kind, das Auto, wurde hergenommen - man soll öfter mal das Fahrzeug stehen lassen und Zug oder Bus fahren, oder das Fahrrad nehmen. Die Benzinpreise sind so enorm gestiegen, das viele die Vorschläge liebend gern annehmen. Oder nimm nur das Beispiel Urlaub. Wir sollen (oder müssen mittlerweile) auf Urlaube in ferneren Ländern verzichten. Billigflüge solls keine mehr geben. Die Politiker genießen weiter ihre Freiflüge! Bei soviel Verzicht soll man dann auch noch auf den "Genuß" von Fleisch verzichten? Schließlich muß man ja etwas essen.....und der Mensch hat ja schon immer Fleisch gegessen.....usw.

Gerade in der letzten Zeit werden immer mehr Gruppierungen, die sich für mehr Rechte der Nutztiere einsetzen, zerschlagen. Und das nicht, weil diese Menschen sich uneigennützig um in Not geratene Tiere kümmern wollen, sondern weil deren Öffentlichkeitsarbeit immer mehr Menschen davon überzeugt, das man sehr gut ohne jegliche tierliche Nahrung viel gesünder leben kann. Es werden immer öfter Videos gezeigt, die das "Leben" von gequälten Kreaturen zeigen, für die in ärmeren Ländern das Futter angebaut wird, das dort den Menschen dann an Nahrung fehlt. Die Fleischindustrie hat Angst, dadurch weniger Geschäft zu machen. Gerade vor einigen Wochen sind in Österreich 10 Tierschützer hinter Schloß und Riegel gelandet, denen man bis haute keine Straftat nachweisen konnte. Das sind die Machenschaften von skrupellosen Geldgebern für die Regierungen.

ach, da gäbe es soviel zu schreiben.... deine Meinung ist jedenfalls die Richtige!

lg, mcgegner

Kommentar von Belinka am 20. Juli 2008 20:11

Das Argument mit dem "statt Fleisch, Pflanzen essen bringt mehr", geht ein bisschen an der Sache vorbei. Also: es stimmt, dass die Viehhaltung für Rodung und damit für die Zerstörung des Ökosystems in vielen Regionen verantwortlich ist. Das Hauptproblem daran ist, dass das produzierte Fleisch exportiert wird! Das hat zur Folge, dass 1. Die Leute vor Ort nix davon abkriegen, weil sie es sich auch garnicht leisten können 2. Die für Pflanzenanbau nutzbaren Flächen verringern sich immermehr, so dass es für die Menschen vor Ort kaum mehr möglich ist sich selbst zu versorgen. Das ganze System ist aus dem Gleichgewicht, wir haben insgesamt nicht zu wenig Nahrung, aber die Verteilung ist absurd, die einen verfetten und lassen die anderen dafür verhungern. Das Argument, dass man statt Fleisch zu produzieren lieber Pflanzen essen sollte, weil es dann mehr Nahrung gäbe ist deshalb nicht stichhaltig. Es ist das System der Verteilung das alles ins Absurde zieht. Generell hast du aber recht: Die Fleischindustrie ist ein großer Teil des Problems, siehe Umweltzerstörung (Abwässer, Co2, ...), Überproduktion, ...


Kimmo Wihervaara
beantwortet von Kimmo Wihervaara am 19. Juli 2008 16:26
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Nicht für unserer Bionahrung aber für unsere Biobrennstoffe. Verfertigung von Biodiesel und Bioethanol verlangen so viel von unserer Saat dass wir nicht mehr so gute Möglichkeiten haben die armen zu helfen als vorher.

Kommentar von Fd8c4fdcb7e5642854eded8977c8e244smallDoris Paas am 19. Juli 2008 18:41

Du triffst den Nagel auf den Kopf, Kimmo. Aber nicht nur die Saat, sondern vor allem auch der Platz ist es, was in den ärmeren Ländern Hunger erzeugt. Wenn wir die Nahrung quasi durch den Auspuff jagen, steht nicht mehr genügend Anbaufläche zur Verfügung, damit der Hunger aller gestillt werden kann.


Sukadev Bretz
beantwortet von Sukadev Bretz am 20. Juli 2008 08:26
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Die armen Länder müssen leiden, weil die Menschen Fleisch essen. Für Ernährung mit getöteten Tieren (Fleisch) braucht man die vielfache Anbaufläche (weil ja die Tiere mit Getreide/Hülsenfrüchte gefüttert werden). Wenn die Menschheit vegetarisch leben würde, gäbe es keine Knappheit an Getreide und niemand müsste hungern. Es wäre sogar genügend Anbaufläche für Biodiesel und Biogas da. Somit wäre auch die Ölkrise keine mehr. Und Krieg ums Öl müsste auch nicht geführt werden. Viele heutige Probleme könnten also recht einfach allein durch vegetarische Ernährung gelöst werden.


typ30
beantwortet von typ30 am 19. Juli 2008 16:23
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ja das stimmt leider !!! :(


Engelkinder
beantwortet von Engelkinder am 19. Juli 2008 16:24
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Bio ja aber nur aus Anbaugebieten aus Deutschland





schlossgeist
beantwortet von schlossgeist am 19. Juli 2008 16:25
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Bio ist nicht falsch............nur sollte man wissen, woher diese Ware kommt.


Formatter
beantwortet von Formatter am 19. Juli 2008 16:25
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Die Menschen in der Entwicklungslaendern leiden nicht, weil wir uns gesund ernaehren wollen, sondern weil wir uns billig ernaehren wollen. Ob Bio oder nicht, spielt da eigentlich keine Rolle.


Qetan
beantwortet von Qetan am 19. Juli 2008 16:43
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Ja, es ist eine Schande aber es stimmt.


anonym09
beantwortet von anonym09 am 19. Juli 2008 16:48
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Ja, wegen dem Biodiesel. Der wird u.a. aus Zuckerrohr hergestellt, was auf Flächen angebaut wird, auf denen sonst Nahrungsmittel und Futter für Tiere wuchsen. Dadurch verknappen sich die Lebensmittel und werden so teuer, so das die arme Bevölkerung, z.B. in Brasilien, sich diese nicht mehr leisten kann.


anonym
beantwortet von denise1 am 20. Juli 2008 16:31
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ich denke, es gibt genug heimische bioartikel. evtl. eine alternative?

gruß denise




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