Frage von naaddl, 55

Mündliche Zusage gültig?

Hallo, Ich habe mal eine Frage und möchte wissen, was ihr dazu meint:

Vor ein paar Wochen hatte ich über einen Vermittler einer Zeitarbeitsfirma ein Vorstellungsgespräch mit 3 Leuten in dem Betrieb, wo ich hätte arbeiten sollen.(Produktionshelfer). Ausgemacht wurde, dass ich am 3.8 anfangen kann zu arbeiten. Ich habe mündlich zugestimmt aber keinen Vertrag unterschrieben.

Ich hätte einen unbefristeten Vertrag bekommen. Sie wussten Bescheid, dass ich dort arbeite bis ich etwas besseres gefunden habe..

Nun, einen Tag vor Arbeitsbeginn hat sich ergeben, dass ich höchst wahrscheinlich eine andere Stelle in meinem Arbeitsbereich bekommen kann.

Darüber war der Vermittler der Zeitarbeitsfirmen nicht sehr erfreut, er meinte ich habe mündlich zugestimmt und droht mit dem Arbeitsamt.

Was kann mir jetzt passieren?

Danke schonmal im Vorraus für die Antworten.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von CodeExtreme, 26

Guten Tag,

Sie sind einen Arbeitsvertrag mit der Zeitarbeitsfirma eingegangen und haben diesen wirksam geschlossen.
In diesem Fall müssen Sie die gesetzlichen Kündigungsfristen einhalten, die gemäß §622 Abs. 1 BGB zwei Wochen zum fünfzehnten oder Ende des Monats betragen.
Da der Arbeitgeber jedoch auf einen Arbeitsvertrag verzichtet hat, wird das Fehlen des Vertrages Ihm zulasten gelegt. Das heißt, bei Meinungsverschiedenheiten über den genauen Inhalt müsste der Arbeitgeber einen Beweis führen.

In meinen Augen müssen Sie die Kündigung einreichen, zwei Wochen arbeiten und können dann die Stelle wechseln.

Viele Grüße
Merlin

Antwort
von henzy71, 36

Eins Vorweg: im Voraus bitte nicht mit doppel "r".

So wie ich es sehe, hätte der Vermittler der Zeitarbeitsfirma genug Zeit gehabt, dir einen schriftlichen Vertrag vorzulegen. Stell dir mal vor, du hättest dort angefangen zu arbeiten ohne Vertrag..... das hätte ich auch niemals gemacht, denn dann kommt das Monatsende und du kriegst kein Gehalt..... Dann hättest du ein Problem, jetzt hat er eins.

In welchem Arbeitsbereich die andere Stelle liegt ist auch komplett irrelevant in meinen Augen. Du hast dich lediglich bereit erklärt für die Zeitarbeitsfirma zu arbeiten, aber vor es zum Vertrag gekommen ist hast du dir die Sache nochmal durch den Kopf gehen lassen und dich dann dagegen entschieden. Warum ist doch deine Sache. Ich wünsche dir, dass du die andere Stelle tatsächlich bekommst und dann kann das Arbeitsamt dir auch mal im Mondschein begrüßen.

Gruß

Henzy

Kommentar von naaddl ,

Danke für den Hinweis😉

Dann bin ich beruhigt..

Vielen Dank dafür.

Kommentar von henzy71 ,

Ich meine mal ganz ehrlich.... wenn ich unbedingt möchte, dass du für mich arbeitest, dann mach ich ruckzuck einen Vertrag fertig und geh ich dir auf die Nerven bis du unterschrieben hast.....

Beispiel aus eigener Erfahrung: firma lud zum Vorstellungsgespräch. Nach 10min meinte der Chef zu mir, pass auf. Du kommst hier mal eine Woche Arbeiten, damit du sehen kannst ob der Job dir gefällt oder nicht. Du gehst dann jetzt gleich im Anschluss zu einer Zeitarbeitsfirma und du bekommst dort einen Vertrag. Wenn es dir in der Woche gefällt, dann arbeitest du noch 3 Monate mit dem Vertrag der Zeitabeitsfirma und dann bekommst du einen Vertrag von uns. Ich eine Woche gearbeitet und es passte alles prima. Sogar so prima, dass der Chef sagte ok, die Zeit bei der Zeitarbeitsfirma werden wir auf 6 Wochen verkürzen. Dann bekommst du Vertrag bei uns. Aber bereits nach 4 Wochen wurde ich ins Büro zitiert mit der Mitteilung ich hab hier was für dich.... Ich ging hin und zack drückt er mir meinen Vertrag in den Händen..... so muss das laufen ;-)

Kommentar von naaddl ,

So muss das laufen..das stimmt😉

Kommentar von henzy71 ,

Und was sagte Gorbatschow schon zu Honnecker: Wer zu spät kommt, dem bestraft das Leben....

Kommentar von CodeExtreme ,

Für den Abreitgeber empfiehlt es sich durchaus einen Arbeitsvertrag schriftlich festzuhalten.
Der Arbeitnehmer hat jedoch in der Regel keinen Nachteil zu erwarten, wenn das nicht der Fall wäre. Die Beweislast bei Unstimmigkeiten liegt im Zweifel beim Arbeitgeber. 

Unabhängig davon besteht eine zweiwöchige Kündigungsfrist.

Kommentar von AalFred2 ,

In Deutschland gelten durchaus auch mündliche Verträge.

Antwort
von Menuett, 12

Was soll das Arbeitsamt dann machen?

Dir gratulieren?

Probleme kannst du bekommen, wenn aus dem Job nix wird und Du weiter Stütze beziehen mußt.

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