Frage von mohni95, 116

Mündliche Kündigung und jetzt?

Hallo, Also kurze Schilderung der Situation: habe nach langer Arbeitslosigkeit in einem Betrieb mit der Arbeit angefangen. Durch Krankheit war ich krankgeschrieben und habe dieses Attest auch sofort abgeschickt. Da das Restaurant allerdings unter der ,von mir angegebenen Adresse, noch nicht versehen war, kam der Brief zurück. Kurz dazu: Das Restaurant eröffnete unter neuem Namen. Meine Schwester hat ihn dann dort hingebracht und die Chefin hat mir nun , aufgrund verspäteter Abgabe, mündlich gekündigt und gesagt das sie das Arbeitsverhältnis mit sofortiger Wirkung kündigt. Auf meine Frage, ob sie mir das Kündigungsschreiben zukommen lässt, habe ich keine Antwort erhalten. Jetzt stellt sich mir die Frage .. Wenn sie das Arbeitsverhältnis mit sofortiger Wirkung mündlich kündigt und ich aufgrund dessen jetzt der Arbeit fernbleibe.. Hat das irgendeinen Nachteil für mich? Und kann sie die Kündigung rückdatieren oder funktioniert das nicht? Und wie sieht das dann mit Gehalt aus? Wird das Gehalt nur bis zubder mündlichen Kündigung berechnet oder bis zur endgültig schriftlichen?Ich kann nachweisen, das sie es nur mündlich bzw per Whatsapp nochmal bestätigt hat. Also ich muss dazu sagen, das die Kündigung nicht schlimm ist, da ich in 8 Wochen mit meinem Abitur beginne. Aber wie geht das denn jetzt weiter? Werde natürlich in 2-3 Tagen noch einmal nachfragen, wann sie mir das Schreiben zukommen lässt oder ob ich es persönlich abholen soll.

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Expertenantwort
von Hexle2, Community-Experte für Arbeit, Arbeitsrecht, Kündigung, 43

Wenn Du nicht mehr krank bist und die AU-Bescheinigung abläuft gehst Du in den Betrieb und bietest Deine Arbeitskraft an.

Solange Du keine schriftliche Kündigung hast, bist Du noch Mitarbeiter des Betriebs und musst selbstverständlich bis zum Ablauf der Kündigungsfrist bezahlt werden.

Eine fristlose Kündigung kann man Dir nicht geben. Sollte das doch passieren, kannst Du dagegen klagen (innerhalb von drei Wochen.). Gibt es keine schriftliche Kündigung und die Chefin gibt Dir aber trotzdem keine Arbeit, befindet sie sich nach § 615 BGB in Annahmeverzug. Sie muss Dich dann bezahlen als hättest Du gearbeitet. Minusstunden können nicht entstehen und man muss auch nicht nacharbeiten.

Wenn Du keine Rechtsschutzversicherung hast und auch kein Gewerkschaftsmitglied bist, kannst Du bei Bedarf auch selbst zum Arbeitsgericht gehen und Klage einreichen. Bei der Klageformulierung wird Dir geholfen und das ist kostenlos.

Solltest Du den Anwalt selbst bezahlen müssen, würde ich mir den Rat von @Citoyen gut überlegen. Die Erstberatung wird Dich i.d.R. über 200 Euro kosten und ein Anwalt ist vorerst gar nicht notwendig oder vorgeschrieben.

Sollte man Dir fristgerecht kündigen und Du bist noch nicht länger als sechs Monate dort oder es handelt sich um einen Kleinbetrieb mit nicht mehr als 10 ständigen Vollzeitkräften (Minijob und Teilzeit wird entsprechend aufgerechnet) kannst Du zwar nicht gegen die Kündigung angehen aber die Frist muss gewahrt und Du solange bezahlt werden. Außerdem solltest Du mal schauen ob Du noch Urlaubsanspruch hast. Ich gehe davon aus Deine geplante Arbeitszeit während der Arbeitsunfähigkeit wird bezahlt, auch das steht Dir zu.

Antwort
von Citoyen, 63

Kündigungen bedürfen der Schriftform, also eigenhändige Namensunterschrift unter das Dokument und dieses Dokument im Original an dich. Da dies nicht erfolgte ist die Kündigung unwirksam. Eine fristlose Kündigung kommt hier nicht in Frage, da der Arbeitgeber seine Erreichbarkeit zu garantieren hat. Daher gelten die Kündigungsfristen von vier Wochen zum Fünfzehnten oder zum Ende des Kalendermonats. Mach ihr klar, dass du rechtliche Schritte gegen sie einleiten wirst. Du hast die Möglichkeit zur Kostenübernahme der Erstberatung und der Prozessführung. Daher kann sich ein Anwalt lohnen.

Kommentar von mohni95 ,

Okay, Dankeschön. Dann werde ich mich natürlich morgen bzw heute umgehend mit ihr in Verbindung setzen. 

Kommentar von BrutalNormal ,

Ein Rat:

Setz dich nicht mit dem AG in Verbindung, gehe gleich zum Anwalt.

Kommentar von RoCMu ,

BrutalNormal: Ich denke ein junger Mann hat besseres zu tun als deswegen zu einem Anwalt zu rennen. Das Abi steht an und viele spannendes Dinge....bei der Konstellation eher nicht....aber das ist natürlich jedem selbst überlassen

Antwort
von DarthMario72, 30

Wie du ja weißt, ist eine mündliche Kündigung unwirksam.

Und kann sie die Kündigung rückdatieren oder funktioniert das nicht?

Nein, das ist unzulässig. Eine schriftliche Kündigung wird erst dann wirksam, wenn sie beim Empfänger eingeht. Wann sie geschrieben wurde oder wann sie abgeschickt wurde, ist absolut irrelevant.

Ich kann nachweisen, das sie es nur mündlich bzw per Whatsapp nochmal bestätigt hat.

Das ist nicht dein Problem. Dein AG muss nachweisen, dass die Kündigung rechtzeitig bei dir war.

Eine fristlose Kündigung ist mit dieser Begründung nicht haltbar.

Expertenantwort
von lenzing42, Community-Experte für Arbeit & Arbeitsrecht, 29

Im BGB wird ausdrücklich im §623 darauf hingewiesen, das die Beendigung von Arbeitsverhältnissen durch Kündigung oder Auflösungsvertrag zu ihrer Wirksamkeit der Schriftform bedürfen, und die elektronische Form ausgeschlossen ist.

Du musst aber, um dem Vorwurf einer Arbeitsverweigerung durch den Arbeitgeber aus dem Weg zu gehen, deine Arbeitsbereitschaft unbedingt anbieten.

Weise den Arbeitgeber aber unmissverständlich darauf hin, dass du das Arbeitsverhältnis nicht als beendet ansiehst, bis du eine schriftliche und fristgerechte Kündigung erhalten hast, und die Bezahlung des vereinbarten Entgelts bis zum letzten Tag der fristgerechten Kündigung erwartest, anderenfalls du dir rechtliche Schritte vorbehälst.


Antwort
von RoCMu, 18

Hi, wenn Du ohnehin Abi machst und bessres zu tun hast mußt Du aus meiner Sicht nicht zu einem Anwalt.

Zu der Kündigung: Eine solche gibt es nicht, da Schriftform zwingend ist. Ohne Kündigung und bei nachweisbarem Angebot Deiner Arbeitskraft muß das Gehalt natürlich weiter gezahlt werden. Details:

http://www.kanzlei-mudter.de/die-kuendigung-im-arbeitsrecht-11-fragen.html

gehe zu dem Arbeitgeber, bestehe auf einer schriftlichen Kündigung (ansonsten solltest Du kündigen), ansonsten, dh ohne schriftliche Kündigung gibt es keinen sauberen rechtlichen Schlußstrich. Ich würde mir auch noch ein (gutes!) Zeugnis geben lassen, das hilft Dir vielleicht später.

Kommentar von mohni95 ,

Für den Fall, das ich jetzt ein Schreiben aufsetze um zu kündigen, möchte ich natürlich auch eine Bestätigung das mein Brief angenommen wurde. Kann diese Bestätigung dort von jedem unterschrieben werden, denn es ist eher selten, das man dort die Chefs antrifft. 

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