Frage von dudenukem, 255

Mülltrennung Düsseldorf, darf ein vermieter den Mieter dazu zwingen?

nun, ich beziehe seit etwa 20 jahren wohnungen in düsseldorf und musste noch nie auf Befehl des Vermieters meinen Müll trennen. Anders gesagt..: ich selbst bringe mein altpapier und meine flaschen seit ewigkeiten zum container.

Nun bin ich neuer Mieter einer Wohnung, in der im Keller alles getrennt wird.schwarze tonne gelbe tonne, bio tonne.

Aufgrund der tatsache, dass ein freund mir mal erzählte, dass in der düsseldorfer müllverbrennung sowieso alles wieder zusammen kommt, (schwarz gelb) weil er dort selbst arbeitete, habe ich aufgehört milchtüten auseinander zu knibbeln, um die beschichtung vom papier zu lösen um vorbildlich zu trennen.

nun ich habe jetzt eine mülltüte gefüllt mit hausmüll, bio schwarz und vielleicht etwas gelb (da ich schon in geschäften anfenge mich den verpackungen zu entledigen). Am folgetag hing im Hausflur ein sehr böser brief, dass derjenige sich schuldig bekennen soll, und in zukunft sowas unterlassen wird. wenn jemand dabei erwischt wird, den müll nicht zu trennen, gäbe es eine abmahnung. ausserdem gehören keine plastiktüten in diese tonne...gez. der hausmeister... (ich bringe dann demnächst alles mit den händen einzeln in den keller.. ja ne is klar (ausserdem möchte ich keine bäume dafür umbringen, damit ich ich müll mit ihnen transportieren kann.. dieser angebliche umweltgedanken, widerspricht mir ebenfalls, da der mensch erstmal aufhören sollte verpackungen um jeden mist zu packen) dann bräuchten wir auch nicht alles trennen...

... so im mietvertrag steht nix dergleichen. der ton macht die musik, und ich lasse mir sehr ungern etwas vorschreiben, wenn es in diesem ton ist. ich würde gerne auf diesen brief antworten, nur möchte mich natürlich nicht mit dem hausmeister anlegen, wenn er am ende doch im recht ist... dass die müllmänner zb sich dann weigern den müll abzuholen... ich habe vorher in einem haus gewohnt da wurde sogar im keller alles neben die tonnen geworfen und es wurde abgeholt... kann nicht glauben dass müllmänner 2 strassen weiter anders handeln sollen ... wenn ich nach hause komme von der arbeit möchte ich nicht befehle entgegen nehmen, von menschen mit denen ich eigtl in harmonie in einem haus lebe...

Expertenantwort
von imager761, Community-Experte für Recht, 168

der ton macht die musik, und ich lasse mir sehr ungern etwas vorschreiben, wenn es in diesem ton ist.

Deinen Empfindlichkeiten und Erfahrungen von Bekannten unbeschadet darf dein  VM verlangen, dass du die bereitgestellten Müllgefäße bestimmungsgemäß verwendest.

Niemand zwingt dich, Michtüten auseinandezuknibbeln, dieser Verbundwertstoff gehört in die gelbe Tonne, Papier und Kartonagen in die blaue, kompostierbarer Abfall in die Biotonne, Glas hast du selbst zu entsorgen und was in keines der bereitgestellten Mülltonnen gehört und weder Gefahrgut noch Sondermüll darstellt, in den Restmüll zu geben.

So schwer ist das nun auch wieder nicht zu kapieren und jede Stadt hält dafür (online) Informationen bereit.

kann nicht glauben dass müllmänner 2 strassen weiter anders handeln sollen ...

Glaube es ruhig: Viele Entsorger prüfen stichprobenartig sorteinreine Trennung, kleben bei bei Verstößen einmal einen Hinweiszettel auf die Tonne und lassen den Mischmüll danach einfach stehen.

Wenn der Hausmeister dir Verfehlungen deiner Mieterpflichten in diesem Punkt nachweist, zahlst du dir erforderliche Sonderentsorgung aus eigener Tasche und darfst mit qualifizierter Abmahnung und Kündigungsandrohung deines VM rechnen.

Was ist dein Problem, den Müll bereits in deiner Wohnung getrennt einzutüten und die richtigen in die passenden Mülltonnen zu geben?

G imager761

Antwort
von Genesis82, 106

Ob der Müll in der Verbrennung wieder zusammengekippt wird oder nicht ist unerheblich. Du hast den Müll zu trennen. Und nur weil auch gelbe Tonnen (bzw. deren Inhalt) in der Verbrennung landen, heißt das nicht, dass jede Leerung dort hingebracht wird.

Du schadest dir übrigens durch die Nicht-Trennung selbst: Die Entsorgung der Verpackung über die gelbe Tonne wird schon durch den Kauf der Verpackung bezahlt, weil die Kosten dafür dem Verkäufer des Produkts anteilig in Rechnung gestellt wird und logischerweise im Verkaufspreis enthalten ist. Die Leerung der gelben Tonne und die Entsorgung des Mülls ist dann so gesehen kostenlos für den Verbraucher.

Für die schwarze Tonne dagegen bezahlst du jedes Mal. Entweder durch Gewicht oder Volumen und selbst wenn pauschal pro Mülltonne abgerechnet wird, kostet es unnötig: Es würde eine kleinere (günstigere) Mülltonne ausreichen und der Abtransport ingesamt wird durch geringere Müllmengen günstiger, was wiederum insgesamt günstigere Entsorgungskosten bedeutet.

Das gilt in ähnlicher Weise auch für Papier (Papier wird verkauft, der Erlös daraus senkt die Kosten für die schwarze Tonne) und Bio-Müll. Darum: Egal für wie sinnvoll man die Mülltrennung hält, indirekt spürt man es im eigenen Geldbeutel, wenn man sich die Mühe der Trennung macht!

Antwort
von landregen, 116

Was das Düsseldorfer Stadtrecht in seiner Satzung dazu sagt, kannst du hier lesen, besonders § 4: https://www.duesseldorf.de/stadtrecht/1/19/19_102.shtml

Verpackungen kannst du auch schon in den Geschäften in die dafür vorgesehenen Behälter tun oder dort abgeben.

Die Müllabfuhr lässt in der Regel die Müllbehälter stehen, wenn offensichtlich ist, dass sich Falsches in ihnen befindet. Wenn sich tatsächlich damit noch befasst wird - was durchaus gemacht wird, wenn auch nicht überall - ist es ziemlich rücksichtslos, alles durcheinander zu schmieren.

Wer den Müll nicht korrekt trennt, begeht eine Ordnungswidrigkeit, siehe z. B. § 26 (1) 3 in oben angegebener Satzung der Stadt Düsseldorf.

Antwort
von schleudermaxe, 67

Solche Mieter kennen wir auch und die wollen wir einfach nur wieder loswerden. Wir Vermieter machen weder Wertstoffsatzungen noch setzen wir Gebühren fest. Das Bußgeld alerdings kommt zu uns, nicht zu den Mietern, oder? Und für die nicht geleerten Gefäße sind auch keine Mieter zuständig, wetten?

Antwort
von hatschipuh82, 50

Wegen Meinungsverschiedenheiten zum Thema Müllentsorgung gute Nachbarschaftsverhältnisse zu riskieren wäre wohl recht kurzsichtig. Grundsätzlich gehts doch einfach darum sich an ein paar Regeln zu halten für ein gemeinsames Miteinander. Ich weiss jetzt natürlich nicht, ob da der Hausmeister seine Aufgabe zu genau nimmt oder du zu nachlässig gehandelt hast. Über Sinn und Unsinn der aktuell praktizierten Mülltrennung lässt sich, meines Erachtens sehr berechtigt, streiten. Jedoch wird NICHT grundsätzlich alles wieder zusammengeschüttet. In der Tat landet ein Teil der Wertstoffe / Gelber Sack wiederum in der Verbrennung zur Energieerzeugung, wo er auch als Restmüll gelandet wäre. Das hat i. d. R. wirtschaftliche Gründe, da Plastik nur aufwendig (energiezehrend) recycelt werden kann, aber einen hohen Brennwert hat. Beispielsweise Papier und Glas lässt sich hingegen gut und einfach recyceln. Metall wird so oder so aussortiert (entweder am Ende des Verbrennungsprozesses des Restmülls als Schrott oder über die Wertstoffsammlung als Altmetall) weil wertvoll. In vielen Hausgemeinschaften gibts da einfach Interessenskonflikte. I. d. R. kostet der Restmüll, sämtliche weitere Tonnen sind umsonst. Die einen Trennen ihren Müll penibel wegen der Kostenersparnis (und /oder der persönlichen Einstellung), die anderen mögen den "Luxus" hier keine Zeit und Aufwand zu investieren und zahlen lieber mehr Gebühren. Wenn wie gewöhnlich die Gesamtkosten durch die Bewohner bzw. Wohnungen geteilt wird, kann es natürlich Konflikte geben. Wirkliche Probleme bezüglich der Abholung sollte (so gut kenn ich mich in dem Bereich aber nicht aus) es nur geben, wenn falsches in den Wertstofftonnen landet. Wertstoffe im Restmüll freut wohl eher die Stadtwerke (besser Verbrennung). Hier in München in unserer Wohnanlage werden wöchentlich insg. 3300 Liter Restmüll für 58 Wohnungen abgeholt. Also wöchentlich pro Wohnung rund 57 Liter. Ich find das schon eher üppig. Die einen bringen den (Rest-)Müll immer in 120 Liter-Säcken (die blauen) ca alle 2 Tage runter, die anderen viel seltener in Minitüten. Trotzdem (noch) kein Problem hier. Abgeholt wird auch alles. Da stören weder Anwohner noch Müllabfuhr viele Glasflaschen bzw. Elektrogeräte und teils Sperrmüll in den Containern. Um zurück zur eigentlichen Frage zu kommen: Einfach einen gesunden Mittelweg finden für ein angenehmes Miteinander. Was heißt du hältst dich an die Regeln wie andere Nachbarn auch, gleichzeitig sollte ein übermotivierter Hausmeister dazu angehalten werden nicht allem hinterher zu schnuppern.

Antwort
von Nemisis2010, 86

Auch wenn letztlich der sortierte Müll zusammengeschmissen wird, ist es bei uns so, daß bei nicht korrekt durchgeführter Mülltrennung der Mülleimer dann einfach nicht geleert wird und voll stehen bleibt. Dann gewöhnt man sich rasch die Mülltrennung an. Das ist aber von Landkreis zu Landkreis verschieden. Aus diesem Grund fordere ich meine Mieter auch auf, die Mülltrennung korrekt vorzunehmen. Wenn man den Mietern den Hintergrund sachlich erklärt wird das dann auch nicht als Schikane gesehen!

Antwort
von tapri, 77

Verpackungsmüll lasse ich direkt in dem Geschäft, in dem ich was einkaufe, zurück. Das macht das Trennen schon mal entschieden einfacher und den Müllberg extrem klein.

Die Müllmänner müssen Tonnen nicht leeren, in denen offensichtlich der "falsche" Müll drin ist.

NIEMAND kann dich zwingen, den Müll zu trennen, aber die Hausverwaltung kann dir sämtliche Mehrkosten in Rechnung stellen, die anfallen wenn bewiesen werden kann, dass du der "Müllsünder" bist.

Antwort
von derReneausLE, 83

Ich sehe jetzt ehrlich gesagt nicht wo das Problem ist.
Trenne den Müll doch einfach so, wie es von der Stadt Düsseldorf vorgegeben ist. Falls man nicht weiß was da genau zu beachten ist, kann man sich an entsprechende Stelle bei der Stadt erkundigen.

Ob der Vermieter eine Mülltrennung erzwingen darf und welche Mittel ihm dabei zur Verfügung stehen kann ich nicht sagen.
Aber bei uns ist es so, dass das Abfuhrunternehmen nicht ordnungsgemäß sortierte Mülltonnen nicht entleert und stehen lässt.
Der Vermieter/Vermieter hat nun die Möglichkeit den Müll zu sortieren oder die Mülltonne zu einem späteren Zeitpunkt als Restmüll entsorgen zu lassen.
Diese Entsorgung ist natürlich kostenintensiver und wird auf die Mieter umgelegt.
Da kann man doch lieber gleich den Müll ordentlich sortieren. So schwer ist das nun auch nicht.

Was mit dem Müll dann weiter passiert, ob der zusammen mit anderem Müll verbrannt, recycelt oder sonst etwas wird ist eine andere Sache und kann auch gerne an anderer Stelle diskutiert werden.
Wichtig ist das man sich an die Regeln hält und so seinen Beitrag leistet für eine saubere Umwelt. Und das dieses Thema noch tiefgreifender ist als das hier gesagte weiß ich auch. Nur darum geht es gerade nicht. ;-)

Bis dann, RENÈ!

Kommentar von AnneSommer ,

In Düsseldorf ist das auch so.Im Haus wo meine Tante wohnt, wurde auch einmaldr  Müll nicht richtig getrennt. Die tonnte/container wurde stehen elassen. Die "professionelle" Extaentsorgung ist  dann auf alle Mieter umgelegt worden. Allerding hae diese glaube ich sich darauf selbst geeinigt.

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community