Frage von extrastrong, 71

MRT Diagnose Hirntumor relativ sicher?

Hallo zusammen,

bei meinem Bruder wurde am Freitag der Verdacht auf einen Hirntumor ausgesprochen. Zur Geschichte: Nachdem er ständig Kopfschmerzen hatte, ging er zur Untersuchung. Zunächst war man sich nach einem ersten MRT, Liquorpunktion und PET (Nuklearuntersuchung) unsicher was es ist. So hat man dann noch ein zweites MRT durchführen lassen. Danach sprach man ihm die Diagnose Hirntumor aus. Nun soll er morgen nochmal ins Krankenhaus, damit eine Biopsie durchgeführt werden kann.

Meine Fragen sind nun:

-> ist es normal, dass man oftmals am Anfang nichts findet und selbst ein erstes MRT und PET keine genaue Diagnose liefert und man erst bei einem zweiten MRT einen Tumor dann genauer identifizieren kann ?

-> und kann man einen Tumor im MRT relativ gut erkennen ? Bzw. gibt es da klare Abgrenzungen zu Entzündungen, ZYsten, Kalkablagerungen und Narben zum Beispiel ? Sprich: Können die Ärzte durch das MRT dann relativ eindeutig dann den Verdacht aussprechen oder ist eine Verwechslung sehr leicht möglich ?

Irgendwie finde ich die ganze Geschichte bei meinem Bruder was komisch, aber so einen Verdacht wird man ja sicher nicht aus Spaß aussprechen, weil man bisland nix gefunden hat. Befürchte irgendwie, dass man in den ersten Untersuchungen dann doch leichte Indizien dafür hatte und dieser Verdacht durch das zweite MRT verfestigt wurde, auch wenn die Ärzte meinten, dass es am Ende auch harmlos sein könnte

Viele Grüße und ich würde mich über Antworten und Erfahrungen freuen

Antwort
von Herb3472, 53

Jede bildgebende Diagnostik birgt Fehlerquellen in sich. Eine treffsichere Diagnose ist nur anhand einer Biopsie und einer histologischen Gewebeprobe möglich. Ihr werdet Euch also leider noch einige Tage in Geduld üben müssen, bis Ihr Gewissheit in der einen oder in der anderen Richtung habt.

Ich wünsche Deinem Bruder alles Gute, und Euch gute Nerven und das notwendige Durchhaltevermögen!

Kommentar von extrastrong ,

VIelen Dank schonmal. Meinen Sie denn, dass man z.B. Narben von Tumoren durch die ganzen Untersuchungen gut unterscheiden kann ? 

Mich stört ein wenig, dass die Ärzte halt immer meinten, wir wissen nicht wirklich, was es ist und relativ wenig kommuniziert haben und dann auf einmal nach der Nuklearuntersuchung neue MRT Bilder machen wollten und es daraufhin hieß "Verdacht Hirntumor"

Viele Grüße

Kommentar von Herb3472 ,

Wenn nach Lage der Dinge nicht einmal die Ärzte zum derzeitigen Zeitpunkt eine eindeutige Diagnose stellen können, wie sollte ich dann wissen, was Sache ist? Sorry :-(

Antwort
von Kuno33, 45

Die Diagnostik setzt eine hohe Fachlichkeit voraus. Manche Tumoren kann man einfach erkennen, so dass selbst Laien das mit einem Blick sehen. Bei manchen Tumoren ist das schwieriger. Dafür müssen Radiologen eine lange Facharztausbildung machen. Es ist ganz normal, dass man auch bei hoher Fachlichkeit nicht alles sofort erkennt. Und nun soll der Verdacht durch eine Biopsie weiter abgesichert werden.

Wie Du schon richtig schreibst, die Ärzte äußern ihren Verdacht nicht zum Spaß. Ich verstehe aber, dass es eine Zeit dauert, eine schlimme Nachricht anzunehmen. Es gibt unterschiedliche Tumoren im Gehirn. Und nicht alle sind bösartig.

Kommentar von extrastrong ,

VIelen Dank schonmal. Meinen Sie denn, dass man z.B. Narben von Tumoren durch die ganzen Untersuchungen gut unterscheiden kann ? 

Mich stört ein wenig, dass die Ärzte halt immer meinten, wir wissen nicht wirklich, was es ist und relativ wenig kommuniziert haben und dann auf einmal nach der Nuklearuntersuchung neue MRT Bilder machen wollten und es daraufhin hieß "Verdacht Hirntumor"

Viele Grüße

Kommentar von Kuno33 ,

Das ist eben nicht ganz einfach. Meistens sollte die Unterscheidung eines Tumors und einer Narbe gelingen. Aber im Einzelfall kann das sehr viel komplizierter werden. Und alles lässt sich eben auch nicht mit Bildgebung herausfinden. Ich sehe es eher so, dass die moderne Bildgebung mit ihren vielfältigen Möglichkeiten ein großer Fortschritt ist. Dennoch ist Bildgebung immer ein Verfahren, das nur eine Abbildung liefert.

Wüsste ich mehr Details, könnte ich vielleicht noch das eine oder andere kommentieren. Aber ich gehe davon aus, dass die Ärzte sich schon sehr viel Mühe gegeben haben, Das Problem zu erkennen.

Als Patient steht man leicht in Versuchung vom Arzt 100%-ige Sicherheit zu erwarten. Das gibt es aber nicht. Das Herausfinden einer Diagnose ist bei entsprechenden Schwierigkeiten in Prozess der Annäherung n vielen kleinen Schritten, manchmal auch über Nebenwege. Das fordert oft auch Geduld, die sicher bei diesem Problem schwer aufzubringen ist.

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