Frage von LuluKimba, 83

Motorradkette Verschleißteil; Gewährleistung?

Hallo!

Ich habe ein gebrauchtes Motorrad mit 8.000 Kilometern bei einem Händler gekauft, inzwischen hat es 11.000 Kilometer. Beim Kauf wurde angegeben das die Kette vollkommen in Ordnung ist, sie kam auch so durch den TÜV. Nun, nach ca. 3 Monaten, hängt die Kette und muss zwingend ausgetauscht werden. (So zumindest zwei verschiedene Händler.) - Der Händler bei dem ich das Motorrad gekauft habe, sagt es würde sich um ein Verschleißteil handeln für das er nicht aufkommen müsse. Vor allem sei die Kette nun 11.000 Kilometer alt.
Kann ich da etwas machen? Ist das richtig?

Gruß

Antwort
von juergen63225, 27

Wechseln lassen und die neue Kette regelmässig pflegen, immer richtige Spannung und nach Regen oder Staubiger Fahrt mal extra Ölen ... 

Antwort
von fuji415, 21

Kette Ritzel Kettenblatt Bremsen Reifen Kupplung Batterie und mehr sind alles Verschleißteile siehe LOUIS: 

https://www.louis.de/rubrik/motorradverschleissteile/2

https://www.louis.de/rund-ums-motorrad/schraubertipps/kettenwartung

„Schiefe Zähne“ und nervtötend verkürzte Nachspann-Intervalle bedeuten: Ein neues Kit ist fällig! 

Meistens ist der Satz aber schon früher „reif“: Lassen sich die auf dem Kettenrad befindlichen Kettenglieder bereits einige Millimeter abheben, obwohl die Kette korrekt gespannt wurde, oder ist die Kette stark ungleich gelängt, gehört das Teil ins Altmetall. 

Der Pfiffige tauscht immer den kompletten Satz – denn er weiß, dass sich eine neue Kette allzu schnell dem Verschleißgrad von Kettenrad und Ritzel anpasst. O-, X- und Z-Ring-Ketten beherbergen eine Dauer-Fettfüllung, welche die Schmierung an den Kettenbolzen im Innern der Kette sicherstellt

Das sie so schlecht ist liegt ganz allein am Fahrer der das Ding nicht vernünftig pflegt reinigt und fettet und einstellt das sollte man nach und vor jeder längern Fahrt machen wen das nicht macht dann ist die Kette halt nach ganz kurzer Zeit Schrott mit Ritzel und Kettenblatt was auch neu muss nicht nur die Kette den macht man das nicht ist die neue auch ganz schnell Schrott  .

Antwort
von peterobm, 53

du kannst da nichts machen da es ein Verschleißteil ist; eine Kette kann man nachspannen - was sagt der Hersteller über den Austausch

Antwort
von Ratirat, 8

Grundsätzlich sind auch Verschleißteile von der gesetzlichen Gewährleistung erfasst, auch wenn mehrere Leute hier anderes behaupten. Das Gesetz macht da keine Einschränkungen. 

Laut § 434 BGB ist ein Sachmangel wenn die Sache "sich für die nach dem Vertrag vorausgesetzte (oder) gewöhnliche Verwendung eignet und eine Beschaffenheit aufweist, die bei Sachen der gleichen Art üblich ist und die der Käufer nach der Art der Sache erwarten kann.

Zu der Beschaffenheit (...) gehören auch Eigenschaften, die der Käufer nach den öffentlichen Äußerungen des Verkäufers (...)  erwarten kann" (Text auf die für diesen Fall relevanten Stellen gekürzt). 

Grundsätzlich kann man eine längere Lebensdauer der Kette erwarten als 11000 km. Das gilt insbesondere, da der Verkäufer angegeben hat, die Kette sei vollkommen in Ordnung (was du aber im Zweifelsfall beweisen müsstest.) 

Wenn die Kette also aufgrund von (auch verdeckten) Vorschäden, die zum Kaufzeitpunkt vorlagen, kaputt gegangen ist, muss der Händler dafür haften. Später eintretende Schäden hingegen gehen ihn nichts an. 

Die Frage ist aber, ob solche Vorschäden vorlagen. Grundsätzlich spielt dir dabei § 476 BGB in die Hände, der in den ersten sechs Monaten die Beweislast umkehrt. Allerdings wird er durch den Nachsatz "es sei denn, diese Vermutung ist mit der Art der Sache oder des Mangels unvereinbar" eingeschränkt. Ein Richter oder Gutachter könnte durchaus zu der Ansicht gelangen, dass das hiermit unvereinbar sei. Dann hast du, solange nicht ein Gutachter feststellt, dass die Kette schon beim Kauf geschädigt war, schlechte Karten. 

Faktisch wird es schwierig und riskant, rechtlich gegen den Händler vorzugehen. Versuch dich doch, mit ihm zu einigen, indem du die Kette bezahlst und er dafür den Einbau übernimmt. 

Antwort
von TimmyEF, 59

Die Kette ist genauso ein Verschleißteil wie die Bremse oder die Kupplung. Der Händler brauch sie also nicht kostenlos austauschen. Kulanter Weise würde ich es als Händler aber machen um einen Kunden nicht zu verlieren.

Antwort
von dermick74, 18

Naja eigentlich sind 3000KM ein Witz. Also war die Kette wohl doch nicht soooooooo in Ordnung wie sie beworben wurde.

Die Kette ist dennoch ein Verschleißteil und unterliegt nicht der Garantie.

Wenn es allerdings eine anständige Werkstatt ist und sie Dich als Kunden behalten möchten kommen sie Dir eigentlich etwas entgegen

Antwort
von Skinman, 18

Den TÜV interessieren solche Verschleißteile höchstens insofern sie die Sicherheit beeinträchtigen. Offensichtlich bestand keine ajute Gefahr, dass die Kette runterspringt (das wäre auch reichlich extrem.)

Sollte die Kette echt schon am Ende sein, wäre das natürlich eine arg enttäuschende Lebensdauer, was aber auch mit modernen, schwächer dimensionierten Bauteilen zusammen hängen kann. Früher waren bei der Erstausstattung auch bei damals als schwer geltenden Motorrädern wie der Kawasaki GPZ 900R beim ersten Kettensatz Laufleistungen von 50.000 km drin und beim Zubehör-Ersatz Untergrenze eher so 25.000.

Oder irgendein Dösbaddel hat die Kette mal überspannt, aber dann sollte deine vorrangige Sorge nicht das Kettenkit sein - das istb im Vergleich zu den restlichen Reparaturkosten geschenkt - sondern dem fast zwangsläufig dann beim Einfedern eingetretenen Schäden der jetzt verbogenen Getriebeausgangswelle und je nachdem Hinterachse sowie eventuell die zugehörigen Lager und womöglich sogar Lagersitze.

Antwort
von christl10, 21

Jetzt zig doch nicht so rum. Es ist ein gebrauchtes Motorrad und zudem geht es um ein Verschleißteil. Nun zuck mal die 250€ aus der Tasche und lass sie austauschen. Dann hast Du bei guter Pflege nochmal um mind. 20.000km - 25.000km Ruhe. 

Antwort
von RobertLiebling, 33

Die gesetzliche Sachmängelhaftung ("Gewährleistung") bezieht sich auf den mangelfreien Zustand der Kaufsache zum Zeitpunkt des Kaufs (genauer: des Gefahrübergangs).

Eine spätere nutzungsbedingte Verschlechterung ist i.d.R. nicht von der Gewährleistung erfasst.

Kommentar von Ratirat ,

Auch hier gilt aber § 476 BGB. Ist, wie so oft, Auslegungssache, ob der hier angewendet werden kann. 

Kommentar von RobertLiebling ,

Grundsätzlich schon, aber bei Verschleißteilen von Gebrauchtwaren dürfte des Öfteren der Passus "es sei denn, diese Vermutung ist mit der Art der Sache oder des Mangels unvereinbar" zutreffen.

Antwort
von annokrat, 17

natürlich sind kette, ritzel und kettenblatt verschleissteile. aber 11.000 km erscheint mir etwas kurz. da dürfte der vorbesitzer mangelhafte wartung betrieben haben.

annokrat

Antwort
von Barolo88, 43

die Kette ist ein Verschleißteil und fällt nicht in die Gewährleistung

Kommentar von Ratirat ,

Wieso glaubst du, dass für Verschleißteile die Gewährleistung ausgeschlossen sei? 

Kommentar von Barolo88 ,

ich glaube das nicht, ich weiß das 

Kommentar von Ratirat ,

Dann weißt du falsch. Die Gewährleistung gilt auch für Verschleißteile uneingeschränkt. 

Oder glaubst du, wenn er mit der neuen Kette vom Hof fährt und die Kette reißt, kann der Händler sagen "Pff, ist ein Verschleißteil, neue Kette macht 264,87 €."? 

Kommentar von Barolo88 ,

die Kette ist aber nicht neu, das ist der Unterschied

Kommentar von Ratirat ,

Wie jetzt, für Neuware gilt die Gewährleistung dann auch für Verschleißteile?  

Der Gesetzgeber unterscheidet hier nicht zwischen Neuware und Gebrauchtware. 

Sorry, aber du hast offensichtlich keine Ahnung von der Sachmängelhaftung, insofern solltest du besser mal das BGB lesen, als das zu wiederholen, was du zu wissen glaubst, weil es überall erzählt wird (sieht man ja hier, du bist ja nicht der einzige, der diese Mär verbreitet).

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