Motorrad als erstes eigenes Fahrzeug? BMW F650
Hi,
ich möchte mit 18 meinen Motorradführerschein machen und äugle auch schon damit mir eins zu kaufen. Macht es aber überhaupt Sinn als erstes eigenes Fahrzeug ein Motorrad zu kaufen? Schließlich hat ein Auto doch viele Vorteile: Winter, schlechtes Wetter, Leute transportieren, mehr Stauraum etc.
Dafür ist es natürlich auch um einiges teurer. Also, was denkt ihr?
Außerdem, was haltet ihr von der BMW F650 (Baujahr 96 am besten) ? Die gibt es momentan mit Kofferystem schon ab 1400€ in gutem Zustand und sollte bis zu meinem Führerschein noch günstiger werden. Oder doch zum neueren Moll der F650 GS greifen, die aber um einiges teurer ist?
Lohnt sich so eine Enduro (Leicht Offroad und Straßentauglich) überhaupt für Deutschland mit all seinen gepflegten Straßen und Autobahnen? Oder sollte man doch eher zu einem Sportler greifen?
Freue mich auf eure Antworten.
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Klar macht es Sinn, wenn du Spaß am Motorradfahren hast. Ich hatte mir mit 18 auch sofort ein Motorrad geholt (Suzuki GSX600F) und bis heute (ähhhhm Jahrzehnte später) immer noch NUR Motorradbesitzer. Fahre zwar auch nebenbei Auto, aber was gibt es besseres als ein Motorrad?
Zu BMW sag ich mal nix (Einmal Suzuki, immer Suzuki^^).
Zu Enduro... ich bin Jahre lan nur Supertourer gefahren,, bis ich heute auch Enduro fahre. Ich fahre zwar fast nur Strasse, aber bei glatter Strasse (durch Laub/Nässe/leichten Frost), beherrsche ich mein jetziges Motorrad, durch seine aufrechte Position, einfach besser.
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Der Antwort von Achim bleibt eigentlich kaum noch etwas hinzuzufügen, außer daß ich die F650 für ein sehr gutes Allraond-Anfängermotorrad halte. Über die einzelnen Aspekte dieses Töffs kannst Du Dich ja mal hier : http://www.f650.de/forum/ belesen. Ich selbst fahre im übrigen die G650 xCountry und habs noch nie bereut...
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sobald du beim motorrad rationale überlegungen anwendest, solltest du ein auto kaufen. ein motorrad ist in allererster linie eine sport- und hobby-gerät. natürlich kann man es auch im alltag einsetzen, aber das ist dann nur ein nebeneffekt, nicht die treibende kraft ein motorrad zu kaufen.
ich habe mir mit 18 auch ein motorrad gekauft. ein auto zu kaufen, kam mir nicht ansatzweise in den sinn. ok, damals, als schüler, hatte ich noch das auto von papi als notlösung zur verfügung, um z.b. mädels im kalten winter wohl behütet zu kutschieren. und irgendwann habe ich mir auch noch einen pkw geleistet, erst nur für die wintermonate, dann einfach parallel (ich fand keine passende halterung für den baby-safe auf dem tank).
annokrat
Kommentar von nilono313 22.09.2012Haha Baby-safe auf dem Tank ;) Danke für dein Input. Sieht so aus als ob es viele andere vor mir auch mit einem Motorrad als Erstfahrzeug geschafft haben, dass man später sich auch noch ein Auto anlegt ist für mich klar. Aber es scheint am Anfang auch so zu funktionieren und definitv mehr Spaß zu machen.
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Moin nilono313,
wie Mandek hatte auch ich mit 18 sofort ein Motorrad, ebenfalls Jahrzehnte her, eine Honda 250 G, und war viele Jahre lang auch Nur-Motorradbesitzer. Nachdem ich das Mädel meines Herzens, meine spätere Frau kennengelernt hatte, kam ein alter VW-Bus dazu. Sie hatte schreckliche Angst vor dem Motorradfahren, so dass das kein gemeinsames Vergnügen wurde, und ich konnte ihren ewigen Traum erfüllen.
Da mein damaliger Einsatzort viele Hundert km von zu Hause entfernt am A... der Welt lag und ich bei jeder möglichen Gelegenheit sofort nach Hause wollte, kam ein Zug als Transportmittel nicht in Betracht, so dass ich also bei jedem Wetter, auch im Winter, mit meiner Kiste fuhr. Gegen Regen kann man sich schützen, aber das Fahren auf festgefahrenem Schnee war teilweise grenzwertüberschreitend. Da wäre wohl eine Enduro vorteilhafter gewesen.
Auf einem Motorrad mit Koffern und Tankrucksack kannst Du schon 'ne Menge Kram mitnehmen, den man im täglichen Leben oder auf einer längeren Reise braucht. Auch ein Smoking und die Lackschuhe und für die Frisur, falls man nicht auf einen Kurzhaarschnitt steht, das Allwetter-Taft ließen sich gut verstauen. Für einen Umzug ist es natürlich nicht geeignet, aber man fährt ja auch nicht jeden Tag seinen Mobiliar spazieren.
Davon, dass Du nur eine Person mitnehmen könntest, solltest Du Deine Entscheidung nicht abhängig machen. Du kaufst Dein Fahrzeug für Dich und Deine Wünsche und nicht als potenzielles Beförderungsmittel für andere.
Einer der wesentlichen Aspekte bei einer Entscheidung für oder gegen ein Motorrad als Transportmittel ist für mich die Frage der Sicherheit. Du hast keine Knautschzone wie ein Auto. Dessen bist Du Dir aber bestimmt bewusst. Du musst also nicht nur gut Motorradfahren lernen, sondern Dich auch schnellstens an das Mitdenken für andere Verkehrsteilnehmer gewöhnen. Wenn Du das einmal drauf hast, könntest Du auch beim Umsteigen auf ein Auto ein herzlich willkommenes Mitglied in der Minderheit der umsichtigen Fahrzeugführer werden.
Der andere für mich entscheidende Gesichtspunkt, der für das Motorradfahren spricht, ist der Spaßfaktor. Wenn Du nicht nur wie ein Bekloppter durch die Gegend donnern willst, wirst Du ein Fahrerlebnis genießen können, das auch ein Cabriofahrer niemals erleben wird.
Die von Dir genannte 650er BMW kenne ich nur vom Sehen. Die Vorgängermodelle wurden von einer alten Klassenkameradin und einem Kumpel gefahren. Sehr solide und robuste Maschinen. War allerdings auch niemals mein Fall (siehe Mandek). Ich hatte Hondas und Yamahas.
Enduros bin ich während meiner Arbeitszeit in Ecuador und Peru gefahren. Was anderes wäre dort gar nicht in Frage gekommen. Hier in Europa habe ich keine. Wie Mandek finde ich, dass diese Maschinen bei ungünstigen Strassenverhältnissen vorteilhafter sind. Für eine aufrechtere Sitzpostion reicht mir aber ein gutes Touringbike. Dessen Nachteil gegenüber einer Enduro sehe ich allerdings in seinem Gewicht und den Proportionen. Wenn man sich trotz aller Vorsicht doch 'mal auf die Nase legt, lässt sich 'ne Enduro leichter wieder aufrichten.
Tjä, wenn Du Dich für ein Motorrad entscheidest, wünsche ich Dir viel Spaß damit und eine sichere und gute Fahrt.
Liebe Grüße
Achim
Kommentar von nilono313 22.09.2012Vielen Dank Achim für diese sehr ausführliche Antwort!
Du hast Recht, mit Koffern und Tankrucksack lässt sich alles für den Alltag, wie Einkäufe beim Supermarkt etc, aber auch Reisen mit dem Motorrad gut erledigen. Für Umzüge, Möbel kaufen usw. holt man sich oft eh Hilfe und dann kann man halt das Auto des anderen Nutzen. Außerdem möchte ich mir schon noch ein Auto irgendwann kaufen, aber wie das jeder wahrscheinlich kennt ist das Geld während der Studienzeit knapp.
Wie unten schon erwähnt, werde ich auch die Möglichkeit haben ÖPNV zu nutzen - speziell im Winter - und bin nicht nur auf das Motorrad angewiesen.
Laut Mandek und dir scheint eine Enduro auch auf Deutschlands Straßen nicht verkehrt zu sein und besonders auch für langere Fahrten dank der aufrechteren Sitzposition angenehm zu sein. Falls ich weiter die Leidenschaft entdecke könnte man sich immer noch einen schnelleren Sportler zulegen. Außerdem ist das praktische an der BMW F650, dass sie nur 48 PS hat, sodass ich sie auch nicht drosseln brauche und besonders in meinen ersten Jahren mit Motorradführerschein gar nicht auf dumme Gedanken komme...
Liebe Grüße
Nilono
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das ist ne ganz ganz ganz dumme idee, ein motorrad kann nie ein pkw ersetzen.
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Antwort von DerLocke 22.09.2012
Die Versicherung ist günstiger und wenn Du keinen Unfall machst und deine Versicherung weiter sinkt auf unter 100% lohnt es sich richtig erst dann ein Auto zu kaufen aber im Winter musst Du halt mit Bus und Bahn fahren xD
Kommentar von nilono313 22.09.2012Danke für die Antwort. Weil die Versicherung unter 100 Prozent auch fürs Auto gelten würde? Das wäre natürlich vorteilhaft. Da als nächstes dann die Studienzeit in einer größen Stadt kommt, werde ich im Winter auf jedenfall auf öffentliche Nahverkehrsmittel greifen.
Kommentar von mischer71mischer71 24.09.2012genau, Dein Versicherungsrabatt gilt ja für das ErstFAHRZEUG. Als Fahranfänger startest Du mit 150% (oder so, weiß ich nicht genau) Versicherungsprämie und 150% einer Autoversicherung sind schon recht viel Geld, zumindest mehr als 150% einer Motorradversicherung. Im Idealfall ist das Motorrad das Erstfahrzeug bis der Beitrag bei 100% oder 90% ist, dann wird das neue Auto das Erstfahrzeug mit 100% bzw. 90% Versicherungsbeitrag und das Töff als Zweitfahrzeug bleibt dann bei 125%.
Kommentar von nilono313 25.09.2012Das klingt gut! Vielen Dank für die Veranschaulichung. Genaueres werde ich dann mit der Versicherung klären, wenn es soweit ist. Aber dann scheint es echt (finanziell) ratsam zu sein erst Motorrad zu fahren.
Danke für die Seite, über die bin ich schon mal gestolpert. Werde mich da wohl mal anmelden.
Schön, dass du soweit auch was zu der Maschine sagen konntest, damit bestätigst du auch die Meinungen anderer, die ich gehört habe, dass die BMW F650 Anfängertauglich ist.
Weißt du denn etwas zu den Problemen bei niedriger Drehzahl? Da soll das Motorrad sehr unruhig/wackelig etc sein, so dass man sie immer schön hochhalten kann und die Gänge nicht wirklich voll ausnutzen kann, weil es so eingeschränkt ist, das Ganze ist dann mit einer Menge Schalten verbunden, was auf der einen Seite natürlich nicht schlecht ist um es richtig zu lernen, auf der anderen Seite vielleicht auch sehr nervig ist besonders im Stadtverkehr?
Würde mich freuen, wenn du noch mal zurückschreiben könntest.