Frage von PeterLustig1999, 37

Motivation fehlt neuerdings zu allem... Woher kommt das?

Moin.

Erst ein mal von vorne herein direkt erst mal eine Durchsage an all diejenigen, die mir nun mit "Gott gibt dir Kraft" oder dergleichen antworten wollen: Ich habe nichts dagegen, wenn ihr einer Religion angehört, aber ich tu es eindeutig nicht, und somit ist die Antwort auch nicht hilfreich.

Zur eigentlichen Frage. Aus irgend einem Grund bin ich in letzter Zeit immer weniger motiviert, irgend etwas zu tun. Zu vielen Dingen, die mir sonst Freude bereitet haben, muss ich mich mittlerweile bereits überwinden, und ich verstehe nicht, wieso das so ist. An sich bin ich eigentlich eher als eine fröhliche Person bekannt, lebensfroh, freundlich, immer gut gelaunt, doch auch das ist aus irgend einem Grund einfach nicht mehr so.

In meiner Freizeit programmiere ich normalerweise echt viel, habe auch einige größere Projekte begonnen, die ich nun jedoch irgendwie nicht mehr weiterführen kann/möchte, ich zocke relativ viel, spiele ansonsten Badminton. Ich bin auch viel in Messengern unterwegs, weil das irgendwie einer der einzigen Wege ist, wie ich mich noch großartig mit irgend wem über Alltägliches unterhalte.

Richtige Freunde habe ich nämlich keine, das liegt an einigen Gründen aus meiner Vergangenheit, auf die ich hier aber nicht weiter eingehen will, da ich damit so ziemlich abgeschlossen habe, und das Thema nicht wieder aufwühlen will. Gestört hat es mich immer ein wenig, ein großes Problem, dass mir irgendwie die Freude am Leben raubt, war das aber schon lange nicht mehr, und ich denke, auch jetzt ist das weiterhin kein Problem. Der einzige Weg, wie ich mir das ansonsten erklären könnte, wäre mit meiner letzten Beziehung. Aber auch damit bin ich mir nicht sicher.

Die Beziehung ist mittlerweile bereits n wenig was her, vor Ostern haben wir die Beziehung beendet. Bzw. ich. Der Grund dafür ist recht einfach, sie konnte sich zum Einen nie an Absprachen oder Versprechen halten, und, wie sich später heraus stellte, sie ist mir fremd gegangen. Doch auch wenn sie mir extrem weh getan hat, und ich weiß, selbst würde man das mit dem Fremdgehen mal außen vorlassen, die Beziehung mit ihr würde einfach nicht funktionieren, ich vermisse sie, und ich denke, eine Freundin, die so verständnisvoll mit einem umgeht, werd ich niemals wieder finden. Ich denke, ich hab einfach immer noch nicht so wirklich mit ihr abgeschlossen.

Auch in Messengern habe ich langsam immer mehr das Gefühl, dass kaum noch einer noch nicht zu oberflächlich/vorurteilsbehaftet ist, mit nem Nerd zu schreiben. Egal, wen man anschreibt, und wie freundlich und interessant man wirkt, man wird ignoriert. Das war mal anders. Dass es nach wie vor Menschen gibt, die mit einem schreiben wollen, bezweifle ich nicht. Aber ich habe das Gefühl, ich schreibe da die Falschen an.

Woher könnte das denn plötzlich kommen, und was kann ich dagegen tun, dass es mir so geht? Würde mich über einige hilfreiche Antworten freuen.

Gruß

Antwort
von Mikey86, 22

Hallihallo

Das was du schilderst kann viele ursachen haben.

Anhand deiner aufzählung, dein erlebtes etc.. scheint es in die richtung eines Burnouts oder gar Depression zu rutschen.

Vieles was du erlebt hast, sei das innerhalb deiner beziehung wie auch im freundeskreis scheint bei dir tiefe Narben zurückgelassen zu haben. Deine momentane antriebslosigkeit und der schiere kampf dich für etwas zu begeistern kann ein Stimmungstief bedeuten, welches man auch "einfach mal so" haben kann, jedoch als dauerzustand sicherlich innerhalb einer psychologischen Therapie begutachtet werden sollte.

Als erstes würde mich wundernehmen, zu welcher Alterskategorie du zählst.

Du kannst zu beginn versuchen, dich mit sogenannten rezeptfreien stimmungsaufhellern die du frei in jeder drogerie erhalten kanst in einer selbstmedikation zu therapieren. Oft bei leichten stmungstiefs reicht dies bereits aus um die beschriebene situation zu bessern.

Sollte dir das auf dauer jedoch nicht gelingen, oder dir sogar merkbar schlechter gehen, begebe dich bitte zu deinem Hausarzt und beschreibe ihm deine symptome und gefühle.

Denn solltest du tatsächlich eine psychische labilität erreichen, ist eine rasche behandlung für den krankheitsverlauf positiv.

Du darfst mir gerne auch privat schreiben, solltest du anlaufstellen oder weitere fragen haben.

Ich wünsche dir alles liebe und gute

Kommentar von PeterLustig1999 ,

Dankeschön. Zu deiner Frage, ich bin zur Zeit erst 17 Jahre alt, also noch relativ jung.

Zu der Variante mit den Stimmungsaufhellern, davon halte ich nicht wirklich viel. Ich war ja sogar bereits ein mal aufgrund Depressionen in Therapie, und habe auch erfolgreich damit abgeschlossen. Aber selbst, als man mir da sagte, es sei eventuell sinnvoll, Antidepressiva zu nehmen, habe ich mich dagegen entschieden.

Ich bin kein Freund von Arzneimitteln, und nehme von daher auch nur so wenig wie nur möglich. Das liegt daran, dass ich dieses "Dir gehts schlecht? Hier kriegst n paar Pillen hinter her geworfen" einfach ablehne, egal, ob es nun körperlich oder seelisch ist. Und gerade, wenn man sich mal anschaut, welche Nebenwirkungen, ect. dieses Zeug teilweise haben kann, gerade im Bereich Stimmungsaufheller, nein danke. Da werde ich mehr von dem Zeug krank, als ich es sowieso schon bin.

Also, um es mal kurz zusammen zu fassen, ich war mal depressiv, und ich war deswegen auch in Therapie, habe den Weg also schon mal beschritten und weiß somit, wie das alles von statten geht. 

Aber ich verstehe nicht, wieso sowas einfach so auftreten kann? Ich meine, ohne Ursachen kann so etwas ja nicht kommen. Wovon könnte sowas alles abhängig sein?

Kommentar von Mikey86 ,

Hi

Darfst mir glauben, ich bin ebenso kein befürworter der einfachen "pillendynastie" jedoch musst du den unterschied festhalten, das ich dir in meiner hinsicht die "harmlose" variante von natürlichen stimmungsaufhellern und nicht die der SSRI oder NaSSA empfehle. Nebenwirkungen wirst davon keine bekommen und selbst bei einer aprupten stoppung keine entzugserscheinungen.

Mir geht es in erster linie dadrum, dir einen möglichen weg aufzuzeigen, der medikamentfrei verläuft.

Mit 17 jahren befindest du dich noch immer in der Pubertät, welche durch die umstellung deines hormonhaushaltes automatisch zu stimmungsschwankungen führen kann. 

Allerdings schilderst du von einer bereits therapeutisch behandelten Depression.

Bedenke bitte, das selbst eine abgeschlossene behandlung, durch umwelteinflüsse, beziehungsprobleme, stress, ängste etc immer wieder zu einem rückfall führen kann, selbst wenn du denkst das dies längst vorbei ist.

Deine geschilderte situation mit deiner beziehung, könnte, muss aber nicht, der auslöser für dein akutes tief sein.

Daher bitte ich dich, dies und deine gefühle zu beobachten und bei zunehmender verschlechterung, deinen arzt erneut aufzusuchen.

Ich wünsche dir alles gute und viel erfolg

Kommentar von PeterLustig1999 ,

Danke für den Rat. Sollte sich die Situation verschlechtern, oder sollte sie sich nicht ändern, werde ich auf jeden Fall noch ein mal meinen Arzt aufsuchen, und ihm schildern, wie es mir zur Zeit geht.

Antwort
von Cinder67, 6

Du scheinst so unglücklich zu sein, weil du scheinbar ziemlich einsam bist. Du sagst, du hast keine Freunde, dass du Jungs misstraust, gehst in vielen Fragen auf deine Ex-Freundin ein und schreibst, dass du im Internet auch nicht so richtig fündig wirst... Ich denke, dass das der Punkt ist, an dem du arbeiten solltest. Menschen sind nicht dazu gemacht, einsam zu sein.

Da du keine Freunde hast, wie steht es mit der Familie? Vielleicht könntest du Zeit mit Geschwistern, Cousins oder anderen Verwandten verbringen. Das ist natürlich keine ultimative Lösung oder so, aber meinem Bruder geht es ähnlich wie dir, und er scheint immer glücklich zu sein, wenn er Zeit mit mir und unseren Cousinen verbringt, was interessant ist, weil man nicht den Eindruck hätte, dass er sich nach Kontakt sehnt. Er verbringt seine Zeit allein, und hat erst seit kurzer, kurzer Zeit sowas wie Freunde.

Dass er keine Freunde hatte, liegt daran, dass er autistische Verhaltensweisen aufweist und - anscheinend - eine eher niedrige emotionale Intelligenz hat. Das bedeutet nicht, dass er dumm ist, sondern dass er sich schlecht in andere Menschen hineinversetzen kann. Er hat Probleme damit, zu erkennen, wann er was sagen sollte und wann es angebracht wäre, zu schweigen, wann jemand sarkastisch ist und wann nicht, ob jemand eher negativ auf ihn reagiert oder nicht und so weiter. Es gibt viele interessante Artikel im Internet zur emotionalen Intelligenz und wenn ich das so offen sagen darf, geht aus der einen anderen Frage von dir heraus, dass du ebenfalls Probleme in Sachen Empathie hast... Es könnte nicht schaden, daran zu arbeiten. Man kann Empathie erlernen, hab ich gelesen, muss man einfach mal nachlesen.
Ich will mir aber nicht anmaßen, viel darüber zu wissen, ich schildere lediglich meinen Eindruck, den du im Vergleich zu meinem Bruder auf mich gemacht hast. Ihr seid euch irgendwie ähnlich... was nicht heißen soll, dass du autistische Züge aufweist.

Auf deine vorletzte Frage habe ich ziemlich unsensibel geantwortet, weil ich nicht recht nachvollziehen konnte, dass du es offenbar nicht verletzend meintest, was du geschrieben hast. Ich finde es immer noch unfassbar, wie du dich ausgedrückt hast und nehme meine Worte nicht zurück, bereue sie auch nicht, wie manche unverständlicherweise anzunehmen scheinen, aber ich erkenne, dass es dir offenbar wirklich nicht gut geht und habe öfter darüber nachgedacht.
Viele andere hatten, wie es scheint, ähnliche Probleme mit deiner Ausdrucksweise, weshalb ich dir raten würde, auch daran zu arbeiten. Ich habe in irgendeinem Kommentar von dir gelesen, dass du es nicht so recht hinbekommst, dich so auszudrücken, dass andere sich nicht angegriffen fühlen. Möglicherweise hast du diese Probleme auch, wenn du redest? Vielleicht fällt es dir auch deshalb schwer, Kontakte zu knüpfen? Ich kann es nicht wissen, aber vielleicht tust du es ja.
Was ist eigentlich mit deinem Verein? Wenn du da 2 Mal die Woche bist, ist das doch eigentlich die perfekte Gelegenheit, Freunde zu finden - ihr würdet euch oft sehen, du hättest ein sicheres Gesprächsthema und gemeinsame Interessen. Ich weiß nicht, woran es liegt, dass du trotzdem nicht mit den Leuten da befreundet bist - weil du es nicht versucht hast, kein Interesse daran hast oder sie keins an dir? Das wäre alles nicht in Stein gemeißelt.

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