gutefrage.net, die Ratgeber Community
version2_beta
Login   |  Forum |  Richtlinien |  FAQ

Morphologie von überirdisch

gefragt von tapsbaer am 05.10.2008 um 17:04 Uhr

Hallo,

könnt ihr mir die morphologische Bildung des Wortes überirdisch erläutern? Und gegebenenfalls die Lautverschiebung? Danke, Pheophin


Support
Kommentar zur Frage vom Support

Lieber Tapsbaer,

gutefrage.net ist ein Ratgeberplattform, auf der Tipps und Tricks zur Bewältigung des Alltags ausgetauscht werden können. Wissensfragen zu Deinen Hausaufgaben sind hier fehl am Platz. Beachte bitte künftig unsere Richtlinien unter http://www.gutefrage.net/policy.

Schöne Grüße

Paula vom gutefrage.net-Support

Weitere Fragen zu verwandten Themen finden Sie hier:

Deutsch (853)
Morphologie (2)
irdisch (1)
ähnliche Fragen

Frage beantworten!


anonym
beantwortet von Penibly am 5. Oktober 2008 17:05
2x
Die Antwort ist hilfreich? Dann klick mich!

Hausaufgabenhilfe gibt's auf den entsprechenden Internetseiten...

Kommentar von tapsbaer am 5. Oktober 2008 17:11

Es geht hier nicht um Hausaufgaben.


Anell
beantwortet von Anell am 5. Oktober 2008 17:08
1x
Die Antwort ist hilfreich? Dann klick mich!

Ich denke, über = Präfix, abgeleitet von einer Präposition, ird = auf die Erde bezogen, -isch = Suffix, das das Adjektiv andeutet. Ohne Gewähr! Anell

Kommentar von tapsbaer am 5. Oktober 2008 17:11

ich dachte her an irdisch abgeleitet von erde?und über als Komparativmorphem?

Kommentar von 955ba6637d3e5a64c1d2ee095824f132smallAnell am 5. Oktober 2008 17:13

Abgeleitet von "Erde", ja, das meinte ich mit "auf die Erde bezogen". "Über" als Komparativmorphem würde ich nicht sagen, Komparativ bezieht sich ja immer auf eine Steigerung, die ist hier aber nicht gegeben (denke ich). Allerdings müsste bei "über" die gefragte Lautverschiebung drin sein. Schau doch mal im Etymologie-Duden, falls du einen zur Hand hast.

Kommentar von 955ba6637d3e5a64c1d2ee095824f132smallAnell am 5. Oktober 2008 17:21

ES gibt noch einen interessanten Hinweis, dass "überirdisch" eigentlich "außerirdisch" bedeutete. (Das passt dann wieder zur Wandlung der Erde als Scheibe hin zur Kugel...) Rätsel, Rätsel, lass mich mal wissen, wie es richtig ging, wenn du es raus hast. Anell

Kommentar von tapsbaer am 5. Oktober 2008 17:24

Das habe ich auch schon herausgefunden, deswegen auch meine Fraqge weil ich ein wenig verwirrt bin. Ich werde dich auf alle Fälle informieren;)

Kommentar von 955ba6637d3e5a64c1d2ee095824f132smallAnell am 5. Oktober 2008 17:32

Ok. Freut mich, danke. Anell


anonym
beantwortet von Albrecht am 5. Oktober 2008 19:14
0x
Die Antwort ist hilfreich? Dann klick mich!

Der Bestandteil "über" ist ein Präfix (eine Vorsilbe), die in dieser Zusammensetzung ein Adjektivpräfix ist. "ird" ist der Wortstamm. "isch" ist ein Suffix (eine Nachsilbe/Endung), das der Adjektivbildung dient.

Die Präposition "über" hieß althochdeutsch "ubar". Als Adverb gab es auch die vollere Form "ubari". Unter der Einwirkung des Vokals "i" ist ein Sekundärumlaut eingetreten ("u" -> "ü", "a" -> "e"). Als Komparationsmorphem könnte nur "-er" betrachtet werden. Eine Einteilung nach "oben" und "unten" von einem Vergleichspunkt aus liegt vor, sprachlich halte ich die Deutung aber nur für möglich, aber unsicher.

Althochdeutsch hieß "Erde" "erda", das Adjektiv "irdisc", mittelhochdeutsch dann "irisch", "irdesch". Hier liegt eine Vokalharmonie (auch "Brechung" genannt) vor. Dies ist ein assimilatorischer (angleichender) Vokalwandel. Unter der Einwirkung der Vokale der hohen Zungenlage "i" und "j" oder n + Konsonant in der nachfolgenden Silbe findet eine Hebung oder Senkung der Stammsilbenvokale statt (hier eine Hebung bei einem folgenden "i".

In der üblichen Bedeutung betrifft die Lautverschiebung Konsonanten (Konsonatismus). Die genannten Erscheinungen sind Gegenstücke im Bereich der Vokale (Vokalismus).

Bei Fragen dieser Art helfen etymologische Wörterbücher (z. B. von Friedrich Kluge) und sprachwissenschaftliche Fachbücher zur historischen Linguistik weiter. Wenn eine Internetsuche nicht weiterführt, würde ich in eine Bibliothek gehen.

Kommentar von Albrecht am 19. Oktober 2008 17:54

Ein Komparativmorphem "–er" kommt in dem Wort "oberer" von "oben" vor, einem mit "über" verwandten Wort. Dabei erhält aber das Wort eine Silbe mehr, also 3 statt 2 Silben.

Höchstens könnten entsprechende Wörter aus anderen verwandten Sprachen betrachtet werden, um durch einen Vergleich zu überprüfen, ob in dem Wort selbst schon ursprünglich ein solches Komparativmorphem steckt.

Bei "über" gibt es im Sanskrit (Altindisch) उपरि (upári), in Griechisch ὑπέρ (hypér), in Lateinisch super, in Gotisch ufar(o), in Altnordisch yfir. In der indoeuropäischen /indogermanischen Ursprache hat das Wort wahrscheinlich * uper(i) geheißen (mit dem Sternchen wird angezeigt: das Wort ist nicht belegt, sondern nur aufgrund von Überlegungen rückerschlossen).

Bei http://www.linguistik-online.de/19_04/bittner.html steht eine gelehrte Abhandlung, die teilweise etwas zum Thema beiträgt. Danach hat sich das Suffix, das in –er mündete, beim Komparativ folgendermaßen entwickelt:

indoeuropäisch/indogermanisch * -jes/-jos/-is

germanisch *-iz/- oz (was ich als o geschrieben habe, ist ein besonderer Buchstabe mit einem Strich oben, aber hier gibt es Darstellungsprobleme)

althochdeutsch -ir/-or

mittelhochdeutsch –er

neuhochdeutsch –er

Dies spricht gegen eine Deutung als Komparativmorphem.




Verwandte Fragen

Verwandte Fragen


Mehr verwandte Fragen

Verwandte Fragen

    Deutsch Abitur Sachsen 08 Grundkurs

    WAS HEISST OPPORTUNISMUS AUF GUT DEUTSCH?

    Die Büchern auf Deutsch

Die unter gutefrage.net angebotenen Dienste und Ratgeber Inhalte werden nicht geprüft. Die Richtigkeit der Inhalte wird nicht gewährleistet. Bitte lesen Sie hierzu auch unsere Rechtlichen Hinweise.