Frage von lisamriechen68, 244

Morgen ist es soweit!was nun?

Morgen kommt der Vermieter, der meinen Großeltern vor 3 Wochen ein Schreiben mit der Mieterhöhung zugeschickt hat.

Nun aber habe ich einige Gründe zur Ablehnung gesammelt aber weiß erstens nicht ob diese angemessen/wirksam oder gar brauchbar sind.

Man muss sich das so vorstellen ,meine Großeltern sind alt und bekommen Sozialhilfe.
Meine Oma aber hat noch mehr Behinderungen:

1. seit 20 Jahren auf Medikamente angewiesen
2. hoher Blutdruck bis zu 200 bpm
3. starkes Asthma
4.mehrere OPs (Herz,arme,Beine,Nacken...)
5. laut Arzt ist sie zu 80% behindert (Nachweise vorhanden !)

Und vieles mehr ...
Und mein Großvater muss sich um das Ganze kümmern..

Deshalb ist sie auf bestimmte Bedingungen einer Wohnung angewiesen wie helle Räume staubfrei usw..
Und der Vermieter weiß auch wie schwer es ist in dieser Gegend eine bezahlbare Wohnung zu finden ...

Deshalb wollen sie diese Mieterhöhung zwar ablehnen aber die Wohnung zu 100% behalten.

Nun muss ich das ganze ordentlich verschriftlichen,sodass sie ihre Wohnung zum gleichen Preis behalten können und bitte euch um Ratschläge,Verbesserungen ,Hinweise ,Formulierungen und vieles mehr..

DANKE!!!

Antwort
von Gerhart, 46

Entweder deine Großeltern wohnen im Luxus oder in einer Metropolregion. Das Erstere kann man wohlausschließen, wenn das Sozialamt hier Sozialhilfe zahlt. Da hier die Stadt nicht bekannt ist, kann es nur 2 Mieterhöhungssätze geben: 15%  für Berlin München Hamburg Köln Frankfurt oder 20% für den Rest der Republik.

Das bedeutet, entweder darf der Vermieter die Miete um 15% (135€) auf 1035€ anheben oder um 20% (180€) auf 1080€ anheben.

Daraus folgt: Dem Mieterhöhungsverlangen ist ohne Angabe von Gründen zu widersprechen. Der Widerspruch ist dem Vermieter spätestens am letzten Tag des Fristablaufes schriftlich zu erklären. Auch wenn hier auf den Widerspruch verzichtet werden sollte, im Klagefall des Vermieters auf Zustimmung zur Mieterhöhung wäre das Recht auf Seiten deiner Großeltern. Keinesfalls sich auf eine Diskussion mit dem Vermieter einlassen und lieber sagen: Wir müssen uns das sehr genau überlegen.

Nachdem nun der Vermieter mit seinem Mieterhöhungsverlangen gescheitert ist, wird es einen neuen Anlauf geben, der dann vermutlich die zulässige Erhöhung beinhaltet. Unterdessen kann man sich Auskunft beim Sozialamt für diesen Fall der Mieterhöhung einholen.

Antwort
von EstherNele, 21

Sorry ... Ein paar Dinge passen für mich nicht zusammen.

Wenn deine Großeltern "Sozialhilfe" beziehen (in der letzten Frage hast du von Rente und ALG II geschrieben), dann meinst du sicher entweder ergänzende Grundsicherung im Alter (für den mit Rente) oder ALG II bei einem Großelternteil. Dann sind deine Großeltern eine Bedarfsgemeinschaft nach dem SGB II Zweites Buch Sozialgesetz.

Egal - wenn sie jetzt schon im Bezug von Sozialleistungen sind, dann finde ich die Miete von 900 € Kaltmiete, die du jetzt angibst, seeehr unwahrscheinlich.

(Von Berufs wegen weiß ich, dass Berlin eine Wohnung für 2 Personen im Leistungsbezug max. 60 qm groß sein darf, 5,71€/m² Nettokaltmiete haben darf , dazu 1,58€/m² kalte Betriebskosten und einen Max-Wert für Heizungskosten. Dieser Wert differiert je nach Form der Wärmeversorgung und Hausgröße).

Aber selbst wenn ich den höchstmöglichen Heizkostenwert von 111€ für eine 2-Personen Bedarfsgemeinschaft nehme, komme ich in der Gesamtmiete nicht über ca. 550€ für 2 Personen als zulässige Obergrenze. 
Und das ist Bruttowarmmiete - da sind die Betriebskosten schon mit drin !!!

Selbst wenn ich eine Stadt nehme, die vielleicht höhere Mieten hat als Berlin und auf diesen Berliner Oberwert von 550 € noch 20% draufpacke, dann bin ich immer noch unter 700 € warm, die das Amt akzeptieren würde.

Und du willst wissen, dass deine Großeltern, von denen (mindestens) einer ALG II oder Grundsicherung bezieht, bis jetzt zu zweit eine Wohnung bezahlt bekommen haben, die bei 900€ kalt liegt ???

Tut mir leid, aber da hast du dich entweder mit der beschriebenen Situation oder mit den Zahlen ordentlich vertan.

Ansonsten gibt es einige Punkte, bei denen das Amt eine etwas höhere Miete akzeptieren kann:
- bei Personen, denen aus Alters- oder Gesundheitsgründen ein Umzug nicht zuzumuten ist (trifft meist bei Alleinlebenden zu)
- bei Wohndauer von über 15 Jahren dort
- bei Personen mit Merkzeichen "G" oder "aG" im Schwerbehindertenausweis (also gehbehindert oder außergewöhnlich gehbehindert)

Bei Personen, die auf einen Rollstuhl angewiesen sind, wird die Wohnung immer wie für eine Person mehr gerechnet: "2 Personen + 1 Rollstuhl = Wohnung für 3 Personen".

Alles das aber erklärt nicht, wieso das Amt nicht schon längst eine Mietminderung (also einen Umzug) gefordert hat, um eine so extrem hohe Miete zu senken. 

Das, was du da beschreibst, ist für mich ziemlich mysteriös.
Sorry, ich habe von Arbeit wegen ständig mit diesen Zahlen zu tun, da checkt man solche Geschichten immer erst mal auf ihren Wahrheitsgehalt.

Antwort
von greensleeves001, 80

Wie alle schon geschrieben haben, sind humanitäre Gründe rechtlich irrelevant. Wenn der Vermieter nun persönlich kommt spricht aber vielleicht doch einiges dafür, dass Ihr vielleicht einen gemeinsamen Nenner findet, mit dem alle leben können. Also eventuell kommt er euch entgegen.

Ich würde aber dann nicht grundsätzlich und kategorisch eine Mieterhöhung ausschlagen (wenn diese denn rechtens ist), sondern vorher überlegen was Ihr ihm anbieten könnt. Führe neben den von dir genannten sozialen Aspekten auch Dinge an, die vermieterseitig lukrativ sind. Da gibt es sicher einige Punkte, wie z.B. langjährig gute Mieter, ruhige Mieter, immer pünktliche Zahler, etc...

Du kannst aber auch wenn es hart auf hart kommt prüfen, ob die angestrebte Mieterhöhung überhaupt rechtlich einwandfrei ist. Lass dich am besten vom örtlichen Mieterverein dahingehend beraten.

Viel Glück!

Antwort
von martinzuhause, 87

du kannst nur prüfen ob die mieterhöhung rechtens ist. wenn sie das ist, dann könnt ihr diese erhöhung aktzeptieren oder eine neue wohnung suchen.

die kündigungsfrist ist da geregelt. die gründe und höhe für eine mieterhöhung auch

Antwort
von TreudoofeTomate, 97

Alle deine Gründen sind für den Vermieter irrelevant. Schau dir im BGB an unter welchen Bedingungen eine Miete erhöht werden kann und such dir den passenden Mietspiegel, ob durch die Mieterhöhung nicht der Höchstbetrag überschritten wird.

Ansonsten, keine Chance.

Das Einzige, was wirklich sinnvoll wäre, sprich mit dem zuständigen Sozialhilfeträger inwieweit die neue Miete angemessen ist und ob sie unter den o. g. Gründen nicht vielleicht auch dann übernommen werden kann, wenn sie nicht angemessen ist (das ist in Einzelfällen nämlich möglich).

Antwort
von RoryGilmore1, 127

Ich stimme der Mehrheit zu. Wirtschaftlich ist es egal.

Du kannst Versuchen an das Herz des Vermieters zu appelliere, da schreibste dann einfach frei raus. 

Checke nochmal ob das rechtens ist, bzw. Die Höhe des Mietzins und dann kannst du nur noch versuchen das Beste raus zu holen.

Das er die Erhöhung stückelt. Oder er etwas Nachsichtig ist was die Kündigungsfrist angeht, sobald der Umzug ansteht.

Antwort
von SiViHa72, 87

Die Gründe sind menschlich alle absolut verständlich. Wirtschaftlich leider nicht.

Der Vermieter ist eben leider nicht die Wohlfahrt. Vielleicht lässt er mit sich reden- vielleicht auch nicht.

Antwort
von anitari, 96

Ich glaube das wurde Dir schon in der anderen Frage erklärt.

Entweder ist die Mieterhöhung wirksam/berechtigt oder nicht.

Wenn sie wirksam ist bleibt Deinen Großeltern nur die Zustimmung oder Kündigung.

Das Mietrecht nimmt keine Rücksicht auf Behinderung, Krankheit etc.

Können Deine Großeltern die Miete nicht stemmen gibt es möglicherweise Unterstützung vom Amt für Grundsicherung.

Expertenantwort
von johnnymcmuff, Community-Experte für Miete, Vermieter, Wohnung, 31

Das sind zumindest keine rechtlichen Gründe um einer Mieterhöhung wirksam zu widersprechen bzw. damit durchzukommen.

Vielleicht verzichtet der Vermieter trotzdem auf eine Mieterhöhung , wenn Du die Umstände nennst und auch das lange Mietverhältnis erwähnst.

Antwort
von albatros, 19

Womit wird die Mieterhöhung begründet? Liegt ein schriftliches Mieterhöhungsverlangen vor? Wird in diesem eine Zustimmung gefordert?

Für Mieterhöhungen (außer Modernisierungsmieterhöhung) gilt die sog. Kappungsgrenze. Diese beträgt 20%, in Ländern bzw. Kommunen auch schon nur 15% Mietsteigerung binnen drei Jahren.

Hier soll die Miete um 42% erhöht werden, deshalb unzulässig. Max. wären 15% (135 EUR) bzw. 20% (180 EUR) zulässig. wenn denn überhaupt die übrigen gesetzlichen Bestimmungen des BGB engehalten werden.

Fehlt  z.B.die Zustimmungsaufforderung, ist schon allein deshalb das MEV formell unwirksam und dami nicht existent.

Antwort
von napoloni, 91

Wenn die beiden von Sozialhilfe leben: Wie genau zahlt sich die Miete?

Oft wird die Miete direkt vom Amt gezahlt, wenn nicht wird die gezahlte Hilfe auch von der Höhe der Miete abhängig sein. Ich weiß also nicht, ob eine höhere Miete die beiden tangieren wird.

Antwort
von Meli6991, 68

Entschuldigung aber alle diese gründe haben nichts damit zutun das sich auch die Mietpreise erhöhen. Wenn die Miete seit jahren nicht erhöt wurde ist das völlig angepasst. Alles wir teurer Strom wasser Gundsätzliche mietkosten.  um wieviel wurde die Meite den erhör ?

Kommentar von lisamriechen68 ,

Von 900 auf 1275

Kommentar von Meli6991 ,

schalge lieber eine Einigung auf 200 euro mehr vor als diese dinge.

Kommentar von lisamriechen68 ,

Denkst das habe ich nicht schon gemacht...er will keinen Cent runter gehen

Kommentar von Meli6991 ,

dann müsst ihr das bezahlen.

Kommentar von lisamriechen68 ,

Müssen wir dann wohl ..und dann kommen noch die ganzen Nebenkosten dazu..

Kommentar von Meli6991 ,

Kaltmiete 1275 euro ?

Kommentar von lisamriechen68 ,

Ja :/

Kommentar von Meli6991 ,

was sagt der Mietspiegel ?

Kommentar von lisamriechen68 ,

30 m/2 11,17€

Kommentar von Meli6991 ,

was ?

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