Frage von A340Pilot, 119

Mord für Erlösung?

Hallo, wenn jemand vor gericht behauptet, jemanden getötet zu haben, um ihn zu erlösen, obwohl derjenige nicht ausdrücklich das Verlangen geäußert hat zu sterben, wie würde das Gericht verfahren? Hieru ein konkrete Fall: Wir behandeln in der Schule das Buch Emilia Galotti und stellen eine "Gerichtsverhandlung" nach, in der Odoardo Galotti beschuldigt wird, seine Tochter ermordet zu haben. Dessen Verteidiger argumentieren aber, dass Emilia Galotti sterben wollte, um ihre "Unschuld zu bewahren".

Danke

P.S.: Die Verhandlung spielt zur heutigen Zeit in Deutschland

Expertenantwort
von Schuhu, Community-Experte für Schule, 62

Tatsächlich hat emilia um ihren Tod gebeten. Es handelt sich also um "Tötung auf Verlangen", was milder beurteilt würde als ein Mord. Die Frage hier wäre aber, kann Odoardo emilias Wunsch beweisen und deutlich machen, dass er nicht nur eine spontanen Ideen entsprang.

Kommentar von A340Pilot ,

Falsch: Emilia hat nie ausdrücklich um ihren Tod gebeten:

"Emilia. Oh, mein Vater, wenn ich Sie erriete! - Doch nein, das wollen Sie auch nicht. Warum zauderten Sie sonst? - (...) Ehedem wohl gab es einen Vater, der seine Tochter von der Schande zu retten, ihr den ersten, den besten Stahl in das Herz senkte - ihr zum zweiten Male das Leben gab. Aber alle solche Taten sind von ehedem! Solche Väter gibt es keine mehr!

Odoardo. Doch, meine Tochter, doch! (Indem er sie durchsticht) (...)"

Kommentar von Schuhu ,

Sie sagt: "Besser einer Rose gebrochen als vom Sturmwind entblättert." Das heißt doch. ich will lieber tot sein, als dem Fürsten nachgeben.

Kommentar von A340Pilot ,

Das ist erstens interpretiert und zweitens, aüßert sie das, nachdem ihr Vater zugestochen hat.

Antwort
von Kumpelbaer, 57

Ein Mörder definiert sich nach § 211 abs. 2 StGB

(2) Mörder ist, wer

aus Mordlust, zur Befriedigung des Geschlechtstriebs, aus Habgier oder sonst aus niedrigen Beweggründen,heimtückisch oder grausam oder mit gemeingefährlichen Mitteln oderum eine andere Straftat zu ermöglichen oder zu verdecken,

einen Menschen tötet.

Da in diesem Fall nicht eindeutig nachgewiesen werden kann, dass der Getötet den Täter um den Tot bat müsste der Täter nach § 211 Abs. 2 StGB als Mörder angesehen werden.

Kommentar von A340Pilot ,

ok danke so hab ich das auch gefunden :)

Antwort
von pn551, 36

Für die Gerichtsverhandlung nimm doch ganz einfach die Fälle aus der Neuzeit, in denen Väter ihre Töchter töteten, um deren Unschuld zu bewahren. Denn auch Emilias Vater kann nicht beweisen, daß die Tochter es wünschte.

Also ähnelt dieser Fall vielen heutigen Fällen der Neuzeit.

Kommentar von A340Pilot ,

Kennst du vielleicht einen konkreten und kannst mir den nennen?

Kommentar von pn551 ,

Schau mal unter Google, da findest Du hunderte. Schau einfach unter Ehrenmord.

Antwort
von juststupid, 77

Da kannst du dich beispielsweise zu dem Thema Sterbehilfe informieren, könnte weiterhelfen.

Antwort
von Anonymgirls, 42

Da es in der heutigen Zeit spielt, bin ich mir ziemlich sicher das kein Gericht der Welt sagen würde das es berechtigt ist. Mord ist Mord egal welches Argument der Angeklagte äußert.

Kommentar von Galaxyman20 ,

Falsch. Man kann unterscheiden zwischen Mord, Sterbehilfe, Tötung auf Verlangen, Totschlag, Fahrlässige Tötung...

Kommentar von Anonymgirls ,

Ja, aber trotzdem wird das Gericht diese Person nicht frei laufen lassen und Sterbehilfe ist in Deutschland verboten.

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