Ich überlege mein Kind auf eine Montessori Grundschule zu tun, da ich von den Grundideen sehr überzeugt bin und meiner Meinung nach auch gut zu meinem Kind passen. Ich mache mir nur Sorgen, ob die Praxis auch vernünftig funktioniert. Sind vielleicht User hier mit Montessorierfahrungen? Würd mich freuen.

Unsere beiden Kinder haben mit großem Erfolg erst die M-Grundschule und dann eine M-Gesamtschulbe besucht. Der pädagogische Ansatz ist nach wie vor sehr kindgerecht: Tue es selbst, finde es selbst heraus. Damit verbunden sind Werte wie Toleranz, Sozialkompetenz und Selbstvertrauen. Und es gibt keine esoterischen Komponenten wie z.B. bei den Waldorf-Schulen. Wir haben die Schulwahl für unsere Kinder nie bereut.
Ich kann aus meiner eigenen Erfahrung nur Gutes berichten.Ich suchte für meinen damals 11 Jahre jungen Sohn eine neue Schule aus,wollte zwischen Walldorfschule und Montessorischule wählen.Im Internet erfuhr ich was über die Montessorischule und meldete meinen Sohn an.Schlecht für ihn war:davor war rüpelhaftes Benehmen i.O.,an jener neuen Schule aber nicht gut,da bekam er also Ärger wegen seiner Frechheit.Der Ärger wurde vernünftig aus der Welt geschafft,sogar schriftlich bekam ich das nach Hause,er hatte ein dickes Mädchen Fette genannt,ihre Kumpelininnen machten ihm "Dampf".Schulisch war es auch gut geregelt:Freiarbeit hatte derjenige Schüler,der den normalen Unterrichtsstoff schon fertig hat,also durfte er am PC für sich was erarbeiten.Dort wurde auch schnell erkannt,daß mein Sohn eine Matheschwäche hat,getestet.deshalb besuchte er dann leider nach einem Jahr eine andere Schule.Ich war mit der Montessori-Art der Schule rundherum zufrieden.Und kann sie weiterempfehlen.
danke für die schönen Erfahrungsberichte.

Meine Mutter hat nur sehr kurz da gearbeitet. Sie bekam ständig ärger, weil sie zB die Kinder aus dem Kindergarten auf den Schoss nahm oder weil sie zB die Kinder der 2. Klasse darauf hingewiesen hat, dass sie zb die Zahl "5" falsch herum schreiben. Ist schon sehr sehr seltsam.
Wie die Arbeit in den Montessori-Schulen tatsächlich umgesetzt wird weiß ich nicht. Jedoch habe ich einen MOntessori-Lehrgang mitgemacht und in einer Montessori-chule in Illinois USA gearbeitet-allerdings in der Kleinkindgruppe!
Ich kann nur sagen dass ich die Theorie der Maria Montessori sehr interessant fand und schon fast ein Anhänger wurde. Ich habe mich so gefreut in der Montessori-Schule angenommen worden zu sein und endlich Montessori-Praxis zu erleben!
Was ich dann erlebte habe ich nicht gerne erlebt und ich konnte diesen Job nicht aushalten! Kleinkinder die nur funktionieren müssen, sie sollen "arbeiten" um zu lernen. Rollenspiele waren nicht wirklich möglich. Es war zwar okay eine Puppe zu waschen , abzutrocknen, anzuziehen usw. aber nicht im Dialog mit anderen Kindern. Kein Kind durfte laut lachen, kein Kind durfte in Rollen schlüpfen wie zb Hund spielen (ausser in den für bewegung vorgesehenen Zeitabschnitten im Turnraum), kein Kind durfte mit dem "Pink tower" etwas anderes spielen als für das was es vorgesehen war! Es gab keine Bausteine, keine Autos, nur Material die die Gehirnstrukturen fördern. Mir hat da in der sozialen und emotionalen Entwicklung einiges gefehlt.
Meine Erfahrungen beziehen sich zwar nur auf die Kleinkindarbeit aber ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen dass es in der Schule später groß besser wird! Ich habe ja selber auch einen 4-jährigen Sohn undich würde meinen Sohn NIEMALS in eine Montessorischule schicken. Lieber noch in eine Waldorfschule! Obwohl ich da auch nicht wirklich begesitert bin! Aber wenn ich die Wahl hätte: AUF KEINEN FALL MONTESSORI!
Obwohl ich noch immer der Meinung bin dass die Maria Montesori in der Theorie eine geniale Idee hatte...nur die Praxis ist mir dann doch einen Tick zu eng gestrickt!