Frage von MK838, 1.603

Monika Mumm, Klarna, Coeo?

Hallo, Ende letzten Jahres habe ich eine Bestellung getätigt die über Klarna abgewickelt wurde. Mit der Zahlung der Bestellung habe ich mir ca. 1 Monat Zeit gelassen (Versäumnis meinerseits). Eine Rechnung bzw. Mahnung von Klarna habe ich nie erhalten. Auf Grundlage meiner Bestellung habe ich am 04.01. von meinem Konto abgehend eine Zahlung an Klarna geleistet. Am 05.01. ging bei mir ein Schreiben von Coeo Inkasso ein, mit meines Erachtens völlig überzogenen Inkassokosten. Nach einem sehr unfreundlichen Telefonat mit Coeo habe ich gegen das Schreiben Widerspruch erhoben und per Einschreiben verschickt. Nun habe ich Post von einer "Anwältin" Monika Mumm erhalten, welche von mir exakt den Betrag der Inkassokosten anfordert. Ich habe hier schon einiges gelesen über die dubiosen Praktiken. Mich würde aber eine aktuelle Meinung/Erfahrungsbericht darüber interessieren.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von EXInkassoMA, 1.380

Wird mangels Erfolgsaussichten nicht eingeklagt da es sich um einen onlinebezahldienst handelt

Antwort
von mepeisen, 1.247

Ich würde wie folgt reagieren:

Beschwerde ans für Coeo zuständige Aufsichtsgericht (kostet außer Briefporto nichts). Begründung: Durch das Hinzuziehen des Anwalts beweist das Inkasso, dass es sich nicht auskennt und dass die Mitarbeiter nicht hinreichend geschult sind. Voraussetzungen für die Zulassung des Inkassos sind aber laut RDG eine besondere Sachkenntnis und Fachkenntnis. Da diese nachweisbar nicht vorliegt, ist dem Inkasso von Amts wegen sofort die Lizenz zu entziehen.

Dann noch Beschwerde an die für die Anwältin zuständige Anwaltskammer (kostet auch nur Briefporto). Hier beschweren, dass die Anwältin Fälle von einem Inkasso übernimmt und ihre Geschäftsgebühr nochmals aufschlägt. Obwohl sie ganz genau weiß, dass diese Kostendopplung unter anderem vom BGH verboten wurde. Die Kammer möge der Anwältin zur Auflage machen, in Zukunft keine Fälle eines Inkassos mehr annehmen, in denen das Inkasso bereits erfolglos tätig war.

Und dann beobachte man ein lustiges Schauspiel, mit welchen Ausreden ("Es war nur ein Versehen") sie aus der Nummer rauskommen. Nach meiner Erfahrung führen solche Beschwerden zum Erfolg. Sprich: Die lassen einen ab sofort in Ruhe, da sie sich nicht die Finger verbrennen wollen. Die gehen lieber auf Dummenfang und suchen andere Leute, die diese Unfugskosten bezahlen.

Antwort
von MK838, 999

Ich wollte mich nochmal zum Sachverhalt melden und den derzeitigen Stand mitteilen. Ich habe dem letzten Schreiben von Frau Mumm widersprochen mit Versendedatum 21.05.. Mittlerweile hat mich am 27.05. ein weiteres Schreiben erreicht, dass ich nicht auf Ihr Schreiben reagiert hätte und Sie zum 06.06. einen Antrag auf Erlass eines gerichtlichen Mahnbescheids festsetzt. Datum des Schreibens 20.06. (7 Tage für die Zustellung eines Briefes, trotz Feiertag, erscheint mir sehr fragwürdig, ebenso wie die Tatsache, dass der Brief angeblich einen Tag vor der Versendung meines Widerspruchs erstellt wurde). Auf meine Widersprüche dem Inkassobüro gegenüber oder auf meinen Widerspruch Frau Mumm gegenüber wurde bisher nicht eingegangen. 

Antwort
von franneck1989, 1.082

Kannst du ignorieren. Nur auf Gerichtspost müsstest du noch reagieren, mit einem Widerspruch (unwahrscheinlich)

Solche Gebühren werden erfahrungsgemäß nicht eingeklagt und sind auch nicht durchsetzbar

Antwort
von Marakowsky, 1.015

Du hast nachweislich am 4.1. überwiesen? Welches Datum steht auf dem inkassobrief?
Ich sehe das so: du hast deine Zahlungsverpflichtung vor der inkassotätigkeit erfüllt. Verzugszinsen bis zum 04.01. können sie fordern, die wirst du zahlen müssen, die inkassogebühren allerdings nicht, da sie nicht "zielführend" waren.

Kommentar von MK838 ,

Ja! Ich habe auf meinem Kontoauszug den Abgang des Geldes am 04.01. stehen. Ich glaube der Inkassobrief ist vom 30.12. datiert. Der Eingang war aber definitiv am 05.01. Kann ich mir durch den Postverkehr über die Silvesterzeit erklären. Meine Überweisung erfolgte jedoch vor Erhalt des Briefs und nicht aufgrund der Androhung des Inkassobüros. Die Verzugszinsen/Mahnkosten habe ich direkt an Klarna gleich am 05.01., direkt nach Eingang des Inkassoschreibens, überwiesen. Damit erkläre ich mich ja auch einverstanden, obwohl die Mahngebühren mit 9,90 mir etwas hoch erscheinen. Aber jetzt noch zusätzlich 80 EUR an das Inkassobüro bzw. an Frau Mumm und damit das dreifache von dem ursprünglichen Rechnungsbetrag zu zahlen, widerstrebt mir. 

Antwort
von Minaton, 175

Mumms Schreiben muss man weder fürchten noch beantworten. Es fehlt grundsätzlich die persönliche Unterschrift. Ich bekomme seit einem Jahr regelmäßig von der Dame unberechtigte Forderungen gestellt. Immer dasselbe. Wandert gleich in die Tonne.Hoffe, sie verklagt mich endlich, damit ich ihre dubiosen Machenschaften mal öffentlich machen kann. 

Antwort
von AntwortMarkus, 928

Hier habe ich noch was gefunden:

https://www.inkassoportal.de/lexikon/inkasso-ohne-mahnung

In Zahlungsverzug kann der Schuldner auch ohne Gläubiger-Mahnung geraten. Auf der Rechnung oder der vertraglichen Vereinbarung kann bereits eine feste Zahlungsfrist oder ein fixer Zahlungstermin vereinbart sein. Wenn der Schuldner bis zu diesem Termin bzw. vor Ablauf dieser Frist nicht bezahlt hat, befindet er sich in Verzug; dazu bedarf es keiner gesonderten Zahlungserinnerung durch seinen Geschäftspartner. Die Folge kann Inkasso ohne Mahnung sein.

Des Weiteren gerät der Schuldner spätestens 30 Tage nach Erhalt der Rechnung in Verzug. Wenn nichts anderes vereinbart wurde, greift diese gesetzliche Regelung. Auch in dieser Situation kann es mit Beginn des Verzuges zum Inkasso ohne Gläubiger-Mahnung kommen. Verbraucher müssen auf diesen Umstand in der Rechnung allerdings explizit hingewiesen werden.

Kommentar von franneck1989 ,

Sehr schlau, Texte von einem Inkasso-Lobby-Portal zu kopieren. Inhaltlich ist das natürlich auch teilweise völlig falsch:

Auf der Rechnung oder der vertraglichen Vereinbarung kann bereits eine
feste Zahlungsfrist oder ein fixer Zahlungstermin vereinbart sein.

Zahlungsziele auf der Rechnung sind Schall und Rauch. Nur vertragliche Vereinbarungen sind von Bedeutung

Verbraucher müssen auf diesen Umstand in der Rechnung allerdings explizit hingewiesen werden.

Inklusive einer ausführlichen Belehrung über die Folgen des Verzugs

Kommentar von EXInkassoMA ,

Das Portal gehört aber zur inkassolobby ;-) 

Antwort
von AntwortMarkus, 853

Man gerät  grundsätzlich  ohne Mahnung  in Verzug.  So bald die Frist nicht eingehalten  wurde. Da muss man kein  Extra Schreiben drüber bekommen. Die wissen ganz genau, was sie verlangen dürfen  und holen das maximal mögliche heraus. 

Man sollte zahlen, weil ansonsten nur noch mehr Kosten auf einen zu kommen.  Deren Verträge  sind wasserdicht. 

Kommentar von Marakowsky ,

Das stimmt so nicht ganz, die Beauftragung des Inkasso hat hier nicht zur Zahlung geführt, entsprechend sind die Kosten nicht gerechtfertigt. Es stellt sich auch die Frage nach der Verhältnismäßigkeit, da der Gläubiger mit einer günstigen Mahnung schneller und vor allem ohne die Schulden hochzutreiben sein Geld hätte bekommen können.

Kommentar von AntwortMarkus ,

Mahngebühren dürfen ab dem ersten Tag des Verzuges  samt Verzugszinsen  erhoben werden,  ohne Mahnung. Verzug tritt automatisch  ein. 

Moralisch sehr  bedenklich,  rechtlich aber konform. 

Kommentar von EXInkassoMA ,

Rechtlich zwar konform, trotzdem nicht durchsetzungsfaehig 

Kommentar von franneck1989 ,

Man gerät  grundsätzlich  ohne Mahnung  in Verzug.

Schau dir lieber mal §286 BGB an, bevor du hier solch falsche Aussagen tätigst

Man sollte zahlen, weil ansonsten nur noch mehr Kosten auf einen zu kommen. 

Was für ominöse Kosten meinst du denn?

Ich kenne kein Urteil, bei dem Inkassogebühren nach Bezahlen der Hauptforderung erfolgreich eingeklagt worden sind

Kommentar von kevin1905 ,


Man gerät  grundsätzlich  ohne Mahnung  in Verzug.

Nein, es sei denn

  • die Zahlung ist durch Vertrag oder kraft Gesetzes kalendarisch eindeutig bestimmt (z.B. bei Dauerschuldverpflichtungen).
  • Die 30 Tage Frist gilt gegenüber Verbrauchern (§ 13 BGB) nur, wenn darauf explizit hingewiesen und über die Folgen belehrt wurde
  • Ansonsten bedarf es einer Mahnung den Verzug auszulösen.

Vielleicht sollte man den § 286 BGB mal komplett lesen. Er hat 5 Absätze und nicht da aufhören wo die eigene vorgefertigte Meinung bestätigt wird.


Man sollte zahlen, weil ansonsten nur noch mehr Kosten auf einen zu kommen.

Welche Mehrkosten wären das den bitte, maximal die Kosten des gerichtlichen Mahnverfahrens? Man kann nicht in Verzuger sein, als im Verzug. Der Gläubiger unterliegt der Schadensminderungspflicht (§ 254 Abs. 2 BGB) und hat den für den Schuldner günstigsten und zweckdienlichsten Weg zu nehmen.


Deren Verträge  sind wasserdicht.

Zwei Anmerkungen hierzu:

  1. Wenn Verträge und AGB immer wasserdicht wären, wieso gibt es dann Tausende Urteile seitens dutzender Amts- und Landgerichte, tw. auch höherer Instanzen, bei denen Klauseln der Inhaltskontrolle zum Opfer fallen und gestrichen werden, weil sie überraschend sind (§ 305c BGB), die Gegenseite unangemessen benachteiligen (§ 307 BGB) oder sonstige ggf. sittenwidrige Dinge enthalten.
  2. Der Fragesteller hat keinen Vertrag mit dem Inkasso aus welchem sich wechselseitige Ansprüche ableiten würden.
Kommentar von Marakowsky ,

Danke Kevin1905. Ich hab jahrelang in einer Anwaltskanzlei gearbeitet, die die Forderungen von einem großen, seriösen Inkassounternehmen eingeklagt hat. Die Schuldner, die sich auf eine außergerichtliche Einigung eingelassen haben, waren uns die liebsten, eben weil die inkassokosten oft nicht zu holen waren.

Kommentar von MK838 ,

Wie soll ich jetzt konkret im Falle Frau Mumm vorgehen. Widerspruch, gar nicht reagieren, zahlen? Ich bin mir da ziemlich unsicher.

Kommentar von EXInkassoMA ,

ICH würde die Forderung unter Anheimstellung des Rechtsweges schriftlich zurückweisen

Kurzer Satz ohne große Erklärung reicht

Übrigens sind die von klarna pro Mahnung verlangten 4,90 ebenfalls nicht durchsetzungsfaehig 

Gerichte anerkennen maximal 2,50 pro Schreiben

Kommentar von MK838 ,

Ich wollte mich nochmal zum Sachverhalt melden und den derzeitigen Stand mitteilen. Ich habe dem letzten Schreiben von Frau Mumm widersprochen mit Versendedatum 21.05.. Mittlerweile hat mich am 27.05. ein weiteres Schreiben erreicht, dass ich nicht auf Ihr Schreiben reagiert hätte und Sie zum 06.06. einen Antrag auf Erlass eines gerichtlichen Mahnbescheids festsetzt. Datum des Schreibens 20.06. (7 Tage für die Zustellung eines Briefes, trotz Feiertag, erscheint mir sehr fragwürdig, ebenso wie die Tatsache, dass der Brief angeblich einen Tag vor der Versendung meines Widerspruchs erstellt wurde). Auf meine Widersprüche dem Inkassobüro gegenüber oder auf meinen Widerspruch Frau Mumm gegenüber wurde bisher nicht eingegangen. 

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