Frage von Flohrianus, 42

Möglichkeiten zur Verlängerung eines Grabes (Friedhosordnung)?

Hallo,

zur Erklärung meiner Frage: Laut Satzung unseres Friedhofs kann ein Grab immer lediglich für 20 Jahre gemietet werden, und dann eventuell verlängert werden.

Beim Grab meiner Großeltern ist nun der Fall eingetroffen, dass diese Zeit abgelaufen ist, (ebenso wie gesetzliche Ruhefrist). Die Gemeinde möchte den Vertrag nicht verlängern, um "langfristig den Friedhof umzubauen". (ästhetische Gründe, kein Platzmangel an anderer Stelle)

Das Grab meiner Großeltern dann "eingeebnet", was insbesondere meinen Vater schwer treffen würde.

Besteht eine Möglichkeit von unserer Seite Wiederspruch einzureichen oder von der Gemeinde eine Umbettung zu fordern? (Laut Ortsansässigem Bestattungsunternehmen sorgt der lehmige Boden dafür, dass der Leichnam gut konserviert ist, und vermutlich die Knochen noch nicht zerfallen sind.)

Beste Grüße Florian

Antwort
von juristendeutsch, 16

Leider ist es zunächst so, dass die Städte und Gemeinden auf der Grundlage der ihnen zukommenden Satzungshoheit in den jeweiligen Friedhofs-/Bestattungssatzungen bestimmte Höchstzeiten der Nutzungsdauer einer Grabstelle eigenständig regeln können.

Nach Ablauf dieser satzungsmäßig festgelegten Fristen besteht daher grundsätzlich leider kein Anspruch auf eine entsprechende Verlängerung der Nutzung.

Wenn die Gemeinde in Ihrem Fall daher einwendet, dass die Grabstelle eingeebnet werden soll, weil der Friedhof baulich umgestaltet werden soll, so ist dies rechtlich leider nicht zu beanstanden.

Allerdings rate ich Ihnen in der Tat an, einen Widerspruch einzulegen, sofern die Möglichkeit einer Umbettung besteht. In Ihrem Wiiderspruch sollten Sie sich sodann ausdrücklich auf die besondere Bodenkonsistenz berufen, die Ihnen von dem ortsansässigen Bestattungsunternehmen nach Möglichkeit noch einmal gesondert schriftlich bestätigt werden sollte. Diese Bestätigung sollten Sie Ihrem Widerspruch beilegen!

-juristendeutsch-

Kommentar von Flohrianus ,

Vielen Dank

Antwort
von Miramar1234, 5

Ganz einfach beantragen.Natürlich ist die verlängerte Nutzfrist als Verwaltungsakt kostenpflichtig und auch die danach fälligen Friedhofsgebühren sind zu entrichten.Grundsätzlich sind die Ruhefristen nicht in Stein gemeißelt.25 oder 30 Jahre können es als Standardzeit auch sein.Insofern hast Du ein Gutes Argument eine Verlängerung zu beantragen.Die Abweisung bedarf eines Sachgrundes.Das wäre z.B.dann der Fall,wenn kein Platz mehr auf dem Friedhof wäre und ein Neuer erst in Planung wäre.Du hast das Recht den Sachgrund zu überprüfen.Viel Glück und ich finde es schön und pietätvoll,wie Du mit Deiner eigenen Trauer umgehst und auch an Deinen Vater denkst.Auch der Pfarrer kann ein Gutes Wort einlegen.Das würde ich vlt.gleich mit in Betracht ziehen.Liebe Grüße

Antwort
von SaVer79, 26

Es gibt kein Recht darauf, dass eine Grabstätte unbegrenzt erhalten bleibt! Wenn die Gemeinde der Verlängerung also nicht zustimmt, kann man diese nicht dazu zwingen.

Antwort
von Kuestenflieger, 22

Gönnt den Verstorbenen die Ruhe , auch wenn darüber planiert wird .

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community