Frage von Octuline, 25

Möglichkeit, Menschenmengen besser zu verkraften (Autismus)?

Autisten haben ja bekanntlich Probleme mit Menschen und große Menschenmengen machen sie nervös. Ich bin mir nicht sicher, ob das allgemeingültig ist, oder nur auf eine bestimmte "Sorte" von Autisten zutrifft, aber egal wie viele Autisten schlecht in einer großen Menschenmenge klarkommen, gibt es da irgendwelche Dinge, die ihnen derartige Situationen erleichtern können? Vielleicht Atemntechniken oder sowas, oder indem sie einen bestimmten Punkt bekommen, auf den sie sich konzentrieren können? Irgendeinen Kniff, damit sie weder Meltdown noch Shutdown erleiden?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Revic, 22

Wenn sie Tiere mögen, sind spezielle Autismus-Assistenzhunde wahnsinnig wirkungsvoll. Autisten haben durch solche einen Hund die Möglichkeit, sich an etwas zu orientieren und zu konzentrieren. Das macht es ihnen leichter, mit stressigen, unübersichtlichen Situationen zurecht zu kommen.

Wenn man keine Hunde mag oder Angst vor ihnen hat, hilft es häufig leider nur, die Reizeinwirkung auf einen Minimum zu reduzieren. Ohropax, Sonnenbrille, den Ort möglichst verlassen.

Als letzte Istanz gäbe es dann noch die "Notfallpille". Ein beruhigendes Hypnoticum, dass sehr schnell wirkt. Das kann gegen einen Meltdown vorbeugen. Einen Shutdown verhindert es leider nicht.

Antwort
von Ostsee1982, 13

Ich bin mir nicht sicher, ob das allgemeingültig ist, oder nur auf eine bestimmte "Sorte" von Autisten zutrifft,

Nein, das ist nicht allgemein gültig und trifft auch nicht auf eine gewisse "Sorte" zu. Ich vertrage Menschenmassen nur für einen begrenzten Zeitraum, ein Bekannter mit Asperger kann auch auf ein 3-tägiges-Festival gehen unter 60.000 Menschen, kein Problem andere schaffen es kaum die Wohnung zu verlassen. Für mich ist es am schlimmsten wenn ich alleine unter vielen Menschen bin, wenn eine Vertrauensperson mit dabei ist, hab ich einen Fixpunkt, kann reden wie ein Wasserfall, dann geht das erstmal. So oder so wird auch eine Verhaltenstherapie angeraten und Ergotherapie die es einem vereinfachen sollen, diese Reizüberflutungen zu verarbeiten. Eine Atemtechnik reicht da längst nicht wenn einem sämtliche Außenreize regelrecht erschlagen. Wenn es mir zuviel wird, fange ich an diverse Dinge zu zählen und nach "Gruppen" zu sortieren irgendwann klappt der Kreislauf weg oder werde aggressiv oder weine, da könnte sich jemand anderer seine Atemtechnik sonst wohin stecken.

Antwort
von lokooj, 21

Autismus ist eine schwere Störung, mit der man nur mithilfe anderer Menschen überleben kann.

Es gibt eine leichtere Form des Autismus, Asperger. Hier liegen einige gute Ausführungen von Betroffenen in Buchform vor.

Eine Angst vor Meltdown/Shutdown deutet aber eher auf eine gewöhnliche Neurose hin, da wäre eine Psychotherapie angemessen.

Antwort
von Hooks, 25

Ich weiß nicht. Ich denke, ich bin ganz normal, aber ich meide Menschenmengen, weil ich mich da nicht wohlfühle.

Wozu sollte man da hingehen wollen? Mir reicht schon ein Supermarkt vor Feiertagen.

Kommentar von Octuline ,

Ich rede davon, dass manche Menschen regelrechte Panik bekommen, wenn zu viele Menschen in der Nähe sind. Da das aber ziemlich schwierig wird, wenn man als Mensch auch mal irgendwo Schlange stehen muss, wäre es vielleicht ganz nützlich, es sich etwas erträglicher zu machen, damit man nicht am Rad dreht. Und so.

Kommentar von Hooks ,

Ich würde mich ablenken, oder einen Schwatz mit dem Vordermann anfangen.

Atmen oder Punkt angucken, sowas macht mich erst recht nervös. Weil ich dann weiß, daß ich mich in einer Situation befinde, wo sowas nötig ist. Das wird dann zum Teufelskreislauf.

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