Möglich von Zinsen zu leben?

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16 Antworten

Das ist eine sehr individuelle Frage. Davon ausgehend, dass Du in einem abbezahlten Haus im Ruhrgebiet lebst, mit günstigen Discountern vor der Haustür, könnten die netto 11250 Euro reichen, die Du bei dem Anlagebetrag von 1.500.000 Euro derzeit bekommst. (Also 1% - drüber wird's nicht, schon gar nicht bei höheren Beträgen). Damit hättest Du üppige 937,5 Euro zur Verfügung und solltest Dir Essengehen, Kinos und andere Unnötigkeiten abschminken.

ABER auch die Rechnung hat einen Fehler. Selbst bei der historisch niedrigen Inflationsrate lag der Kaufkraftverlust zwischen 2015 und 2016 bei 0,28%. Das bedeutet, Du verlierst derzeit (und das ist noch günstig!) 4200 Euro pro Jahr an Deinem angelegten Kapital, das bedeutet, um gleichbleibende Kaufkraft zu gewährleisten, müsstest Du nicht von 11250 Euro/pro Jahr leben, sondern den Kaufkraftverlust abziehen, um bei großartigen 7050 Euro/p.a. und generösen 587 Euro im Monat zu landen. Um es mit Volker Pispers zu sagen: Da machst Du doch gleich ein Faß auf! Und danach ziehst Du in das Faß!

Also: Um wirklich langfristig allein kapitalgedeckt zu leben, müsstest Du bei den derzeitigen Zinsen ein Riesenvermögen haben. Da würden m.E. (wenn Du sichergehen willst) auch keine 10.000.000 Euro reichen, eher nochmal das Vierfache. Und selbst dann kommt es auf Deinen Lebensstil, Deine Lebenserwartung und die wirtschaftlichen Effekte an, die Du nicht beeinflussen kannst.

Nur mal als Beispiel: Ein Mensch, der im Jahre 1976 2.000.000 DM im Lotto gewonnen hat, hat unter der Prämisse, dass er das ganze Geld tatsächlich behalten hat (unwahrscheinlich) heute noch eine Kaufkraft von 405.710 Euro zur Verfügung. Ein Kaufkraftverlust von 59%. Mit seinem 2-Millionen-Mark-Lottogewinn würde er heute noch bei Sparkassenanlage den satten Gewinn von 4057 Euro brutto absahnen, davon geht noch die Zinsertragssteuer ab. Er könnte also von seinem vormals üppigen Gewinn nicht mehr leben - und sollte er das zu einem Zeitpunkt in den 70er Jahren getan haben, dann dürfte dieser spätestens Ende der 80er Jahre sein Ende gefunden haben.

Natürlich ist die Investition an der Börse immer ein anderes Thema, setzt aber enormes Wissen, Lernbereitschaft und evtl. Coaching voraus und ist auch dann immer noch mit einer gehörigen Portion Glück behaftet und im Prinzip nichts anderes als ein neuer Full-Time-Job, insofern habe ich diesen Punkt nicht berücksichtigt. Es ging ja auch um die Frage der leistungslosen Erwirtschaftung und sich in ein ganzes Themenfeld über Jahre einzuarbeiten erfordert ja auch Leistungsbereitschaft.

Wenn Du eine freundliche Erbtante in Baden-Württemberg hast, die Dir schlanke 100.000.000 Euro hinterlässt, dann ist das freilich was anderes. Dann würde ich aber auch Diversifikation empfehlen - etwas Geld anlegen, und Geld bei unterschiedlichen Banken lagern u. ggf. auf gute Tagesgeldangebote achten. Aber den Luxus eines solchen Ausgangspunktes haben wohl nicht viele.

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Kommentar von CulchaMik3000
28.06.2016, 00:48

klingt vor allem nach einem Traum, 10 Millionen lässt man nicht auf dem Konto, die werden investiert, von den Erträgen kann man dann tatsächlich leben..

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Bei den aktuellen Zinsen von 0-0,1% auf Bankguthaben, stellt sich die Frage nicht, also formuliere ich die Frage um:

Wenn man Geld z.B. in Aktien anlegt und daraus jährlich etwa 3% Dividende zieht, wie viel Vermögen muss man angelegt haben um davon leben zu können.

Antwort:

Es kommt ein wenig auf deinen Lebensstandard an.

Zu allererst solltest du mal deine laufenden Fixkosten und die variablen Kosten, welche anfallen beziffern können (Beiträge zur freiwilligen gesetzlichen KV oder privaten KV nicht außen vorlassen).

Dann baut man einen Puffer von zusätzlichen 20% ein für größere Anschaffungen und Eventualitäten ein.

Kommt man dann auf etwa 2.000,- € monatlichen Nettobedarf. Dies entspricht unter Berücksichtigung von § 32d EStG einem Bruttobedarf von etwa 35.000,- € p.a.

Daraus folgt du brauchst etwa 1,1 bis 1,2m € angelegtes Vermögen.

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Von den Zinsen gar nicht mehr. Aber du kannst von einer gut vermieteten Immobilie leben.

Wenn du diese bis jetzt noch nicht hast, wird es allerdings schwierig, diese noch zu finden. Ich denke, recht viel mehr als 3% Rendite ist da nicht mehr drin. Die Preise steigen rasant. 

Dann kannst du es dir ja ausrechnen. EUR 500.000, davon 3% sind EUR 15.000 pro Jahr. Davon sollte man leben können. Man hätte sogar ein bisschen mehr als mir Hartz IV zur Verfügung.

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Hello:

Nehmen wir einmal Lebenshaltungskosten von 50 € pro Tag  und Kapitalzinsen nach Steuern von 3 % an, dann müsstest du über ein Sparkaptial von 608.333 € verfügen, um deinen Lebensstandard langfristig halten zu können.

Probe: 50 x 365 = 18.250 : 3 x 100 = 608.333 €

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Kommentar von kevin1905
28.06.2016, 10:32

Steuern vergessen?

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Von Zinsen Leben?  Das ist nicht möglich ohne das Kapital zu verzehehren. 

Bei geschickter Geldanlage sollte das fünffache deines jährlichen brutto Bedarfs (Einkommen + Steuern + Krankenversicherung) ausreichen um davon leben zu können, die Inflation auszugleichen und dein Kapital zu vergrößern.

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Um von Aktienkapital zu leben, sind im Prinzip 200.000 - 300.000 genug.

Zum Leben kommt man in nicht zu teueren Wohnverhältnissen ohne PKW aber mit ÖPNV-Dauerticket mit 10.000 €/Jahr aus. Es müsste aber noch eine Krankenversicherung her, für die ich mal so 2400/Jahr veranschlagen würde.

Historisch gesehen kann man mit deutschen Aktien im Schnitt 7% jährliche Rendite (Dividende + Kursgewinn) erwarten, ich denke aber, die Erwartungen sollte man etwas tiefer schrauben.

Krankheiten, Haustiere, Schuhfimmel, Nikotinabhängigkeit und ähnliche Faktoren könnten einen Strich durch die Rechnung machen.

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Investiere über 2-3 Jahrzehnten in Dvividendenaktien kannst ab einem Investitionsvolumen von 400.000€  davon mit hoher wahrscheinlich leben

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Aufgrund der niedrigen Zinsen, ist es wohl besser von Dividenden oder Kursgewinnen von Aktien zu leben. Volkswagen hat lange Zeit anscheinend Dividenden von ca. 2 % pro Jahr ausgezahlt (2014) und galt als recht sicher. Heutzutage ist das natürlich nicht so sicher, und daher sollte man es besser aufteilen. Es gibt Aktien, die sehr gleichbleibende Dividenden ausschütten, z.B. bei großen Herstellern von Produkten, die immer nachgefragt werden, z.B. Lebensmittel (Nestle, CocaCola), Roche und so was.

Damit kannst du vielleicht abschätzen, wieviel du anlegen müsstest. Abziehen musst du vermutlich 25% Steuern, aber da kenne ich mich nicht detailiert mit aus.

Mit Kursgewinnen kann man natürlich wesentlich mehr verdienen, hat aber mehr Risiko.

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Im Moment darfst du den Banken bald Geld geben, damit sie dein Geld nehmen. Schau dir die akteullen Konditionen doch mal an.

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Kommentar von Hello8282
28.06.2016, 00:23

Der erste Satz ist irgendwie unverständlich :D

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Kommentar von Hello8282
28.06.2016, 00:28

Ah jetzt :)

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Was für Zinsen?

Sag mir, wo es anständige gibt :-D

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Kommentar von kevin1905
28.06.2016, 10:33

Auxmoney etc.

Allerdings auch mit Ausfallrisiko verbunden. Meinen Lebensstandard würde ich darauf alleine nicht begründen.

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heutzutage?... Ansonsten kommts auf deinen lebensstil und deinen Zinssatz an. Kann man so pauschal nicht sagen.

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Bei 10 % Rendite reicht ein Zinshaus für 300.000 €.

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Wenn du aktuell auf einem 0,7% Sparbuch 5 Millionen liegen hast bekommst du pro Jahr fette 35.000 an Zinsen.

In Österreich werden davon allerdings nochmals 25% fällig...

;)

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Kommt drauf an wieviel du jeden Monat brauchts.

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Wieso muß man von "Zinsen" leben? Das ist eine Einstellung die hierzulande häufig vertreten wird und die dennoch grundfalsch ist.

Wer heute von "Zinsen" leben will sieht sich mit dem Umstand konfrontiert, daß zum Beispiel die früher so beliebten Bundesanleihen negative Renditen abwerfen. Im Klartext: Man bekommt weniger wieder als man dafür gezahlt hat.

Ein wenig besser sieht es bei Bankeinlagen aus, aber nicht wirklich besser. Wer da 1% im Jahr bekommt, hat schon eine Spitzenrendite.

Wer aber vor 5 Jahren in den Dax investiert hat, hat trotz der derzeit miserablen Börsenstimmung ca. 4,7% im Jahr dazu gewonnen:

http://www.finanzen.net/index/DAX/Historisch

Wenn er schlau genug war, Gewinne mitzunehmen sogar viel mehr. Da reicht 1 Million Euro um davon leben zu können. Wer mit einem Zins von 1% rechnet, braucht schon 4,7 Mio Euro.

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Was für Zinsen?

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