Mögen Leute, die sich wegen Kleinigkeiten streiten besonders?

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10 Antworten

Hier sollte man vielleicht zwei mögliche Szenarien in Betracht ziehen. Es gibt zum einen Menschen - vorzugsweise findet sich das bei Jugendlichen - die sich mögen, die aber keine brauchbaren Verhaltensstrategien verfügbar haben, um dem Anderen ihre Sympathie zu zeigen. Um wenigstens irgendwie einen Kontakt herzustellen, wählen sie den Konflikt, d.h., sie kritisieren den Anderen - nicht wirklich massiv, sondern eher scherzend, aber letztlich doch so, dass der Andere das als unangenehm empfindet. Wenn dieser dann ebenfalls eigentlich eine Beziehung attraktiv fände, kann er seinerseits mit kleinen Boshaftigkeiten antworten. Außenstehende haben dann das Gefühl, dass hier Konflikte ausgelebt werden, aber es ist ein "unreifes Flirtverhalten".

Das andere Szenarium liegt vor, wenn Menschen sich prinzipiell mögen oder auch lieben und dann trotzdem ständig am Anderen herummäkeln. Dahinter steht meist die Sehnsucht, den Anderen zu idealisieren. Er soll also dem eigenen Partner-Ideal möglichst entsprechen und man meint die sichtbaren Defizite bis zu diesem angestrebten Zustand eben durch Kritik noch "nachbessern" zu können. Leider hat so ein ständiges Kritisieren in der Regel den gegenteiligen Effekt. Der Partner fühlt sich abgelehnt und verfällt vielleicht seinerseits in Vorwurfsverhalten oder zieht sich vermehrt zurück. Das sind natürlich genau beides Optionen, die der Andere nun überhaupt nicht wollte, worauf sich wieder kritische Bemerkungen entwickeln. 

Erst wenn man diesen Mechanismus durchschaut hat und mit dem Partner offen bespricht, kann man so einer negativ eskalierenden Situation entkommen. Daher raten auch die meisten mit Beziehungsproblemen vertrauten Personen, dass man am Beginn einer Beziehung oder Partnerschaft sich immer fragen muss: "Werde ich mit den mir eher weniger angenehmen Verhaltensweisen des Anderen leben können; sind also auf der Positivseite genügend attraktive Faktoren, die die ungeliebten Momente dauerhaft kompensieren können?" (z.B. wenn ich selbst Vegetarier bin und der andere gönnt sich seine Fleischmahlzeiten; oder der eine ist eher religiös und der andere hält von einem gelebten Glauben gar nichts). 

Dann sollte man hier wirklich gründlich in sich hineinhorchen, ob man das akzeptieren kann. Die Hoffnung, dass man dem anderen diese Seiten noch abgewöhnen wird, sind meist illusionär und führen nur zu den bekannten Streitereien und Vorwurfshandlungen.

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Stell dir einfach vor wie du selbst auf Menschen reagierst die du unsympathisch findest. Du hast nicht den Wunsch eine tiefere Beziehung mit diesen einzugehen. Anders verhält es sich mit Menschen, denen du näher stehst. Du öffnest dein Herz diesen Menschen mehr. Aber sie können dich dabei auch mehr verletzen. 

Oft geht das damit einher, indem man Wünsche auf den anderen ganz automatisch überträgt. Denn man kann nur verletzt werden und sich auf einen Streit einlassen, wenn man zuvor glaub, dass etwas so oder so sein muss. Dann wird man von der getäuschten Wunschvorstellung enttäuscht und gibt wenn man unreflektierter ist dem Anderen die Schuld. 

Es soll Menschen geben, die deutlich harmonischer miteinander leben, einfach weil sie keine große Erwartung an den Anderen stellen. Aber das ist auch ein gewisser Reifungsprozess. 

Allgemein gilt dies auch für das Leben an sich. Je weniger du vom Leben erwartest, dass die Dinge genau so und so sein sollen, desto mehr wird dich das Leben erfüllen und überraschen.

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Es kommt darauf an! Als Kumpel wäre mir das zu anstrengend! Aber wenn es um meinen Partner geht ist das wiederum etwas anders. Besser wegen jeder Kleinigkeit als warten bis es ein großer Streit ist und mir zeigt es auch dass er/sie es ernst meint, wenn er/sie alles klären will und das macht man ja nur wenn man ein perfektes Leben will, bzw. dem anderen seine Sicht zeigen will, damit die Beziehung hält. 

Dennoch, es ist nervig. Man muss es abkönnen und echte Gefühle haben. 

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Hallo!

Das kommt immer darauf an, welche Emotionen hinter einem Streit stecken.
Es gibt etwa den Spruch: "Was sich liebt, das neckt sich" - hierbei geht es lediglich um eine spaßige Spielerei, und der "Streit" ist lediglich quasi inszeniert.
Dann kommt es auch vor, daß sich Leute, die sich mögen (bzw. in einer Beziehung sind), deshalb streiten, um Spannungen abzubauen (die müssen mit dem anderen ursächlich gar nichts zu tun haben, es geht nur ums Abreagieren).
Weiters gibt es Streitigkeiten, bei denen es um Machtkämpfe geht. Das ist dann schon etwas bedenklicher.
Und dann gibt es auch noch die wirklich destruktiven Streitigkeiten, bei denen es letztlich nur darum geht, den anderen niederzumachen.
Problematisch wird es jedenfalls immer dann, wenn beleidigt und verletzt wird. Unabhängig, ob sich die Streithähne an sich mögen oder nicht.

Generell ist Deine Frage sicher nicht zu beantworten. Denn häufiges Streiten ist weder ein Zeichen für Zuneigung noch spricht es notwendig dagegen.

LG

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Ich glaub nicht dass das stimmt - ich streite mit meinem Mathelehrer oft und hasse ihn😊😂

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Ueber wichtiges zu streiten wuerde ja die Partnerschaft aufs Spiel setzen, dann verstehst du  das Spiel. Man ist sich immer nur in Sachfragen uneins, wie in der Politik, da besteht immer  Konsens, bis auf Kleinigkeiten. Das taeuscht darueber hinweg, das man grundsetzlich auf dem Holzweg ist! Wuerde man sich das eingestehen, dann waere der Konsens weg und die Partnerschaft in Gefahr, also lieber nicht darueber reden! Oder lasse es mich so sagen: Wenn man grundsaetzlich einer Meinung ist, was wuerde der Zank um Kleinigkeiten bringen, waere da nicht ein drohender Uebergriff auf Bewaehrtes im Busch. Gebe nichts darauf, was du nicht selbst erfahren hast, alles andere ist BS. Alles Gute!

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Na klar stimmt das. Ich bin fast 40 Jahre verheiratet und bei uns fliegen auch noch die Fetzen. Das hält jung,hat aber Garnichts mit mangelnder Liebe zu tun. Ich liebe meine Frau nach wie vor.

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Es gibt solche Menschen, ja. Es gibt aber auch Menschen, die jedem Streit aus dem Weg gehen. Aus dem Bauchgefühl sage ich mal, je 10% der Bevölkerung. Die restlichen 80% streiten sich schon ab und an.

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Höchstens zum Spaß streiten, sonst geht das doch total auf den keks

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Wenn Leute sich ständig wegen Kleinigkeiten streiten, ist das überhaupt kein Indiz dafür, dass sie sich besonders gerne mögen. Im Gegenteil. Ich würde eher sagen, dass beide kleinkarierte Spießer sind, die falsche Prioritäten setzen. Solche Vorfälle gibt es beispielsweise in Firman im Kollegenkreis, wenn ein Kleinkrieg ausbricht. Mit gegeseitiger Sympathie hat das nichts zu tun.

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