Frage von mucci80, 109

Möchte selbstständiger Versicherungsvermittler werden, wie mache ich das steuerlich?

Guten Abend zusammen,

ich möchte mich ab nächstes Jahr 2016 gerne selbstständig für eine Versicherungsgesellschaft machen. Dazu habe ich einige und vielleicht könnt Ihr mir dabei behilflich sein: Dabei sind die wichtigsten Fragen Steuerlicher Natur. Zu Anfang, also die ersten 6 Monate, bekomme ich ein festes Grundgehalt von EUR 2000,- danach stehe ich auf eigenen Beinen, sozusagen dienen die EUR 2000,- als Unterstützung. Für den Anfang habe ich einige Kosten; Rücklagen Steuer, Krankenversicherung, Rentenversicherung/Absicherung, Unfall- und Vermögenshaftpflicht, und sonstige private Versicherung. Aber auch private Miete, Telefon, Kosten KFZ und Benzin sowie Kosten des täglichen Bedarfs. Unterm schnitt bleiben von den EUR 2000,- etwa EUR 400,- für mich. Wie aber mache ich das mit der Gewinn- und Verlustrechnung, was kann ich dort angeben? Habe kein Büro, sondern arbeite zunächst ausschließlich von zuhause.

Kann mir jemand ein paar Tipps dazu geben?

Gruß

Antwort
von kevin1905, 75

Zu Anfang, also die ersten 6 Monate, bekomme ich ein festes Grundgehalt von EUR 2000,- danach stehe ich auf eigenen Beinen, sozusagen dienen die EUR 2000,- als Unterstützung.

Was sagt der Vertrag? Arbeitnehmer oder § 84 HGB?

Rücklagen Steuer

Du müsstest erstmal über 10.000,- € Gewinn im Jahr erwirtschaften damit das Thema für dich relevant wird. Umsatzsteuer ist kein Thema, da eigenvermitteltes Geschäft grundsätzlich umsatzsteuerfrei ist.

Krankenversicherung

Wären gesetzlich mind. 250,- € monatlich. Privat wirst du es kaum günstiger hinbekommen, selbst wenn dein Auftraggeber dir einen MA-Rabatt gäbe.

Rentenversicherung/Absicherung

Du bist versicherungspflichtig in der gesetzlichen Rentenversicherung, wenn du keinen Befreiungsantrag stellst (V050, V023, maximal für 3 Jahre).

Unfall- und Vermögenshaftpflicht

VSH sollte von deiner Provi abgebucht und direkt einbehalten werden, genau wie die Stornoreserve. Unfall ist keine Pflicht. Schließ erstmal selbst eine BUV für dich ab. Es sei denn natürlich dein Auftraggeber hat keine vernünftige. Ist halt blöde in der Ausschließlichkeit.

Aber auch private Miete, Telefon, Kosten KFZ und Benzin sowie Kosten des täglichen Bedarfs.

Die Liste musst du erstmal trennen nach Betriebsausgaben (z.B. Telefon anteilig, KFZ anteilig, etc.) und Kosten der privaten Lebensführung. Für den selbständigen Außendienst würde ich von Benzin ehr Abstand nehmen (Diesel!). Fahrtenbuch führen!

Wie aber mache ich das mit der Gewinn- und Verlustrechnung, was kann ich dort angeben?

§ 4 Abs. 4 EStG mal lesen. Betriebsausgaben sind Ausgaben, die durch den Betrieb veranlasst sind, z.B.

  • Telefon- und Internet (anteilig, bei mir 80% vom Handy wurde nie beanstandet)
  • KFZ Kosten (abzgl. privater Nutzung)
  • Bewirtung von Kunden oder Geschäftspartnern (zu 70%)
  • Bürokram und ggf. Büromiete
  • Steuerberaterkosten (ich rate hierzu)
  • Gewerbeanmeldung
  • AfA
  • etc.
Antwort
von Buerger41, 58

Bevor Sie sich in irgendeiner Weise zu etwas verpflichten,

suchen am besten die IHK auf und lassen sich unterrichten. Dazu ist die örtlich zuständige IHK verpflichtet. Legen Sie einen evtl. Vertragsentwurf dort vor.

Wenn Sie unterrichtet wurden und der Vertragsentwurf ist kein Knebelvertrag, dann sollten Sie Kontakt zum BVK (Bund deutscher VersicherungsKaufleute) aufnehmen und Erkundigungen über den zukünftiger Vertragspartner einholen.

Das ist das erste, was Sie tun sollten. Wenn Sie den ursprünglichen Plan danach weiter verfolgen sollten, sollten Sie sich einen Steuerberater suchen, der Sie in die Grundzüge der kaufmännischen Buchhaltung einweist. Der muss Sie auch beraten, ob Sie eine Einnahme/Überschussrechnung machen. Und er wird Sie darauf hinweisen, dass der Leitsatz "Wer schreibt, der bleibt" sehr wichtig ist.

Auch die Formerfordernisse des Fahrtenbuchs werden dort besprochen.

 


Antwort
von DolphinPB, 85

Das ist eine Milchmädchenrechnung par excellence.

Du bist selbständig und bekommst Gehalt ? Wie geht das denn ? Das klingt eher nach Vorschuß, und das wiederum klingt nach Struktur-Vertrieb. Von zu Huae arbeiten - toll, und wo willst Du Deine Kunden empfangen ? Das klingt Alles sehr bedenklich und, wie gesagt, stark nach Strukkis.

Und dann kann ich es kaum glauben dass Du hier solche grundlegenden steuerlichen Fragen stellst. Wie wäre es mal mit einem Existenzgründer-Seminar o.ä., dann solltest Du sowieso auch Geld haben für einen Steuerberater.

Antwort
von FreierBerater, 102

Lass' es mich dir offen und ehrlich sagen:  STOPPE dein Vorhaben!!

Allein deine durcheinandergewirbelten Begrifflichkeiten (Selbständige bekommen kein Gehalt, Versicherungsvertreter sind höchstens auf dem Papier selbständig) sowie deine krude Rechnung, von 2k noch 400 EUR übrig haben zu wollen, bedeuten, dass deine Unternehmung von Anfang an zum Scheitern verurteilt ist!!

Entweder gibt man dir einen adäquaten Bestand in dem du arbeiten kannst UND ein Büro in dem du Kunden empfangen kannst,  oder du beginnst die Zusammenarbeit gar nicht.

Und wenn es eine Strukkibude ist (wonach es stark klingt... Swisslife?) dann ruinierst du deine Existenz bereits mit dem 1. Schritt.

Kommentar von DolphinPB ,

Dem ist Nichts hinzuzufügen !

Expertenantwort
von DerHans, Community-Experte für Versicherung, 108

Du musst von vorne herein ein Kassenbuch führen, aus dem sämtliche betrieblich bedingten Ausgaben hervor gehen. Dazu gehören auch die Mehrkosten für Verpflegung, wenn du beruflich den ganzen Tag außer Haus bist.

Telefon- und Internetkosten werden zu 50 - 70 % als beruflich anerkannt, wenn du es nicht übertreibst.

Für dein KFZ musst du 10 - 20 % Privatanteil in Rechnung setzen. (aber ALLE KFZ-Kosten)

Auch Kosten die, bereits jetzt im Vorfeld anfallen, kannst du ansetzen, auch wenn du damit erst einmal ins Minus gleitest.

Kommentar von wurzlsepp668 ,

Frage: woher nimmst Du die 10-20% Privatanteil für das Kfz?

Kommentar von DerHans ,

Aus Erfahrung. Wurde auch immer anerkannt. Wenn man den ganzen Tag beruflich unterwegs ist, erkennt das jeder Finanzbeamter an, dass man nicht auch noch aus Jux durch die Gegend fährt.

Kommentar von wurzlsepp668 ,

der Privatanteil IST über ein Fahrtenbuch zu erklären ....

oder über die 1%-Regelung.

Alles andere (in Bezug auf den Privatanteil des Kfz) ist Quatsch ...


Kein Finanzamt wird einen geschätzen Privatanteil anerkennen .....

da die gesetzliche Grundlage fehlt ...


den Finanzbeamten möchte ich sehen, der ohne Fahrtenbuch 10-20% Privatnutzung anerkennt. Ich kenne keinen ....

Kommentar von DerHans ,

Komisch, bei mir hat das 40 Jahre lang geklappt.

Kommentar von wurzlsepp668 ,

ganz ehrlich?

glaub ich Dir nicht ....

Jeder Finanzbeamte unterliegt der Revision, die regelmäßig stattfindet. dort werden Ergebnisse überprüft. Was glaubst Du, was los ist, wenn der Beamte Deine 10-20% anerkennt, ohne einen Nachweis zu haben?

Der kann seine Beförderungen auf Jahre vergessen ...

Ganz abgesehen davon, dass in den Finanzämtern die Sachbearbeiter alle 3-4 Jahre wechseln und jeder neue Sachbearbeiter Rückfragen auslöst ...

Kommentar von Apolon ,

Komisch, bei mir hat das 40 Jahre lang geklappt.

@derHans,

willst Du uns verulken ?

Antwort
von Apolon, 45

ich möchte mich ab nächstes Jahr 2016 gerne selbstständig für eine Versicherungsgesellschaft machen.

Dabei stellen sich mir sofort ein paar Fragen!

Seit wie vielen Jahren bist Du schon im Versicherungsaußendienst tätig ?

Wie hoch dürfte dein mtl. Bruttoeinkommen ab dem 7. Monat sein ?

Ist dir überhaupt bekannt, dass Du als Selbständiger im Versicherungsaußendienst mindestens einen Angestellten benötigst ?

Denn sonst fällst Du unter die Scheinselbständigen und musst Sozialversicherungsbeiträge zahlen:

http://www.frag-einen-anwalt.de/Versicherungsvertreter-und-Rentenversicherungspf...

Gruß Apolon

PS: eine Selbständigkeit wird sich erst bei einem mtl. durchschnittlichen  Bruttoeinkommen von mindestens 5.000 € lohnen.

Antwort
von kim294, 99

Ich kann dir den Tipp geben, einen Steuerberater aufzusuchen.

Antwort
von mucci80, 109

Ja, das habe ich bereits. Aber einiges würde ich bereits im Vorfeld klären. Insofern ist es gut, vielleicht den Rat jener zu bekommen, die sich nicht ausschließlich auf den Steuerberater verlassen.

Kommentar von Apolon ,

vielleicht den Rat jener zu bekommen, die sich nicht ausschließlich auf den Steuerberater verlassen

Wer schon zu Beginn einer Selbständigkeit kein Geld für einen Steuerberater zur Verfügung hat, der sollte auf dieses Vorhaben verzichten.

Meine mtl. Ausgaben für eine Büroangestellte, Telefon, Internet, Kfz-Kosten, Werbematerial, Porto, Versicherungen, Tippgeber-Provisionen, Werbegeschenke, Mitgliedsbeitrag für BVK, Steuerberater usw. belaufen sich auf ca. 2.200 €.

Mit deinen genannten 2.000 € kommst Du da nicht weit.

Gruß Apolon

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community