Frage von Wupbanz, 37

Möbel selber bauen, bestes Holz?

Ich will mir Möbel selber bauen. Mir ist klar, dass ich kein Meisterwerk zaubern werde. Ich bin froh wenn es nicht wackelt und ich meine Sachen unterbringen kann. Deshalb wollte ich erst mit einem Regal beginnen und meine Fähigkeiten testen. Bei Erfogl dann zu einem Sideboard übergehen und mit einem Schrank abschließen, wenn mir alles davor glückt. Ein bisschen habe ich schon "gewerkelt" und würde auch an Stichsäge etc rankommen. Meine konkreten Vorgaben: preisgünstg, robust (mehmals aufbaubar), bearbeitbar und "Kratzer" etc. sollten nicht gleich Presspapier zum Vorschein zaubern und am Ende hätte ich gerne alles in einem Ton.

Ich dachte deshalb an Sperrholz: Kiefer? Was ist euer Statement?

Es gibt ja viele Varianten. Dieses Presspapier von Ikea mag ich nicht, weil man das ästhetisch finde ich vergessen kann, sobald da Kratzer raufkommen. Furniertes Holz ist ja ähnlich. Wenn sich da mal etwas löst, eine Kratzer reinkommt etc. ist es auch schnell überhaupt nicht schön...

Ich habe einiges von Spanplatten geesen, aber würde Sperrholz bevorzugen. wenn ich es richtig verstehe ist ja eine Spanplatte "innen" auch deutlich anders als außen, während Sperrholz innen auch so aussieht wie außen?

Freue mich über eure Tipps :)

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Peter42, 23

nimm' doch Massivholz. Es gibt Holzplatten und Latten in diversen Abmessungen, in Kiefer oder Fichte. Wohl fast jeder Baumarkt bietet ein ordentliches Sortiment, oft sogar in preislich recht attraktiven Regionen.

Vorteile (neben dem Preis); das Zeug ist relativ leicht (Spanplatte ist viel schwerer), stabil, leicht zu verarbeiten und auch an den Kanten ansehnlich (da hat Sperrholz seine Schwächen, und Spanplatte sowieso). 

An Sperrholz ist nur die äußere Schicht ansehnlich, die Schichten innen sind von anderer (oft minderer) Qualität, öfters sogar ganz anderes Holz - das schränkt die Möglichkeiten beim Basteln ein. Massivholz (auch als Leimholz) ist dagegen überall aus genau dem gleichen Holz.

Kommentar von Wupbanz ,

Über Leimholz habe ich auch ein wenig gelesen. Lässt sich das auch so gut verarbeiten?

Massivholzplatten die ich gefunden habe waren recht teuer...

Leimholz wäre eine Alternative. Würdest Du das eher als Sperrrholz empfehlen?

Kommentar von Peter42 ,

das kommt auf deine Wünsche und Vorstellungen an: von der Verarbeitung her ist Leimholz so ziemlich das beste Material überhaupt - aber es gibt Leimholz eben nicht in jeden beliebigen Holzarten: Fichte (ist am günstigsten), dann Kiefer (etwas teurer, die Aststücke sind zwar hübsch, können aber bei der Verarbeitung etwas Geduld kosten (das Astholz ist härter als der umgebende Rest), dann Buche (teuer, recht schwer, nicht leicht zu verarbeiten - das Holz ist sehr hart). Andere Holzarten sind schwer zu finden - das ist die Schwierigkeit. Sperrholz dagegen gibt's in zig Oberflächen - das bietet mehr Auswahl.

Wenn dir also Fichte oder Kiefer gefällt, nimm' diese. Wenn es Buche sein muss - ok, viel Spaß und Geduld (das Zeug ist wirklich widerspenstig). Wenns eh' farbig gestrichen werden soll: Fichte oder Kiefer. Wenns ein exotisches Holz sein soll: Spanplatte.

Kommentar von Wupbanz ,

Danke, das war echt eine sehr große Hilfe. Es wird vermutlich Leimholz Fichte oder Kiefer.

Nurnoch eine Frage: Man ließt, dass sich Leimholz verzieht mit der Zeit. Ist das immer so, kann man etwas dagegen machen, oder sollte man dann lieber bei Möbelbau auf andere Varianten ausweichen?

Kommentar von Peter42 ,

das kommt auf die Konstruktion an: wenn du auf ein gerade mal 19 mm dickes Leimholzbrett von 4 m Länge, nur an den Enden befestigt, ganze Bücherberge lagern willst, muss da eine stabile Stütze drunter, sonst biegt sich das durch (das macht Spanplatte allerdings ebenfalls, aber wesentlich schneller, Spanplatte dieser Dicke dagegen verformt sich weniger - aber krumm wird die auch).

Aber solche Konstruktionen sind wohl die Ausnahme. Von meinen aus Leimholz gebastelten "Eigenkreationen" in Form von Regalen, Kommoden, Schränken usw. hat sich jedenfalls auch nach teils über 3 Jahrzehnten noch nichts verzogen. Man macht sich einfach vorher ein paar Gedanken darüber, wo eventuell lastbedingte Durchbiegungen auftreten könnten und sorgt dort für entsprechende Verstärkungsleisten.

Kommentar von Wupbanz ,

Danke, das war wirklich sehr prägnant zusammengefasst, was ich brauchte :) ! So werde ich es dann am Ende machen. Ist ermutigend, wenn es nach Jahrzehenten noch kaum Probleme gab. Vielleicht schaff ich ja auch einen gewissen Zeitraum :)

Antwort
von Skinman, 3

Sperrholz ist gut, in der Regel nimmt man baltisches Birkensperrholz. Buchensperrholz ist mitunter im Sonderangebot, ich hab aber schon von Problemen mit Verzug gehört.

Nicht zu geizig sein, es steckt auch in kleineren Projekten schnell echt Arbeit drin und dann ist es schade, wenn einem dann hinterher auffällt, dass der Werkstoff hätte besser sein können.

Antwort
von rudelmoinmoin, 5

Sperrholz ist das Teuerste, nimm Massivbretter, Kiefer, ist teurer als Fichte 

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community

Weitere Fragen mit Antworten